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17.10.2014

18:51 Uhr

Was vom Tage bleibt

Die Krawallmacher von der Bahn

VonStefan Menzel

Die Lokführer legen noch einen Zahn zu, Apple glänzt mit seinen neuen iPads. Die IS-Terroristen müssen in Syrien zurückstecken, der Dax überrascht mal wieder und das Fußballer-Spray kommt. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Eskalation

Das ist wirklich eine gewaltige Eskalation: In dieser Woche hatten die Lokführer der Deutschen Bahn schon einmal gestreikt. Jeder hat danach gedacht, das würde es erstmal sein. Niemand konnte sich vorstellen, dass es noch einmal eine Arbeitsniederlegung geben würde. Doch am Ende ist alles viel schlimmer gekommen, die Lokführer-Gewerkschaft GDL will den Bahnverkehr gleich am ganzen Wochenende stilllegen. Es wird Zeit, dass die Große Koalition das neue Gesetz zur Tarifeinheit schnell auf den Weg bringt. Damit würde es in einem Unternehmen wie der Bahn nur noch einen einzigen Tarifvertrag für alle Beschäftigte geben. Und kleine Gewerkschaften wie die GDL könnten ihre Erpressungsversuche nicht weiter fortsetzen.

Weiter nach vorne

So manch schlauer IT-Experte hat bereits das Ende der großen Apple-Erfolge vorausgesagt. Seit dem Tod von Konzerngründer Steve Jobs seien die großen Ideen ausgeblieben, es gehe nicht mehr viel voran im kalifornischen Cupertino. Apple-Opponenten sollten sich aber nicht zu früh freuen: Der Konzern strotzt nach wie vor unverändert vor Kraft. Das belegen jetzt die neuen iPad-Generationen und die Mac-Software Yosemite. Bei Apple geht es sehr wohl voran, zum Vorteil des Unternehmens und seiner Kunden.

Hilfe aus der Luft

Wie oft ist an den vergangenen Tagen schon der Fall der syrisch-türkischen Grenzstadt Kobane angekündigt worden. Der Vormarsch der Terrororganisation „Islamischer Staat“ sei nicht zu stoppen, die kurdischen Verteidiger besäßen keine Chance mehr. Doch offenbar haben die Luftangriffe der Amerikaner und ihrer Verbündeter doch etwas gebracht, inzwischen mussten die IS-Kämpfer sogar schon ihren Rückzug antreten. Das ist die wichtige Lehre aus dieser aktuellen Entwicklung: Der IS ist militärisch sehr wohl besiegbar.

Das Auf und Ab

Welche überraschende Entwicklung: Nach den massiven Einbrüchen der vergangenen Tage ist es an den Börsen an diesem Freitag plötzlich wieder aufwärts gegangen. Und das sogar kräftig beim Dax mit mehr als drei Prozent und einem Plus von 260 Punkten. Die Unsicherheit an den Märkten ist zwar unverändert groß, das belegt die hohe Volatilität. Daran kann auch die aktuelle Aufwärtsbewegung nicht hinwegtäuschen. Aber es wäre viel zu früh, von der großen Krise zu sprechen. Noch bewegt sich alles im Rahmen einer gewöhnlichen Korrektur.

Land der Vorschriften

Die Überregulierung in Deutschland ist manchmal ein wirklich schreckliches Problem. Das letzte Beispiel kam aus einem Bereich, wo es eigentlich niemand erwartet hätte: aus dem Fußball. Der TÜV wollte den Einsatz des neuen Schiedsrichter-Sprays in der Bundesliga stoppen, weil es angeblich nicht den deutschen Vorschriften entspricht. Verrückt. Das Spray hatte sich bei der Fußball-WM in Brasilien bestens bewährt, niemand hatte ein Problem damit. Die deutschen Fußball-Verantwortlichen wollen das Spray nun doch für die Spiele an diesem Wochenende freigeben. Richtig so. Weshalb soll das neue Mittel ausgerechnet in Deutschland nicht in Ordnung sein?

Genießen Sie das bevorstehende Wochenende mit Goldenem-Oktober-Wetter und hoffentlich sind Sie nicht mit der Deutschen Bahn unterwegs. Es grüßt Sie herzlichst Ihr

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Sergio Puntila

17.10.2014, 19:00 Uhr

"Die Krawallmacher von der Bahn"
____________________

Und Herr Menzel skandiert problembefreit seinen Sermon hinzu:
sauber.

Herr Menzel sollte es so machen wie der DB-Vorstand: Lego-Bahn spielen und mit Automatisierung drohen.

Der bedächtige Herr Menzel als Zerberus der Dienstverpflichtung, die ja eigtl ein Relikt des Beamtenrechts sein soll...

Auch Ihnen ein nice weekend und
viel Spaß weiterhin beim Trittbrettfahren.

Beste Grüße

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