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28.08.2015

18:24 Uhr

Was vom Tage bleibt

Ein schreckliches Ende

VonStefan Menzel

Es gibt die ersten Festnahmen im Flüchtlingsdrama von Österreich, Facebook meldet einen Nutzerrekord. Öl bleibt billig, die China-Angst ist verflogen und die deutschen Kicker spielen richtig gut. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Europa, wo bist du?

Wer stoppt diese Schlepper? 71 Tote haben die österreichischen Behörden am Ende auf dem Lastwagen aus Ungarn gefunden. Eigentlich unvorstellbar. Doch es ist leider die Realität im Europa von heute. Schlepper nutzen die Not der Flüchtlinge aus und bringen sie unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Deutschland und Österreich. Drei potenzielle Täter sind am Freitag festgenommen worden. Ja, das ist ein erster Schritt. Entscheidend wäre aber vielmehr, dass auch die Hintermänner dingfest gemacht werden, die alle Fäden in der Hand halten. Und das kann nur funktionieren, wenn Europa in der Flüchtlingsfrage endlich zusammenarbeitet.

Unglaublicher Rekord

Eine Milliarde Nutzer an einem einzigen Tag: Facebook hat diesen einmaligen Rekord geschrieben. Allein diese Zahl zeigt, wie groß die Bedeutung der sozialen Netzwerke in unserem Leben inzwischen geworden ist. Ohne sie geht nicht mehr viel, ihre Bedeutung wird sogar noch weiter steigen. Doch es hat den Anschein, dass sich ein Konzern wie Facebook seines gewaltigen Einflusses nicht immer bewusst ist. Denn dann hätte das US-Unternehmen schon viel schneller auf die Hasstiraden gegen Flüchtlinge auf seinen Seiten reagiert.

Auf Dauer

Der Ölpreis ist zum Wochenende kräftig nach oben geschnellt, so stark wie schon seit April nicht mehr. Doch keine Sorge: Wir werden jetzt keinen dauerhaften Preisanstieg sehen. Der Ölpreis wird auf lange Sicht auf einem sehr niedrigen Niveau verharren. Verantwortlich dafür sind die vergleichsweise großen Produktionsmengen: Aus den US-Schieferölquellen sprudelt das schwarze Gold so stark wie nie zuvor und Saudi-Arabien versucht Macht und Einfluss mit einer ungebremsten Produktion zu halten. Da kann auch ein kalter Winter kommen, an dieser Grundkonstellation wird sich so schnell nichts ändern.

Begrenzte Wirkung

Die Finanzmärkte sind mit ganz viel Pessimismus in die zurückliegende Woche gestartet. Auslöser war natürlich der Schwarze Montag an den Börsen Chinas, der in der ganzen Welt zumindest kurzfristig eine große Nachdenklichkeit ausgelöst hat. Heute ist Freitag, die Woche liegt hinter uns. Jetzt zeigt sich, dass niemand den Einfluss von China überschätzen sollte. Ja, das Land ist wirtschaftlich mächtig und wichtig. Aber so schnell gerät die Weltwirtschaft dann doch nicht aus den Fugen.

Einfach nur gut

Zum Glück gibt es noch die ganz einfachen positiven Dinge. Extrem gut ist diese Woche für den deutschen Fußball verlaufen. Die Mannschaften aus Leverkusen und Dortmund haben die Qualifikation für die Top-Wettbewerbe im europäischen Fußball erfolgreich hinter sich gebracht. Der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft vor einem Jahr ist also kein Einzelereignis gewesen, der deutsche Fußball hat sich jetzt wieder mit mehr Mannschaften in der Spitzenklasse festgesetzt. Damit wären die Vorgaben für 2016 eigentlich schon klar: der Gewinn der Europameisterschaft und der Champions League.

Ein wenig Träumerei ist wohl erlaubt – genießen Sie das Wochenende mit wunderschönem Sommerwetter. Herzlichst Ihr

Stefan Menzel

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