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22.06.2012

17:15 Uhr

Was vom Tage bleibt

Eine deutsche Tragödie

VonMartin Dowideit

Die Aufstellung der griechischen Nationalmannschaft birgt Überraschungen, die Schlecker-Kinder melden sich zu Wort und Ärzte bestechen geht in Ordnung. Der Tagesrückblick.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Guten Abend,

ganz Deutschland wartet gespannt, ob das Spiel gegen Griechenland als germanische Tragödie endet. Es könnte sein: Die bislang in ihrem Job als Handelsblatt Online-Orakel zu 100 Prozent treffsichere Heuschrecke Kassandra hat auf Griechenland als Sieger getippt. Derweil liegt Handelsblatt Online die griechische Aufstellung exklusiv vor.

Tragödie in Ehingen

Aus der Insolvenzmasse von Schlecker wurden heute Partyzelte losgeschlagen - passend für das Fußballgucken im eigenen Garten. „Eine Tragödie und ein Desaster“ nennen Meike und Lars Schlecker die Pleite des von ihrem Vater gegründeten Drogerieimperiums. Anton Schlecker habe alles verloren. Der Satz „Es ist nichts mehr da“ stimme nach wie vor. „Vom Sportwagen bis zur schönen Uhr“ habe der Senior alles abgeben müssen. In einem offenen Brief haben die Kinder jetzt Stellung zur Firmenpleite genommen und vor allem die Folgen für die Zehntausenden Beschäftigten bedauert. Sie selber hätten noch ein Vermögen, würden aber nicht über Details berichten.

Anders als Schlecker sind die Samwer-Brüder bislang vom Erfolg verwöhnt. Die Masche der drei ist bekannt, sie kopieren vor allem Ideen für Internetunternehmen in den USA und wandeln sie auf den deutschen Markt um. So machten sie es etwa mit CityDeal, das dem amerikanischen Rabattgutschein-Vermittler Groupon ähnelt. Doch mittlerweile wachsen die Zweifel, dass diese Art des Geschäftsaufbaus auch bei weiteren Vorhaben erfolgreich sein kann. Mit dem Online-Versender Zalando messen sie sich etwa mit Platzhirsch Amazon. Doch laut Bundesanzeiger fiel bei Zalando im Jahr 2010 ein Verlust von 20 Millionen Euro an. In der Werbung jubeln die Kunden über die Zalando-Pakete. Ob sich auch der Versender über die Bestellungen freuen kann, ist ungewiss.

Gegen Bestechung von Ärzten gibt es kein Gesetz

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass es völlig okay ist, wenn Ärzte Geld- oder Sachprämien von Pharmafirmen erhalten, deren Medikamente sie verschreiben. Es gebe schlicht kein Gesetz, um das zu verbieten. Liebe Bundestagsmitglieder, da gibt es eine Lücke zu stopfen!

Manche Ratings werden noch ernst genommen

Ein privatwirtschaftliches Urteil hat die Ratingagentur Moody's gefällt und die Kreditwürdigkeit von 15 internationalen Großbanken wegen Schuldenkrise und dümpelnder Weltwirtschaft herabgestuft. Zwar wird die Urteilskraft der Bonitätswächter regelmäßig angezweifelt. Aber dennoch hat eine schlechte Note negative Auswirkungen auf die Finanzinstitute. Sie können sich dann nur zu höheren Zinsen frisches Geld beschaffen.

Großzügige Notenbank

Die Europäische Zentralbank will strauchelnden spanischen Banken entgegen kommen. Sie bestätigte heute, dass sie die Sicherheitsanforderungen für Geschäfte mit den Geldhäusern lockert. Die Zeiten, in denen solche Regelaufweichungen kategorisch ausgeschlossen wurden, sind lange vorbei. Die Währungsfestung am Main öffnet immer großzügiger ihre Tore.

Womit wir wieder beim Thema wären: Viele Tore wünscht am heutigen Abend,

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Kommentare (4)

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W.S

22.06.2012, 20:07 Uhr

Die Verbandelung von Ärzten mit der Pharmaindustrie ist schon
seit Jahrzehnten bekannt. Unsere Elite - Richter haben wieder
für die Elite entschieden. Jetzt gibt es zum kostenlosen
Skiurlaub noch einen Sommerulaub mit Taschengeld dazu.
Wenn ich jetzt meine Meinung schreiben würde, so würde die
HB- Redaktion diesen Beitrag löschen. Gedanken sind zollfrei.
Eine Gesetzeslücke, die sofort gesschlossen werden muss.
Mal gespannt welcher Abgeordneter am Mikrofon als erster
ablädt. Jetzt können unsere Medikamente so richtig steigen.
Bravo BVG! !
MfG
Walter Schmid

W.S

22.06.2012, 22:18 Uhr

Nachtrag zu meinem Kommentar. Durch die hohen Milliardenüberschüsse in den Krankenkassen werden sich still
und leise, die Krankenkassenvorstände ein Schluck aus der
Pulle genehmigen. Kein Abgeordneter ist in der Lage,die hohen
Rückstellungen anzuprangern ausser Herr Dr. Lotter (BTA) von der
FDP, der sich auch seit bestehen der Praxisgebühr gegen die Abschaffung einsetzt. Hohes Lob!
MfG
Walter Schmid

Account gelöscht!

22.06.2012, 22:40 Uhr

"Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass es völlig okay ist, wenn Ärzte Geld- oder Sachprämien von Pharmafirmen erhalten, deren Medikamente sie verschreiben. Es gebe schlicht kein Gesetz, um das zu verbieten. Liebe Bundestagsmitglieder, da gibt es eine Lücke zu stopfen!"

Klar gibt es kein Gesetz. Die Lobby-Arbeiter im Bundestag haben doch kein Interesse ihrer Lobby zu schaden. Der Buerger und seine Gesundheit spielen keine Rolle. Es gibt ja auch keine Lebensmittel-Ampel und endlos andere Dinge, weil Lobbys dies nicht wollen.

Ich denke, es ist mehr als ueberfaellig unsere "Demokratie" zu ueberarbeiten. Der Buerger hat mittlerweile voellig ausgedient. Durch diese Lobbys ist der Gleichheitsgrundsatz nur mehr ein schlechter Witz. Und jene Politiker, die hier ihren Lobby-Dienst verrichten, sollte man mal genauer betrachten.

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