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09.10.2015

18:44 Uhr

Was vom Tage bleibt

Ehen vor Gericht

VonOliver Stock

Seehofer fordert Merkel heraus. Vielleicht sogar vor Gericht. Die Tage des Phaeton scheinen gezählt. Und: Jürgen Klopp erobert die Herzen der Briten. Alles Wichtige vom Tag lesen Sie hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser!

Freund, Feind, Parteifreund

Was braucht man Feinde, wenn man Freunde hat. Parteifreunde zumal. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer ist fast ein Parteifreund von Angela Merkel. In der Flüchtlingskrise aber ist er ihr Feind. Sollte der Bund nicht bald wirksame Maßnahmen zur Begrenzung des Zuzugs von Asylbewerbern ergreifen, werde er vors Verfassungsgericht marschieren. Die Kanzlerin kann sich jetzt ärgern. Sie kann Seehofer aber auch benutzen: Ein intelligenter Feind ist schließlich besser als ein dummer Freund.

Phaeton als Feuerlöscher

Phaeton hieß der Sohn des griechischen Sonnengottes, der aus Versehen einmal die Erde in Brand gesteckt hat. Bei VW brennt es derzeit lichterloh. Wegen des Dieselgates könnten die Finanzen aus dem Ruder laufen. Deswegen wird gespart. Und der Phaeton – diesmal das Automodell – könnte das erste Opfer werden. Den Phaeton einzustellen wird zum Feuerlöschen allerdings nicht reichen. Dazu ist der Sohn des Sonnengottes genauso wie das nach ihm benannte Automodell einfach nicht einflussreich genug.

Hamburg rechnet mit Olympia ab

Man kann Ideen für hervorragend erklären und sie dennoch mit der Frage, was sie kosten, um die Ecke bringen. Olaf Scholz, Hamburgs Bürgermeister, hat das jetzt getan, in dem er die Kosten für die olympischen Spiele in seiner Stadt – 11 Milliarden – ausgerechnet hat. Vielleicht ist Scholz kein Verhinderer, sondern nur ein echter Sportler: Dabei sein ist alles, sagt sich der, und im Auswahlverfahren für Olympia steckt Hamburg ja schon.

Nobelpreis für Tunesien

2013 stand Tunesien am Abgrund, doch dann betrat das „Quartett für den nationalen Dialog“ die politische Bühne. Die Gruppe besteht aus dem Gewerkschafts- und dem Arbeitgeberverband, der Menschenrechtsliga und der Anwaltskammer. Das Quartett hat das Land wieder nach vorne gebracht und dafür heute den Friedensnobelpreis erhalten. Wer dachte, Angela Merkel bekommt ihn, kann jetzt den Faktencheck machen: Wahrscheinlich haben die Nobelpreisentscheider recht, wenn sie feststellen, dass es verdienstvoller ist, ein zerstrittenes Land aus dem Abgrund zu führen, als in einem eigenen Land ein wenig zu zündeln.

The normal one

Hatte er für diese herrliche Vorlage geübt? Als sich heute Jürgen Klopp den Reportern an seiner neuen Wirkungsstätte Liverpool präsentierte, fragte ein Journalist: Trainerkollege José Mourinho habe sich in seiner ersten Pressekonferenz beim FC Chelsea als „The special one“ vorgestellt. Wie sehe sich Klopp? Antwort: „I am the normal one.“ Und peng: Seit heute Nachmittag sind die Briten in diesen Normalo verliebt.

Ein stinknormales Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

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