Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.08.2014

18:25 Uhr

Was vom Tage bleibt

Die Schmach von Düsseldorf

VonMartin Dowideit

Russland verbietet Lebensmitteleinfuhren im großen Stil und die europäische Konjunktur rumpelt nur noch vor sich hin. Als Stimmungsaufheller können Sie etwas für einen guten Zweck tun – ein WM-Trikot ersteigern.

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Was vom Tage bleibt

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

DüsseldorfGuten Abend liebe Leserinnen und Leser

Die schnell verlorene Wette

Gestern habe ich noch darauf gesetzt, dass sich die deutsche Fleischindustrie nicht vor einem Exportverbot nach Russland fürchten müsse. Zu dicht seien die Bände gerade zwischen Wladimir Putin und dem Fleischmogul Clemens Tönnies. Was soll ich sagen? Ich lag daneben. Die Schmach von Düsseldorf ist perfekt. Die Fleischbranche wird sich jetzt umgucken müssen, wie sie auf das russische Einfuhrverbot reagiert. Westfleisch-Exportleiter Egbert Klokkers hat im Gespräch mit meiner Kollegin Lisa Hegemann eine Bitte präsentiert: „Esst drei Hamburger mehr am Tag.“ Das würde der Fleischindustrie in dieser verfahrenen Situation helfen. Na dann, wohl bekomm’s!

Auch die EZB blickt nach Russland

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins heute bei 0,15 Prozent unverändert niedrig gelassen. EZB-Präsident Mario Draghi warnt davor, dass wegen der Lage in der Ukraine und in Russland die wirtschaftliche Erholung „schwach, fragil und unstetig“ sei. Das größte Risiko sei die Auswirkung auf die Energiepreise, aber noch wisse niemand etwas Genaues. Es könnte ein ungemütlicher Herbst und Winter werden.

Den Pokal nach Hause gebracht

Na klar, wir waren schon alle ein bisschen neidisch, als unser Kollege Stefan Kaufmann zum WM-Reporter erkoren wurde. Wochenlang durfte er durch Brasilien reisen. Aber er hat ja den Pokal mit nach Hause gebracht, also sei ihm alles von Herzen gegönnt. Während seiner Reise hatte er stets ein Deutschland-Trikot im Gepäck, und das ist jetzt voller Unterschriften seiner Gesprächspartner – von Manuel Neuer über Jérôme Boateng bis DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Sie können mitbieten, der Erlös geht an das SOS Kinderdorf Recife.

Wenn das Wörtchen Nike nicht wäre

Adidas wäre es natürlich lieber, Sie würden ein neues Trikot kaufen. Denn obwohl das Unternehmen beide Final-Teilnehmer und viele weitere Weltmeisterschaftsteilnehmer ausstattete, lief es von April bis Juni überhaupt nicht rund für das Unternehmen. „Wir haben unsere Marken in einigen Märkten Angriffen ausgeliefert, was uns Marktanteile gekostet hat“, räumte Adidas-Chef Herbert Hainer ein. Vor allem Nike macht das Leben schwer. Besonders stark ist Adidas übrigens in Russland vertreten – genau dort, wo man derzeit etwa wegen des schwachen Rubels eher nicht aktiv sein will.

Einen schönen Abend wünscht,

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Sergio Puntila

07.08.2014, 18:54 Uhr

In memoriam Getreidehandelsembargo ea
Kieler Diskussionsbeiträge No 90 aus 1982 hier:
www.econstor.eu/bitstream/10419/47982/1/024482242.pdf

Natürlich ist das heute alles ganz anders...

Herr Manfred Zimmer

11.08.2014, 19:59 Uhr

Was soll das Gejammer?

Die EU-Politiker haben das Embargo verhängt und es musste ihnen klar sein, dass Russland sich das Recht des Gegenschlags nimmt. Es will doch hoffentlich kein EU-Politiker sich das Recht nehmen, sich für für zuständig aber nicht verantwortlich zu erklären.

Wer andere schädigt, hat den Schaden wieder gutzumachen. So will es deutsches Gesetz. Wenn das jemand anders sehen will, dann muss Deutschland aus dem Verbund austreten, in dem deutsche Gesetze nicht gelten. Dann ist dort kein Raum für Deutschland.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×