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16.06.2015

19:34 Uhr

Was vom Tage bleibt

Diese Richter liegen falsch

VonOliver Stock

Der Europäische Gerichtshof hat ein fragwürdiges Urteil gefällt. Die Sparkassen streiten sich wie die Kesselflicker. In einer Frankfurter Bank kommt es zum Knall. Lesen Sie, was heute geschehen ist.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Wenn Richter irren

Der Europäische Gerichtshof hält den schier unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen für richtig und hat damit eine falsche Entscheidung getroffen. Der Grund: „Krisenstaaten dürfen nur Hilfen bekommen, wenn sie im Gegenzug Reformen durchführen und ihre Verschuldung bekämpfen. Wenn ein Staat den Auflagen nicht nachkommt, müssen die Hilfen entsprechend gekürzt oder ganz gestrichen werden. Für überschuldete Staaten soll eine geordnete Staatsinsolvenz möglich sein. Dazu soll auch die Möglichkeit gehören, die Eurozone vorübergehend zu verlassen und eine eigene Währung einzuführen. Dieser Prozess soll durch eine gezielte Wirtschaftshilfe und die Möglichkeit zum Wiedereintritt in die Eurozone erleichtert werden.“ Diese Sätze habe nicht ich mir ausgedacht, sondern der CSU-Politiker Peter Gauweiler. Weil sie so glasklar sind, habe ich sie übernommen.

Westfälischer Unfriede

Für die Deutschen ist der 17. Juni ein geschichtsträchtiger Tag. Für die Sparkassen könnte es auch einer werden. Bis 1990 wurde am 17. Juni an den Volksaufstand der DDR mit einem Feiertag erinnert. Und ausgerechnet an diesem Tag, morgen also, wollen die 70 Sparkassen des westfälischen Verbands darüber entscheiden, ob sie weiter dem Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe angehören. Wenn nicht, wäre es ein Tabubruch in der Sparkassengeschichte mit der Folge, dass möglicherweise die ganze Gruppe einen Makel bekäme. Es wäre so, als würde Griechenland den Euro verlassen. Im Gegensatz zu den Griechen weiß man von den Westfalen allerdings, dass sie zwar gelegentlich eine Dummheit machen, sich das aber vorher ganz genau überlegen.

Rauswurf eines Stars

Gut ein Jahr nach der Übernahme der noblen Frankfurter Privatbank BHF durch die Beteiligungsgesellschaft RHJI kommt es zum Knall: Der Aufsichtsrat der Bank hat den höchst erfolgreichen Vorstandschef Björn Robens „mit sofortiger Wirkung von seinen Funktionen entbunden“. Was nach Ärger klingt, ist genau so einer: Nach allem, was wir so hören – um die berühmte Wendung eines Bankers zu zitieren – musste Robens das Haus innerhalb von Minuten verlassen, weil er nicht länger mitansehen wollte, was RHJI-Chef Lenny Fischer so alles mit seiner Neuerwerbung anstellte. Wenn das Ergebnis der BHF künftig schlechter ausfällt, wissen wir, dass Robens zu Recht gegangen ist.

Gefängnis für den Tugce-Schläger

Wegen des gewaltsamen Todes der Studentin Tugce muss der 18 Jahre alte Sanel M. für drei Jahre ins Gefängnis. An seinen Schlägen war sie gestorben. Nach Jugendstrafrecht hätte Sanel M. am zehnten Verhandlungstag auch mit einer Bewährungsstrafe davonkommen können. Der Fall hatte uns aufgewühlt: Tugce soll vor dem Schlag des Angeklagten Zivilcourage bewiesen haben. Sie habe auf der Toilette des Restaurants zwei Mädchen vor Sanel M. in Schutz genommen. Wir können sie als große Heldin im Kopf bewahren.

Trump for President

Der Immobilienmogul Donald Trump ist der zwölfte Republikaner, der in das Rennen um die US-Präsidentschaft einsteigt. Er wolle bei der Wahl 2016 antreten, kündigte der 69-Jährige in dem von ihm gebauten Trump Tower im New Yorker Stadtteil Manhattan an. Am Montag erst hatte Jeb Bush angekündigt, nach Vater und Bruder der dritte Präsident aus seiner Familie werden zu wollen. Auf der anderen Seite, der der Demokraten, steht bisher Hillary Clinton als aussichtsreichste Bewerberin da. Meines Wissens haben sich in der Geschichte bisher noch nie so viele Männer darum gestritten, wer sich am Ende mit einer Frau duellieren darf. Angela Merkel dürfte neidisch werden.

Einen neidlosen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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