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10.12.2014

19:19 Uhr

Was vom Tage bleibt

Eine Welt mit ganz viel Öl

VonStefan Menzel

Der Preis für Rohöl fällt weiter, der Airbus A350 verspätet sich. Der Taxi-Dienst Uber hat nun auch in den USA Probleme, es gibt mehr Geld für Sparkassen-Chefs und Russlands Wirtschaft leidet. Der Tag im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Im freien Fall

Der Ölpreisverfall will einfach nicht aufhören. Am Mittwochabend erreichte der Preis für ein Barrel (159 Liter) in den USA bereits die 60-Dollar-Grenze. Schon sprechen Händler davon, dass es bis auf 40 Dollar hinuntergehen könnte. Was vor ein paar Monaten noch völlig unmöglich schien, ist plötzlich in kurzer Zeit erreichbar: Dass in Deutschland ein Liter Benzin weniger als einen Euro kostet. In einigen Regionen ist Diesel immerhin schon für 1,15 Euro zu haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es mit dem Öl- und damit auch mit dem Spritpreis weiter abwärts geht, ist ziemlich groß. Der Grund: Keiner der großen Ölproduzenten macht bislang Abstriche an der Fördermenge. Und deshalb bleiben die Zeiten für Verbraucher auf längere Sicht extrem rosig.

Wieder zu spät

Jetzt hat es auch Airbus erwischt: Die Auslieferung des neuen A350 verschiebt sich bis auf weiteres. Dem europäischen Flugzeugkonzern ergeht es damit nicht viel besser als seinem amerikanischen Gegenüber Boeing. Wir alle kennen die unendliche Geschichte des Dreamliners, der inzwischen zwar fliegt, dessen Produktion sich aber um Jahre verzögert hat. Wir müssen uns darauf einstellen, dass größere Projekte wie ein neues Flugzeug einfach nicht mehr im Zeitplan bleiben (können). Die Lösung des Problems? Vielleicht sollte alles etwas einfacher und weniger kompliziert werden. Dann stimmt auch der Zeitplan wieder.

Wider die neue Welt

Der Taxi-Dienst Uber ist nirgendwo in der Welt so richtig beliebt. Dass der Newcomer besonders in Europa auf Widerstand stoßen würde, war von vornherein klar. Jetzt erwischt es das Unternehmen aber auch im amerikanischen Stammland, nämlich in San Francisco und Los Angeles. Auch dort sollen Gerichte den Vormarsch von Uber stoppen und das Taxi-Gewerbe schützen. Doch was hilft es, die Justiz vorzuschicken und sich nicht der neuen Realität zu stellen? Das Internet verändert einfach alles, über Uber eben auch das Taxi-Geschäft. Und da hilft es nicht, die neue Welt verbieten zu wollen.

Beispiel NRW

Die Chefs der Sparkassen in Nordrhein-Westfalen verdienen besser. Das sollen sie auch, wenn die Geschäfte entsprechend gut laufen. NRW ist inzwischen ein Vorbild für die gesamte Sparkassen-Welt geworden, weil die Chefgehälter an Rhein und Ruhr fast überall veröffentlicht werden. Die Sparkassen in anderen Bundesländern sollten sich daran ein Beispiel nehmen. Sparkassen sind öffentliche Banken – da darf die Kundschaft auch erfahren, was die Chefs verdienen.

Die nächste Krise?

Die wirtschaftlichen Zeiten in Russland sind alles andere als rosig. Viele – allen voran Präsident Putin – scheinen die Augen vor der Realität immer noch verschließen zu wollen. Das Vertrauen in die Landeswährung Rubel schwindet. Die Menschen flüchten in Sachwerte, weil sie um ihr Vermögen fürchten. Vieles erinnert an die letzte Russland-Krise aus dem Jahr 1998. Wer weiß, vielleicht muss der Westen bald auch Russland helfen, weil die Regierung in Moskau einfach nicht mehr kann.

Einen angenehmen Winterabend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Herr Martin Wienand

10.12.2014, 19:50 Uhr

Zu Über:

So klingt es immer, wenn sich böse Entwicklungen abzeichnen und der Vater zum Sohn sagt: Passe dich an. So ist das eben.

Man muss ja nicht jeden Mist mitmachen, nur weil er aus Amerika kommt und ein Handy in der Hand hat.

Immer mehr Länder verbieten Über.

Nur Deutschland hängt noch hinterher.

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