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17.12.2013

19:01 Uhr

Was vom Tage bleibt

Endlich eine Regierung

VonStefan Menzel

Berlin startet durch und kann mit einem unerwarteten Geldsegen rechnen. Die Wirtschaft brummt, die Ukraine dürfte jedoch im neuen Jahr für Ärger sorgen. Last, but not least im Tagesrückblick: Aufregung unter Fußballern.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Auf Los

So, jetzt haben wir also unsere neue Regierung. Lange genug hat es gedauert, fast drei Monate sind seit der Bundestagswahl im September vergangen. Viel ist darüber spekuliert worden, was jetzt in Berlin passieren wird. Aber ganz ehrlich: Niemand weiß genau, was diese neue Regierung nun wirklich beschließen wird. Am besten dürfte es sein, der neuen Koalition aus CDU und SPD jetzt einfach etwas Zeit zu geben. Erst in ein paar Wochen werden wir wissen, ob die beiden Koalitionspartner wirklich miteinander können oder ob unüberbrückbare Gegensätze zwischen beiden Seiten bestehen. Hoffen wir das Beste – nämlich, dass unser Land eine ordentliche Regierung bekommen hat.

Im Überfluss

An Geld dürfte es der Berliner Koalitionsregierung unter keinen Umständen fehlen. Die Steuerschätzer überschlagen sich schon mit ihren Prognosen für das kommende Jahr. Acht Milliarden Euro zusätzlich dürften es auf jeden Fall werden. Aber wahrscheinlich können die Steuerschätzer ihre Prognosen im Laufe des nächsten Jahres noch öfter nach oben korrigieren. Hoffentlich verleitet das die Große Koalition nicht zum ungezügelten Geldausgeben. Denn das Thema Haushaltskonsolidierung steht auch in Deutschland immer noch auf der Agenda. Der neue und alte Finanzminister Wolfgang Schäuble hat da noch einiges zu tun.

Alles sprudelt

Die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung dürfte der wesentliche Grund dafür sein, dass es mit den Steuereinnahmen weiter nach oben geht. Die deutsche Wirtschaft steht vor einem guten Jahr, die meisten Indikatoren deuten schon jetzt darauf hin. Aus deutscher Sicht besonders wichtig: die Autobranche. Schon jetzt steigen die Zulassungszahlen langsam wieder an, die etwas gebeutelte Branche dürfte das Tal der Tränen hinter sich gelassen haben. Wenn es in Wolfsburg, München und Stuttgart wieder richtig brummt, dann können wir alle uns darüber freuen.

Ein Land verkauft

Wirtschaftlich steht Deutschland vor einem guten Jahr, politisch sieht es hingegen etwas anders aus. Am Dienstag hat sich die Ukraine endgültig in die unmittelbare Abhängigkeit von Russland begeben. Milliardenkredite, stark reduzierte Gaspreise – Moskau hält die Regierung in der benachbarten Ukraine über Wasser und nicht etwa die EU. Deutschland wird immer wieder dafür kritisiert, dass es ökonomisch ein Riese, politisch aber ein Zwerg sei. Die neue Regierung in Berlin sollte sich das auf die Fahnen schreiben: Die Ukraine könnte im kommenden Jahr ein Testfall dafür werden, dass sich Deutschland auch politisch mehr zutraut und die Führungsrolle innerhalb der EU nicht mehr gänzlich ablehnt. Denn die Ukraine muss nicht auf ewig dem Einfluss Russlands ausgesetzt sein.

Brüsseler Kick

Ungewohnter Ärger droht unter Europas Fußballern. Zum ersten Mal schaltet sich die EU-Kommission in großem Stil im Profi-Fußball ein und warnt vor gravierenden Wettbewerbsverstößen. Recht so, denn der Spitzenfußball in Europa ist schon lange kein Spiel mehr unter Freunden. Fußball steht heute für Big Business, in dem gewaltige Milliardenbeträge hin- und hergeschoben werden. Deshalb ist es nur konsequent, wenn die EU-Kommission jetzt gezielt bei den spanischen Spitzenklubs nachsieht und Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht verfolgt. Fair Play gehört zum Fußball dazu wie die Torstange und der Anstoßkreis. Wenn die EU-Kommission für gleiche Bedingungen in ganz Fußball-Europa sorgen will, dann nur zu.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend, bis zum nächsten Mal. Herzlichst Ihr

Stefan Menzel

Kommentare (3)

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eins_zwei_drei

17.12.2013, 19:33 Uhr

Endlich: eine Regierung,

oder zwei oder drei: Jedem Freund wünscht man eine Regierung, oder zwei oder drei.

Das macht alles viel einfacher und die Idioten stehen auch klar.

Wem Gott will gute Gunst erweisen, dem wünscht man eine
Wurstfabrik, oder zwei oder drei.

Account gelöscht!

17.12.2013, 20:34 Uhr

Zitat : Endlich eine Regierung

- Keiner hat gemerkt, dass wir keine hatten !

Und keiner wird merken, das wir eine haben !

Brasil

17.12.2013, 20:38 Uhr

Richtig diese ueberschrift und ergaenzt gehoert sie mit dem Untertitel: Diejenige welche ihr verdient habt!

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