Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.12.2013

19:09 Uhr

Was vom Tage bleibt

Die Neue beim Bund

VonStefan Menzel

Die Bundeswehr wird zum großen Test für Ursula von der Leyen, Siemens freut sich über einen riesigen Auftrag. Moncler startet gewaltig an der Börse, Post und Telekom sollen völlig privatisiert werden. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Im Dienste des Landes

Ehrlichkeit ist immer noch der beste Weg, um durchs Leben zu kommen. „Ich habe nicht gedient“, meinte Ursula von der Leyen kurz nach ihrer Berufung zur neuen Verteidigungsministerin. Ja, sie war nicht bei der Bundeswehr wie viele andere Menschen auch. Das muss aber noch lange nicht bedeuten, dass sie eine schlechte Chefin der Streitkräfte wird. „Learning by doing“ ist die andere Devise, mit der jeder ordentlich die Klippen des Lebens umschiffen kann. Ursula von der Leyen hat schon häufig genug bewiesen, dass sie viel und schnell lernt. Vielleicht schafft sie also auch den Job an der Spitze des Verteidigungsministeriums. Wenn ihr das gelingt, stehen ihr danach alle Türen extrem weit offen.

Geld durch Wind

Natürlich leidet ganz Deutschland an den Folgen der Energiewende. Natürlich kommt das Ende der Atomkraft etwas zu früh, weil die erneuerbaren Energien noch nicht schnell genug für Ersatz sorgen können. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Energiewende grundsätzlich falsch wäre. Das Gegenteil ist der Fall, Deutschland geht damit in die richtige Richtung. Nur an den Details muss noch gearbeitet werden, noch ist das System in sich nicht stimmig. Trotzdem lässt sich mit Solar- und Windstrom schon eine ganze Menge Geld verdienen. Der Siemens-Konzern etwa hat am Montag einen Auftrag über 800 Millionen Euro für neue Windräder in den USA bekommen. Das ist ein gewaltiges Volumen, die Windkraft kann also zum Geschäft mit Zukunft werden. Jetzt muss in den USA nur noch ordentlich der Wind wehen, dann wird alles gut.

Temperatur egal

Moncler-Jacken sind etwas Feines, wenn das Thermometer deutlich unter die Null-Grad-Grenze fällt und draußen der Wind durch die Straßen pfeift. Die Mode des italienischen Herstellers kommt zudem elegant daher. Kein Wunder also, dass sich auch Investoren für die warmen Moncler-Daunenjacken interessieren. An der Börse dürfte das Unternehmen ebenfalls ein Erfolg werden, am ersten Handelstag hat die Moncler-Aktie gleich einmal um 40 Prozent zugelegt. Einziger Störenfried könnte das Wetter werden, wenn in diesem Jahr der strenge Winter ausbleiben sollte. Am Ende ist das Wetter aber wahrscheinlich doch nicht so wichtig, weil etwa deutsche Käuferinnen auch bei 15 Grad plus stolz mit ihren Moncler-Jacken durch die Innenstädte schlendern werden.

Privat tut gut

Post und Telekom gehören zum Staat dazu, so hat man zumindest in der Vergangenheit gedacht. Dieses alte Bild hat sich inzwischen gehörig gewandelt, der Börsengang beider Konzerne war also nur folgerichtig. Trotzdem mag sich die deutsche Regierung immer noch nicht vollständig von ihren Restbeteiligungen an Telekom und Post trennen. Man weiß ja nie, scheint dabei die Devise in Berlin zu sein. Ein Blick auf Vodafone oder Fedex sollte aber nachdenklich machen. Dann würden unsere Politiker verstehen, dass auch komplett privatisierte Post- und Telekom-Konzerne einen prima Job machen können. Der Vorschlag der Monopolkommission zur völligen Privatisierung kommt jedenfalls zur rechten Zeit. Die neue Regierung in Berlin sollte sich diese Idee ganz schnell zu Herzen nehmen. Ein Verkauf würde dem Wahlvolk sicherlich eine bald einmal anstehende Steuererhöhung ersparen.

Kollegen-Dank

Auch die Redakteure beim Handelsblatt sind ganz gewöhnliche Menschen und freuen sich über jedes Lob. Am vergangenen Wochenende hat uns die „Bild am Sonntag“ (Bams) für die neue Online-Kolumne zur außerparlamentarischen Opposition (Apo) auf die Schultern geklopft. In dieser Kolumne äußern sich Politiker wie FDP-Chef Christian Lindner oder Piraten-Boss Thorsten Wirth zu aktuellen politischen Themen. Bild-Kommentator Peter Hahne lobt unsere Idee: Vier Millionen Stimmen seien an Parteien gegangen, die jetzt nicht im Parlament sitzen. Handelsblatt Online sorge dafür, dass auch diese Menschen eine politische Stimme bekämen. Wir bedanken uns jedenfalls ganz herzlich dafür bei unseren Bams-Kollegen.

Ihnen einen schönen Abend, vielleicht freuen Sie sich mit uns mit. Herzlichst Ihr

Stefan Menzel

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×