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27.06.2014

18:46 Uhr

Was vom Tage bleibt

Discounter mögen Luxus

VonStefan Menzel

Aldi kommt in Deutschlands beste Lagen, Australien lässt länger arbeiten. Jean-Claude Juncker wird nun doch EU-Kommissionspräsident, der deutsche Mindestlohn kommt und Evonik mag Borussia Dortmund. Der Tag im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Eine verbilligte Kö

Aldi auf der feinen Düsseldorf Königsallee? Für viele mag das überraschend kommen, weil dort wahrscheinlich niemand Deutschlands erfolgreichsten Discounter erwartet hätte. Trotzdem ist der Platz gut gewählt: Im Handel verschwimmen die Grenzen, die Billigketten sind auch für Besserverdiener hoffähig geworden. Bei Aldi lässt sich das auch an den Regalen ablesen, an allen Ecken und Enden blühen die Bio-Sortimente. Düsseldorf wird keine Ausnahme bleiben. Auf den Jungfernstieg in Hamburg und die Kaufinger Straße in München gehört Aldi genauso.

Vorbild down under

Australien macht es vor. Down under leidet unter demselben Geburtenrückgang wie Europa. Außerdem leben wir alle viel länger als vorangehende Generationen. Also muss auch die Lebensarbeitszeit länger werden, die Renten sind mit den alten Regeln nicht länger finanzierbar. Trotzdem gibt es einen Unterschied zwischen Deutschland und Australien. Auf der anderen Seite der Erdkugel regiert der Realismus, und deshalb wird das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre erhöht. Hierzulande regiert die Angst vor Entscheidungen. Und deshalb wird der Bevölkerung vorgegaukelt, die Rente mit 63 sei finanzierbar.

Mit Legitimation

Lange hat sich David Cameron gewehrt, doch am Ende musste auch der britische Premier klein beigeben. Sein Widerstand gegen die Wahl des Luxemburgers Jean-Claude Juncker zum neuen EU-Kommissionspräsidenten kommt ziemlich fadenscheinig daher. Natürlich kann Juncker den Job, er ist lange genug in Brüssel dabei. Außerdem ist er der Wahlsieger der jüngsten Europawahlen. Damit bringt Juncker ein Stück an demokratischer Legitimation mit. Genau das, was der EU und ihren führenden Köpfen in der Vergangenheit so sehr gefehlt hat.

Ohne Weltuntergang

So, nun kommt er also und die Welt wird deshalb nicht gleich untergehen. Die Große Koalition hat die letzten Regeln für den Mindestlohn festgezurrt, der Anfang kommenden Jahres eingeführt werden soll. Während sich Deutschland damit sehr schwer getan hat, gibt es den Mindestlohn in anderen Staaten schon deutlich länger. Sogar die USA kennen einen Mindestlohn – gemeinhin das Land des ungezügelten Kapitalismus, wo man solch einen staatlichen Eingriff überhaupt nicht erwarten würde. Wenn die USA also mit einem Mindestlohn leben können, dann sollten wir Deutsche das ebenfalls schaffen.

Das große Geschäft

Jeden Tag können wir derzeit in Brasilien beobachten, zu welch großem Geschäft der Fußball geworden ist. Kein Wunder also, dass auch die nationalen Ligen und deren Klubmannschaften Begehrlichkeiten wecken. Der Chemiekonzern Evonik will jetzt bei Borussia Dortmund einsteigen und die Geschickte dort mitbestimmen. Eine gute Sache für den Klub, da er über einen Konzern wie Evonik ökonomisches Know-how dazubekommt. Die Wette gilt: Der BVB ist nicht der letzte Verein mit einem neuen großen Anteilseigner. Allerdings sollte dabei eine Voraussetzung unbedingt erfüllt sein. Deutschlands Fußballer müssen weiterhin erfolgreich spielen, denn sonst erlahmt das Interesse schnell. Drücken wir also dem deutschen Team in Brasilien die Daumen, am Montag steht schon der nächste Test auf dem Programm.

Ein erholsames Wochenende wünscht allen unseren Lesern

Stefan Menzel

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