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16.07.2015

19:29 Uhr

Was vom Tage bleibt

Draghi und Merkel zeigen Gefühle

VonMartin Dowideit

Was heute wichtig war: Die EZB erhöht die Nothilfen für griechische Banken. Eine Diskussion über einen Griechen-Soli ist entbrannt. Und Angela Merkel zeigt in einem authentischen Moment ihre Hilflosigkeit.

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Was vom Tage bleibt

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Der Griechen-Soli

Der künftige Chef des Münchener ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat vorgeschlagen, den Solidaritätsbeitrag – einst zur Finanzierung der Wiedervereinigung geschaffen – von 5,5 Prozent auf acht Prozent zu erhöhen. So könnten die Kosten der Griechenland-Rettung den deutschen Bürgern deutlich gemacht werden. Was noch schöner wäre? Wenn die seit Beginn von Finanz- und Euro-Krise beim Bund verbuchten Zinsersparnisse von 100 Milliarden Euro zur Senkung des Soli auf null Prozent verwendet würden.

Draghi gewährt mehr Nothilfen

Wer noch Bekenntnisse abgibt, dass die Europäische Zentralbank in der Euro-Krise keine politische Institution ist, muss sich hinterfragen lassen. Die EZB war es, die mit der Begrenzung der Notkredite für griechische Banken die linke Regierung des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras im Sinne der internationalen Gläubiger auf Spur brachte. Jetzt, da das griechische Parlament Tsipras gefolgt ist, zeigt die EZB unter der Führung von Mario Draghi Mitgefühl und gewährt mehr Nothilfen. Die Banken im Land könnten jetzt schon am Montag wieder öffnen, heißt es. Da fehlt nur noch, dass Draghi nach Athen fliegt, und für Fotografen posiert, wie er einen Geldautomaten füllt.

Wenn Politik auf Gefühle trifft

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auf Tour, um Kontakt zur Bevölkerung zu suchen. Ein Mädchen, das ihr begegnet, bricht in Tränen aus, als die Politikerin die Flüchtlingspolitik der Regierung erläutert. Mit Streicheleinheiten versucht Merkel zu trösten – und zeigt in einem Augenblick, wie hilflos die mächtigste Politikern Europas ist.

Willkürliche Mitteilung

Der Bundesfinanzhof hat eine Klage des Hotel-Verbands Dehoga gegen eine Bettensteuer in Bremen und Hamburg zurückgewiesen. Der Verband wettert, dass es keine „einseitige und willkürliche Belastung einer Branche“ geben dürfe. Komisch. Ich erinnere mich an keine Klage wegen einer einseitigen und willkürlichen Entlastung einer Branche, als die Mehrwertsteuer für Übernachtung im Jahr 2009 gesenkt wurde.

Gegen die Hitze

Im Südwesten des Landes werden es morgen bis zu 35 Grad. Dort schlägt das Herz der deutschen Autoindustrie und des Maschinenbaus. Bitte beherzigen Sie daher diese Tipps, wie Sie auch bei Hitze kreativ bleiben können. So steigern Sie das Bruttosozialprodukt!

Einen schönen Abend wünscht

Martin Dowideit

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

17.07.2015, 09:56 Uhr

"Draghi und Merkel zeigen Gefühle"

Ist das wirklich die Ebene der Gemeinsamkeit oder ist es vielmehr die Tatsache, dass beide für ihr Tun nicht verantwortlich gemacht werden können?

Diese Handhabung ist quasi wie ein Magnet für mafiöses Handeln.

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