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27.02.2015

19:04 Uhr

Was vom Tage bleibt

Die Sache ist durch

VonStefan Menzel

Der Bundestag stimmt für Griechenland, der Dax bleibt in Rekordlaune. Edeka und Tengelmann verhandeln mit dem Kartellamt, Audi und Porsche treiben den Gewinn im VW-Konzern und Russland spart. Der Tag im Rückspiegel.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Das Ja

Natürlich gibt es immer wieder Zweifel daran, ob die Krise in Griechenland überhaupt zu Ende gehen wird. Ob die Griechen wirklich ernsthaft an Reformen interessiert sind. Aber trotzdem ist das Ja des deutschen Bundestages richtig. Die Griechen verdienen unsere Unterstützung, weil es um ganz Europa geht. Die wirtschaftlichen Folgen bei der Rückkehr zur Drachme wären in Griechenland unabsehbar. Erst droht der Zusammenbruch der Banken, dann der gesamten griechischen Wirtschaft. Das Bekenntnis zu Europa verlangt einfach Solidarität mit schwächeren Nationen. Genau dafür steht das Beispiel Griechenland.

Ohne Ängste

Sorgen um einen möglichen Grexit muss sich heute niemand mehr machen. Alle Euro-Länder wollen, dass die Griechen die Gemeinschaftswährung behalten. Selbst wenn es wider Erwarten doch noch zum Ausstieg der Griechen kommen sollte, dann wären die Auswirkungen für die Euro-Zone verkraftbar. Ganz anders als noch vor drei oder vier Jahren. Es gibt einen Gradmesser, an dem sich diese Gelassenheit in Sachen Griechenland sehr gut ablesen lässt: am Dax. Am Freitag hat Deutschlands wichtigster Aktienindex schon wieder mit einem Rekord geschlossen und die Marke von 11.400 Punkten genommen. Angst vor Griechenland sieht anders aus.

Auf Kompromisssuche

Edeka und Tengelmann wollen es noch einmal versuchen und das Kartellamt umstimmen. Die Wettbewerbshüter in Bonn haben sich ziemlich klar positioniert und wollen die Übernahme der Tengelmann-Märkte durch Edeka wegen zu großer Marktbeherrschung verhindern. Der geplante Deal wird nicht durchgehen, das steht schon einmal fest. Trotzdem sind die Türen für einen Kompromiss mit den Kartellwächtern längst nicht geschlossen. Edeka könnte nur einen Teil der Märkte übernehmen, der Rest geht an die heimische Einzelhandelskonkurrenz. Genauso wird es am Ende auch kommen. Der Handel ist noch immer sehr national geprägt. Ausländische Bieter kommen für den Tengelmann-Deal nicht in Frage.

Warten auf den Neuen

Wie gut, dass es im Volkswagen-Konzern auch noch Audi und Porsche gibt. Allein mit der Marke VW sähe es bei den Wolfsburgern längst nicht so gut aus. VW, der Kern des Konzerns, macht schon länger eine Durststrecke durch. Da ist es gut, wenn Konzernchef Martin Winterkorn einen Teil seiner Macht abgibt und der bisherige BMW-Manager Herbert Diess zum neuen Markenchef von VW aufsteigt. Die Kernmarke bekommt damit mehr Aufmerksamkeit und Gewicht. Vielleicht sind auf absehbare Zeit nicht mehr nur Audi und Porsche die Gewinntreiber im Konzern.

Spardruck

Russland muss eisern sparen. Jetzt werden auch den Kreml-Beamten die Gehälter um zehn Prozent gekürzt. Wenn der russische Präsident schon im eigenen Machtzentrum den Rotstift ansetzen muss, dann unterstreicht das mit allem Nachdruck die schwierige wirtschaftliche Situation. Verantwortlich sind dafür natürlich auch die Sanktionen des Westens, der Ölpreisverfall und eigene Fehler der Putin-Regierung. 2015 wird für Russland ein schwieriges Jahr, das lässt sich nicht mehr ändern. Besser würde die Lage, wenn sich der Ukraine-Konflikt tatsächlich abschwächt und der Westen danach die Sanktionen lockern würde. Putin hat es selbst in der Hand – mit einer Politik der Deeskalation in der Ostukraine.

Ein schönes und erholsames Wochenende wünscht Ihnen

Herzlichst Ihr

Stefan Menzel

Kommentare (3)

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Herr Jürgen Bertram

27.02.2015, 21:00 Uhr

Sehr geehrter Herr Menzel,

Sie schreiben: "Alle Euro-Länder wollen, dass die Griechen die Gemeinschaftswährung behalten."

Wer sind für Sie die "Euro-Länder"? Die Damen und Herren die heute die EU repräsentieren?
Wir haben heute gesehen, dass zumindest die meisten Abgeordneten im Deutschen Bundestag nicht das Volk repräsentieren.Ich kenne zumindest niemand, der sich zustimmend zu weiteren Griechenland-Hilfen äußert.

Irgendwas "passt" da nicht mehr......

Herr A. K?hler

27.02.2015, 21:03 Uhr

Herr Menzel,

Herr A. K?hler

27.02.2015, 21:09 Uhr

soviel zum CR.. Sie sagen:" Genau dafür steht das Beispiel Griechenland." Griechenland steht für viele Dinge:Für maßlosen Konsum, maßlose Vetternwirtschaft, selbstsüchtige Reiche, einem ganzen Volk, dass einfach mal im januar keine Steuern bezahlt, das gerne Porsche Cayenne fährt, gerne Pensionsansprüche fälscht, Beraterposten erschleicht und gerne Deutschland und deutsche Politiker auf das widerwärtigste beschimpft und dann PR Maßnahmen für die Tränendrüse organisiert. Dieses Land ist nicht schwach, sondern marode und clever.

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