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03.07.2014

18:27 Uhr

Was vom Tage bleibt

Ein ganz realer Rekord

VonStefan Menzel

Der Dow Jones schafft die 17.000er-Marke, Deutschland bekommt den Mindestlohn. Amerikaner verschmähen den Hamburger, die EZB veröffentlicht ihre Protokolle und die WM-Pause in Brasilien geht zu Ende. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Im Gleichklang

Wieder ein Börsenrekord - und einer, der sich sehen lassen kann. An der Wall Street in New York hat der Dow-Jones-Index die Marke von 17.000 Punkten genommen. Zugleich geht es in den USA mit dem privaten Konsum nach oben, die US-Autokonzerne melden wachsende Verkaufszahlen und bei den Jobs geht es ebenfalls aufwärts. Für die ganz große Jubelparty ist es sicherlich noch zu früh und gewisse Vorsicht bleibt immer geboten. Doch die wichtigsten Indikatoren sprechen für sich, die Börse geht mit der Realwirtschaft im Gleichklang - die Amerikaner arbeiten sich langsam aus der Krise heraus.

Kein Grund zum Lamentieren
In Berlin ist eine Schlacht geschlagen, nach langem Schlagabtausch hat der Bundestag nun endlich die Einführung eines Mindestlohns beschlossen. Deutschland holt nach, was in vielen anderen Ländern schon längst eine Selbstverständlichkeit ist. Natürlich sorgt der neue Mindestlohn in der einen oder anderen Branche für Aufregung. Aber jetzt ist der Mindestlohn da, und langes Lamentieren hilft in dieser Situation einfach nicht weiter. Deshalb gilt jetzt für die Wirtschaft, mit dem neuen Mindestlohn zu leben. Andere Länder dieser Welt haben das schließlich auch geschafft. Zumal es in Deutschland jetzt vergleichsweise günstige Umstände gibt: Die Volkswirtschaft ist stark, ein Mindestlohn ist dann umso eher verkraftbar.

Klops am Ende?
Der Hamburger ist ein durch und durch amerikanisches Geschöpf. Der Fleischklops im Brötchen hat seinen Siegeszug auf der anderen Seite des Atlantiks begonnen und ist von dort um die Welt gezogen. Trotzdem muss der König des Fast Food nun wirklich nicht jedermanns Sache sein, es gibt noch so viele andere schöne Dinge auf den Speisekarten dieser Erde. Viele von uns sollte es ziemlich nachdenklich stimmen, wenn sich jetzt sogar die Amerikaner als Erfinder des Bratlings davon abwenden. Lieber einen Apfel, lieber einen frischen Salat - das sollte viel häufiger auf unserem Speisezettel stehen.

Für den Euro
Glaubwürdigkeit ist zentral für eine Notenbank. Nur wenn sie ihre Geld- und Zinspolitik offen und ehrlich darlegt, können die Akteure auf den Finanzmärkten daraus die richtigen Schlussfolgerungen ziehen. Die US-Währungshüter waren bisher auf diesem Feld einen Schritt weiter als ihre europäischen Kollegen - weil sie nämlich die Protokolle der wichtigen Notenbanksitzungen veröffentlichen. Börsianer können so nachvollziehen, warum und weshalb eine Notenbank etwa bestimmte geldpolitische Beschlüsse fasst. Die Europäische Zentralbank zieht jetzt nach und will ihre Protokolle ebenfalls veröffentlichen. Endlich. Lange genug hat es gedauert, dass sich die EZB dazu durchringen konnte. Der Euro hat immer noch ein Problem mit der Glaubwürdigkeit, die Veröffentlichung der Protokolle kann in einem solchen Fall nur helfen.

Schreckliche Zeit

Für eingefleischte Fußball-Fans ist es eine schreckliche Zeit, weil die WM in Brasilien derzeit Pause macht. Aber auch die hochbezahlten Spitzenkicker dieser Erde müssen sich einmal ausruhen, deshalb sollten die Fans mit ihren Idolen ein Nachsehen haben. Morgen ist es mit der Spielpause auch schon wieder vorbei und gleich im ersten Viertelfinale steigt Deutschland in den Ring. Ganz gleich, ob die deutsche Mannschaft gegen Frankreich weiterkommt oder ausscheidet – es wird definitiv ein ziemlich unruhiger und aufregender Abend.

Genießen Sie deshalb heute an diesem sommerlichen Abend die fußballerische Ruhe, frühes Daumendrücken ist auch nicht sonderlich aufreibend.


Herzlichst Ihr

Stefan Menzel

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