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22.01.2014

18:10 Uhr

Was vom Tage bleibt

Ein Hoffnungsträger verlässt die Allianz

VonOliver Stock

Warum sich Deutschlands größter Versicherer von seinem bekanntesten Strategen trennt, warum England in der EU unverzichtbar ist, warum Merkel nicht nach Davos fährt – dies und anderes steht im Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Auf den Hund gekommen

Der Allianz ist eine Führungskraft abhanden gekommen: Mohamed El-Erian, Chef der Allianz-Tochter für Vermögensverwaltung, Pimco, geht. Er ist das Gesicht der Finanzwelt, zumindest wenn es um Anleihen geht. Er ist eine Art Anleihe-Gott. Pimco ist der größte Anleiheinvestor der Welt. Er verwaltet fast zwei Billionen Dollar, was mehr als 80 Prozent der von der Allianz verwalteten Vermögenswerte ausmacht. Jahrelang steuerte Pimco einen beträchtlichen Teil zum Gewinn der Allianz bei. Der Schwanz wedelte sozusagen mit dem Hund. Doch im vergangenen Jahr hatte es sich ausgewedelt. Die Erfolgsserie riss. Die Strategie der Vermögensverwalter ging nicht auf. Kunden liefen in Scharen davon und nun auch noch der Chef. Für den Versicherer, der schon längst nicht mehr so auskömmlich wie einst vom Verkauf von Versicherungen lebt, sind schwere Zeiten angebrochen.

Willkommen im Club

Die Regelung der Europäischen Union zum Verbot und zur Regulierung von Leerverkäufen – jenen Wetten auf fallende Aktienkurse – ist rechtens, entschied der Europäische Gerichtshof heute. Großbritannien hatte das anders gesehen, geklagt und nun verloren. In London gilt das Urteil als Beleg dafür, dass es besser ist, die EU zu meiden. In der EU gilt es als Beleg dafür, dass es gut ist, das Vereinigte Königreich im Club zu haben.

Der Fluch der Karibik

Chinas kommunistische Machtelite wickelt im großen Stil eigene Geschäfte über Steueroasen ab. Das legen jedenfalls vertrauliche Unterlagen nahe, sogenannte Offshore-Leaks-Daten. Nahe Verwandte wichtiger chinesischer Politiker steuerten Transaktionen über anonyme Briefkastenfirmen in der Karibik. In den Dokumenten sollen neben dem Schwager von Staats- und Parteichef Xi Jinping auch der Sohn, die Tochter und der Schwiegersohn des früheren Ministerpräsidenten Wen Jiabao auftauchen, wie das Internationale Konsortium für investigative Journalisten berichtete. Der Name der Tochter des früheren Premiers Li Peng stehe auch in den Unterlagen. Womit bewiesen ist: Ob Kommunist, Kapitalist, Maoist oder einfacher Urlauber – der Fluch der Karibik holt alle ein.

Medizinisches Wunder

Auf der Liste der zehn beliebtesten Deutschen konnten zuletzt alle Regierungsmitglieder an Sympathiepunkten dazugewinnen. Auf Platz eins führt weiterhin die Bundeskanzlerin. Und das, obwohl sie ein bisschen von der Bildfläche verschwunden ist. Statt Glamour in Davos steht die Kabinettsklausur in Meseberg auf auf ihrem Programm. Sollen wir das politisch bewerten? Ach nein. Nehmen wir es lieber als medizinisches Wunder und attestieren: Skilaufen wäre mir dem angeknacksten Becken sowieso nichts geworden.

Der Untergang

Der millionenfache Diebstahl von Online-Daten macht manchen Politiker munter. Die Grünen kritisieren, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik wochenlang den Datenklau verschwiegen hat. Die Union kündigt an, noch in diesem Jahr die Regeln für die IT-Sicherheit deutlich zu verschärfen. Nur von der Partei, die einst angetreten war, die Netzfreiheit aufs wahre Leben zu übertragen, kommt kein Sterbenswort. Es ist so still, als seien die Piraten bereits untergegangen.

Einen stillvergnüglichen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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