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13.05.2015

19:07 Uhr

Was vom Tage bleibt

Die Katastrophe, die zusammenschweißt

VonOliver Stock

Warum die Lufthansa-Piloten einer Schlichtung zustimmen. Warum das bei der Post und anderswo noch dauern wird. Wo Piëch steckt und was Prinz Charles so denkt – hier steht es.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Not macht vernünftig

Die Lufthansa-Piloten stimmen der Schlichtung zu. Es ist die Trauer nach dem Germanwings-Absturz, die so vieles, worüber wir uns streiten, unwichtig erscheinen lässt. „Der Weise ändert sich auch in der Not nicht“, meint Konfuzius. Wenn er recht hat, war der Streik der Piloten niemals der Weisheit letzter Schluss.

Wahlkampf à la Verdi

Die Post, so sagt es die Gewerkschaft Verdi, soll Mitarbeitern mit Entlassung gedroht haben, falls sie streiken wollen. Post-Chef Appel widerspricht: Nie sei es zu Einschüchterungen von Streikenden gekommen. Wer recht hat, können wir jetzt auswürfeln. Wir können uns aber auch auf das besinnen, was feststeht: Die Zahl der Streiks nimmt in dem Maße zu, wie sich Verdi-Chef Frank Bsirske seinem Wiederwahldatum im Herbst nähert. Das kann man bedauern, man kann aber auch hoffen und sagen: Nächstes Frühjahr ist der Spuk vorbei.

Das Phantom

Wir wissen nur, wo er überall nicht ist. Neulich bei der VW-Hauptversammlung in Hannover war er nicht. Und auch bei einem Branchentreffen in Wien wurde er jüngst genauso wenig gesehen, wie heute bei der Versammlung der Porsche-Aktionäre in Stuttgart. Ob er morgen zum GTI-Treffen an den Wörthersee kommt – so wie sonst fast immer – weiß wahrscheinlich im Moment nur er selbst: Die Rede ist von Ferdinand Piëch. Der Mann ist derzeit das meistbeschriebene Phantom in Deutschland.

Letzte Vorstellung mit 58

Ganz anders bei der Konkurrenz. Dort hat heute Norbert Reithofer seine letzte Vorstellung als Chef vor den Aktionären gegeben. Unser Korrespondent Markus Fasse erinnert sich so: Ein Mann sitzt lässig auf einem Barhocker. 50 Jahre alt, groß. Wie er über die Altersgrenze für Führungskräfte bei BMW denke, wird gefragt. Er halte die Regelung für sinnvoll – Norbert Reithofer lächelt. Es ist der laue Frühsommer 2006. Wenige Meter von Reithofer entfernt, kämpft der damalige Vorstandschef Helmut Panke (58) um eine Vertragsverlängerung. „Ich bin gerne Kapitän“, sagt Panke. Es scheint, als würde er flehen. Es nützt nichts. Am 1. September 2006 wird Norbert Reithofer der neue Chef von BMW. Fast neun Jahre später trifft es ihn jetzt selbst. Die Regeln der Familie Quandt, die mit ihren 48 Prozent der Stimmrechte das Sagen hat, gelten auch für ihn. Man möchte seufzen: Ach, hätte sich Herr Piëch doch von der Familie Quandt ein wenig mehr abgeguckt.

Angst vor schlauen Maschinen

Stephen Hawking hat es wieder gesagt. Oder besser: von einer Maschine sagen lassen. Auf der Konferenz „Zeitgeist 2015“ in London warnte der Astrophysiker davor, dass Computer Menschen auch in Sachen Intelligenz überholen. Der schwerbehinderte Wissenschaftler spricht selbst nur mit Hilfe eines Computers, den er mit den Augen steuert. Die Technologie dahinter lernt, wie der Professor denkt und schlägt Worte vor, die Hawking als nächstes vermutlich nutzen würde. Hawkings These wird sich spätestens dann bewahrheiten, wenn sein Computer nichts mehr sagt, weil er die Erklärungen seines Meisters für zu gefährlich für sich selbst hält.

Der Prinz als Bestseller-Autor

Das britische Königshaus soll in politischen Fragen neutral sein. Prinz Charles schreibt trotzdem Briefe an Minister. Die Zeitung „Guardian“ kämpfte lange vor Gericht, um die geheime Post zu veröffentlichen. Heute ist es nun soweit. Und eines ist schon klar: Mit Schönschrift ist der britische Thronfolger nicht gesegnet. Deswegen werden seine Briefe an britische Minister „Black Spider Memos“ genannt. Irgendwie könnte so auch das neueste Buch von Harry-Potter-Autorin Rowling heißen. Womit klar wird: Charles hat einen Bestseller verfasst.

Ein paar freie Tage für den nächsten Bestseller wünscht Ihnen

Oliver Stock

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