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28.11.2014

18:27 Uhr

Was vom Tage bleibt

Die Insel der Antieuropäer

VonOliver Stock

David Cameron verbeugt sich vor den rechten Eiferern. Die EU lobt Deutschland. Und: Scheidungen in der Finanzbranche sind teuer. Lesen Sie hier die Themen dieses Tages.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Camerons Verbeugung

David Cameron hat Forderungen für den Verbleib Großbritanniens in der EU genannt. Die klingen so: Einwanderer aus EU-Ländern sollen in Großbritannien erst nach vier Jahren Wohngeld, Kindergeld und andere Wohlfahrtsleistungen beanspruchen können. Familienangehörige sollen nicht einfach nachkommen. Wer nach sechs Monaten keinen Job gefunden hat, soll zurückgeschickt werden. Die Freizügigkeit innerhalb der EU tritt Cameron so mit Füßen. Immerhin: Von der Idee, Quoten für Zuwanderer aus EU-Staaten einzuführen, ist er abgerückt. Cameron beugt sich damit dem Druck von Rechts im eigenen Land. Wer sich beugt, hat keine Haltung, brachte mir einst die Großmutter bei.

Recht und Wirklichkeit

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig setzt der Sonntagsarbeit enge Grenzen. Wer künftig seine Direktbank am Wochenende anruft, könnte also bald am Anrufbeantworter landen. Die Richter haben nach Gesetzlage entschieden. Dass die sich von der Lebenswirklichkeit entfernt hat, ist diesen Beamten nicht so wichtig.

Vorbild Deutschland

Die EU-Kommission hat die Haushaltspläne von sieben Euro-Staaten kritisiert: Frankreich, Italien und fünf weitere Länder laufen demnach Gefahr, mit ihren Etat-Entwürfen gegen die Regeln zu verstoßen, teilte die Brüsseler Behörde mit. Als vorbildlich ordnete Brüssel dagegen die Haushaltspläne Deutschlands, Irlands, Luxemburgs, der Niederlande und der Slowakei ein. Liebe Frau Nahles, bitte das Lob nicht missverstehen. Dies ist keine Aufforderung, das Rentenalter weiter herunter-, oder den Mindestlohn weiter hinaufzusetzen.

Lohnendes Ehe-Aus

Am Anfang ist es immer das große Glück, später bleibt manchmal nur die hohe Rechnung. Das spürt jetzt auch der britische Fondsmanager Chris Hohn, der beispielsweise einst die Deutsche Börse am liebsten verhökert hätte. Gut, dass er es nicht getan hat. Denn dann wäre er möglicherweise noch reicher geworden – und seine Ex-Frau mit ihm. So hat Jamie Cooper-Hohn jetzt nur 425 Millionen Euro Abfindung für 15 Jahre, die sie mit Hohn verbrachte, bekommen. Das sind gut 28 Millionen pro Jahr. Es gibt Ehen, die sich weniger lohnen.

Ihnen ein lohnendes Wochenende, wünscht

Oliver Stock

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