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13.08.2012

18:18 Uhr

Was vom Tage bleibt

Die gute Nachricht: Das griechische BIP schrumpft

VonOliver Stock

Wer sparen für die Lösung hält, durfte heute aufatmen: Griechenlands Wirtschaftsleistung schrumpft. Die SPD hat ihre verfrühte Kandidatendebatte. Und Eon einen satten Gewinn. Der Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Tücken der Urwahl

Viele haben sich heute aufgeregt über Torsten Albig. Der SPD-Ministerpräsident aus Kiel hat öffentlich Frank-Walter Steinmeier als besten Kanzlerkandidaten seiner Partei gelobt. Zahlreiche Genossen waren darauf bemüht, Albigs unbotmäßiges Vorpreschen mit Achselzucken zu ignorieren. Großes Demokratieverständnis bewies dabei der Koordinator der Linken im Parteivorstand, Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner. Eine Urwahl des Kandidaten durch die Parteibasis erwartet Stegner nicht: „Ein Mitgliederentscheid macht nur bei mehreren Bewerbern Sinn, womit ich nicht rechne“, sagte er Handelsblatt Online. Lieber Herr Stegner: Wie viele Bewerber zählen Sie denn zur Zeit? Ich kann sogar hier aus Düsseldorf, wo unsere Seite gemacht wird, mindestens drei Kandidaten erkennen. Klar - Sie können warten, bis einer übrig bleibt. So wurde es früher in einem Staat gemacht, der DDR hieß, wenn ich mich richtig entsinne.

Ausweichen fällt schwer

Eon hat seinen Nettogewinn um 230 Prozent gesteigert. Toll. Das Management kann sich gratulieren. Die Anleger können aufatmen. Die Kunden aber schauen in die Röhre. Wenn die nächste Gasrechnung ins Haus flattert, werden sie sogar mehr zahlen müssen. Der Energieversorger hatte Ende Juni Preiserhöhungen für fünf seiner Regionalgesellschaften angekündigt. Jetzt motzen wir zwar auch nicht, wenn VW seine Autos teurer verkauft und dadurch einen Gewinn erzielt. Aber ich kann mir statt eines VW auch einen Opel kaufen. Oder einen Fiat. Eon auszuweichen ist schon schwerer.

Im Hungerstreik

Griechenland soll sich Muskeln anhungern, und alle Welt staunt, wenn das nicht klappt. Heute wieder: Die Wirtschaft des Landes schrumpfte zwischen April und Juni um 6,2 Prozent, gab die Statistikbehörde bekannt. Die gute Nachricht daran: Die Sache mit dem Sparen gelingt offenbar besser, als so oft kolportiert. Die Schlechte: Wer hungert, fällt irgendwann um, anstatt auf eigenen Beinen zu stehen.

Stadt der Frauen

In Saudi-Arabien soll eine Stadt nur für Frauen errichtet werden. So soll den Frauen, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, ein Arbeitsumfeld bereitgestellt werden, das im Einklang mit den strengen Sitten im Königreich steht. Ob diejenigen im Königreich, die das planen, auch daran denken, dass so eine Stadt nach einer Generation vom Aussterben bedroht ist? Zumindest Hebammen werden dort vermutlich nur ganz wenige gebraucht.

Einen entspannten Sommerabend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

13.08.2012, 21:38 Uhr

Guten Abend zurück, Herr Stock.

Wieder ein klein wenig mehr auf links gebürstet heute? His master's voice?

Nun, Urwahl bei der SPD ist etwa so, wie wenn im Schweinekoben die grunzenden Gourmets über den Fraß abstimmen: ist eh Wurscht, was aus ihnen wird.
Und welcher Bock zum Gärtner gekürt wird, bleibt für den Salat gleich.
Wichtig wäre vielmehr, daß unsere Roten mehr in Nähe der 5%- Hürde rückten- die Aussichten stehen nicht schlecht.
Und dann die Ganoven von Eon. Machen sie doch im durchregulierten Energiemarkt, was sie sollen. Vielleicht wirds ja noch was mit dem grünen Wunschtraum von 5 Mark pro Liter Sprit, weit ists ja nicht mehr.

Und erst unsere Griechen! Bei den Armen sinken die Bestechungsgelder. Erschütternd!

Eine wirklich gute Idee hatten hingegen die Saudis: Stadt der Frauen.
Das hat was! Gehen sie doch endlich den Männern nicht mehr auf die Nerven mit Quotengequake und dürfen endlich alles selbst machen: mauern, Müll abfahren, in den Abwasserkanälen kriechen und ganz emotional intelligent den Haushalt verwalten, damit sie schuldenfrei bleiben wie die Tussi in NRW- ich wünsche mir das auch fürs gesamte Ruhrgebiet, Bremen, Berlin und die ganzen Handaufhalterbundesländer. Frauen an die Macht!

Alldieweil- wie gefällt Ihnen eigentlich die Idee, daß machistische Länder wie Bayern und BaWü Schweizer Kantone werden?








Account gelöscht!

13.08.2012, 22:40 Uhr

In Griechenland und Spanien vollzieht sich das Vernichtungswerk der Euro-Fanatiker.
Beide Länder sind in der Deflationsspirale gefangen und driften an den Rande bürgerkrisegsähnlicher Aufstände.
Der richtige Weg wäre von Anfang an der Ausstieg dieser Länder aus dem Euro und eine Umschuldung gewesen.
Das wäre für alle bürger Europas das beste gewesen. Aber die Politiker wollen den Euro um jeden Preis erhalten, koste es was es wolle.

Unbedingt lesen - die beste Gesamtanalyse der Eurokrise
http://www.derneuekaemmerer.de/file_download/7/Das+Euro-Desaster.pdf

Elbers hat in seiener Analyse "Das euro-Desaster" alles ganz genau vorausgesehen!

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