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17.02.2012

19:19 Uhr

Was vom Tage bleibt

Ein Amt schafft sich ab

VonOliver Stock

Wulffs Nachfolger wird es schwer haben zu beweisen, wofür das Amt gut ist. Und der Streik in Frankfurt ist erstmal vorbei, weil Wochenende ist.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend Ihnen allen,

Ende einer unendlichen Geschichte


Bundespräsident Christian Wulff ist Geschichte - allerdings eine, die nur ein paar Zeilen lang ist. Wenn überhaupt. Denn als Präsident hat dieser Mann keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und das sich über Monate hinziehende Schauspiel seines Abgangs wird sich wie Mehltau über jenes Bisschen legen, was Wulff angestoßen hat. Selbst seine politische Freundin, die Kanzlerin, hatte heute Mühe, Wulffs Leistungen als Präsident so zu würdigen, dass es länger als ein paar Sekunden dauerte. Die überzeugendste Leistung besteht jedenfalls darin, dass Wulff deutlich gemacht hat, wie wenig es das Amt des Bundespräsidenten braucht, wenn es von jemandem besetzt wird, der es nicht ausfüllen kann. Es wird dann zum überflüssigsten Amt, das die Bundesrepublik zu vergeben hat. Nach einem Horst Köhler, der dem Amt aus nicht nachvollziehbaren Gründen abrupt den Rücken kehrte und nach einem Christian Wulff, der es durch persönliche Haltlosigkeit beschädigt hat, wird es nun die erste Aufgabe eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin sein, zu zeigen, wozu Deutschland diese Form des obersten Repräsentanten überhaupt noch braucht. Wir können gespannt sein und es schon mal in Klammern auf die Liste unserer Sparvorschläge setzen.

Streikfreies Wochenende

An so einem Tag gibt es fast keine anderen Nachrichten. Es sei denn, Sie sind vielleicht unterwegs gewesen und haben versucht, über den Flughafen Frankfurt ihr Ziel zu erreichen. Dann hatten Sie wahrscheinlich Pech, denn dort streiken noch immer die Vorfeldlotsen, weil sie mehr Geld wollen. Die gute Nachricht ist, dass sich diese Gruppe, deren Arbeit so entscheidend ist, doch ein ganz kleines bisschen überschätzt hat. Von einem Totalausfall konnte am Flughafen jedenfalls keine Rede sein. Für die Streikenden hat sich Ersatz gefunden. Die Bahn übernahm den Transport derer, die es nicht so weit hatten. Das ist zwar keine Dauerlösung, aber es beugt zumindest der Selbstüberschätzung vor. Interessant ist übrigens, dass am Wochenende wahrscheinlich nicht gestreikt wird. Ein Schelm, wer dabei an die Wochenendzuschläge denkt, die möglicherweise ausfallgefährdet wären.

Teures Tanken

Wer statt mit dem Flugzeug mit dem Auto unterwegs war, konnte heute an der Tankstelle tief in die Tasche greifen. Der Liter Superbenzin kostet mehr als 1,60 Euro. Da nutzt es nichts auf den Iran zu schimpfen, der Öl schon immer als politische Waffe einzusetzen verstand. Eher ist diesmal der Euro Schuld, der wegen der Schuldenkrise der europäischen Staaten vor sich hin schwächelt und Einfuhren wie die von Öl teurer macht. Das Thema Schuldenkrise aber heben wir uns für nächste Woche auf. Es gibt Anleger, die glauben, Montag komme der Befreiungsschlag. Auch darauf können wir gespannt sein.

Ein geruhsames Wochenende vor einer spannende Woche wünscht Ihnen


Oliver Stock

Kommentare (16)

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Beobachter

17.02.2012, 19:35 Uhr

Ein Kommentator schafft sich ab.

Sapere_aude

17.02.2012, 19:44 Uhr

...leider ist er auch der Chefredakteur.

Außer drei Kommentaren (ein um 9:30 schnell auf den Markt geworfener und ab 11 Uhr obsoleter Rücktrittsappell an den Bundespräsidenten mit einer Halbwertzeit von unglaublichen 90 Minuten, ein Nachruf auf den Bundespräsidenten, ein Werberuf für einen "überparteilichen" Bundespräsidenten III als ungeschickt verpackte Forderung nach einen Großen Koalition) hat Herr Stock schließlich zum Ende des Tages diesen unglaublichen deliranten Schwachsinn verzapft.

Wie gesagt, es handelt sich um den Chefredakteur von Handelsblatt-online.
Mehr muss man eigentlich nicht sagen, oder?

Mollemopp

17.02.2012, 20:05 Uhr

"Der Liter Superbenzin kostet mehr als 1,60 Euro... Eher ist diesmal der Euro Schuld, der wegen der Schuldenkrise der europäischen Staaten vor sich hin schwächelt..."

Der Euro steht zur Zeit bei 1,315 (19:50Uhr).
Waren wir nicht kürzlich noch bei 1,27.
So richtig "schwächeln" kann man das nicht nennen. Bei soviel gute Werbung für den Euro durch das HB wird doch die Eurorettung bestimmt zum 150mal zum Durchbruch gelangen. Denn wir Deutschen profitieren so sehr vom Euro, dass wir alle Ferraris fahren, weil wir garnicht mehr wissen wohin mit unseren ganzen Euros. Ja wir verschenken die Kohle sogar an einige Euro-Länder.

Und 1,60 Euro für 1 Liter SuperBenzin sind doch jetzt auch schon eine Weile angesagt.

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