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24.02.2015

19:07 Uhr

Was vom Tage bleibt

Endlich Ruhe in Athen

VonStefan Menzel

Griechenland ist gerettet, Litauen will die Wehrpflicht wieder einführen, die WM 2022 soll im Winter gespielt werden, die Maut kommt im März und die Opec leidet unter den niedrigen Ölpreisen. Der Rückblick auf den Tag.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Abgehakt

So, das Thema Griechenland liegt nun erst einmal hinter uns. Die Euro-Gruppe sichert Athen für weitere vier Monate Finanzhilfen zu, in dem krisengeplagten Land sollte nun wieder Ruhe einkehren. Natürlich stellt jeder jetzt völlig zu Recht die Frage: Was ist in vier Monaten? Die Verhandlungen der vergangenen Tage haben jedoch mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass niemand Griechenland aus der Euro-Zone herausdrängen will. Alle Seiten haben die nötige Kompromissbereitschaft gezeigt. Und es gibt es keine Zweifel daran, dass das in vier Monaten anders sein wird. Die 19 Euro-Länder stehen wie ein Block zusammen. Wer auf ein schnelles Ende des Euro setzt, der kann lange warten.

Angst vorm Nachbarn

Russland ist zu einem völlig unkalkulierbaren Spieler in der europäischen Politik geworden. Präsident Putin hat kein Problem damit, Soldaten in den Krieg gegen ein Nachbarland zu schicken. Andere benachbarte Länder wie Polen und die baltischen Staaten fürchten völlig zu Recht, dass Putin es eines Tages auch einmal auf sie abgesehen haben könnte. Litauen reagiert jetzt darauf und will die Wehrpflicht wieder einführen. Niemand darf sich irgendwelchen Illusionen hingeben: Das Verhältnis zwischen dem Westen und Russland hat sich seit der Krim-Invasion vor einem Jahr dramatisch verschlechtert. Deshalb ist es sehr gut möglich, dass nicht nur Litauen die Wehrpflicht wieder einführen wird.

Die falsche Wahl

2022 könnte es eine ganz besondere Adventszeit geben. Lebkuchen, Krippen und Zimtsterne dürften in der Ecke landen, wenn der Fußball dominiert. Weil bei 50 Grad im Sommer keine Weltmeisterschaft möglich ist, will die Fifa den Titelkampf in Katar jetzt kurz vor dem Jahreswechsel austragen lassen. Es ist ein letzter Versuch, die Weltmeisterschaft am Golf doch noch irgendwie zu retten. Die Fifa will nicht eingestehen, dass die Vergabe der WM nach Katar ein völliger Fehlgriff war. Weltweit müssten jetzt alle Spielpläne der nationalen Ligen auf den absurden Termin in Katar umgestellt werden. Es gäbe allerdings eine bessere Lösung: Katar doch noch absagen und ein geeignetes Land für die übernächste WM auswählen.

Gerecht

Jetzt soll es im März soweit sein: Verkehrsminister Dobrindt will schon im nächsten Monat die Pkw-Maut durch den Bundestag bringen. Gut so. Jetzt ist lange genug darüber diskutiert worden. Es wird Zeit, dass die Maut endlich kommt. Andere Länder zeigen, dass eine Pkw-Maut überhaupt kein Problem sein muss. In Deutschland wird gern übertrieben und gleich so getan, als ob mit der Einführung der Maut gleich die Welt untergehen würde. Das wird sie aber nicht. Vielmehr sorgt sie für mehr Gerechtigkeit auf den Straßen: Weil ausländische Autofahrer dann auch endlich mit für den Unterhalt von Deutschlands großem Autobahnnetz aufkommen müssen.

Kartell wankt

In der Opec hat das große Zittern begonnen. Die Rohölpreise haben wider Erwarten nicht wieder angezogen und verharren immer noch im Keller. Der führende Opec-Riese Saudi-Arabien mag dieses Tief vielleicht noch länger durchhalten können. In finanzschwächeren Opec-Staaten wie Venezuela, Nigeria oder dem Iran sieht das jedoch schon ganz anders aus. Diese Länder drängen darauf, dass die Opec ihre Fördermengen möglichst schnell reduziert und damit die Preise wieder nach oben treibt. Die Opec steht jedenfalls vor aufregenden Zeiten. Das alte Kartell hat seine Macht verloren. Falls sich die Gegensätze zwischen den Saudis und den anderen Mitgliedsstaaten noch weiter verschärfen sollten, dann droht der Opec auf absehbare Zeit sogar das Ende.

Einen erholsamen Feierabend wünscht Ihnen ganz herzlich   

Stefan Menzel

Kommentare (4)

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Herr Horst Hamacher

24.02.2015, 19:15 Uhr

Griechenland ist gerettet

Herr Horst Hamacher

24.02.2015, 19:16 Uhr

Griechenland ist gerettet? Darf ich mal Fragen, Herr Menzel, was Sie geraucht haben?!

Herr Jürgen Bertram

24.02.2015, 19:23 Uhr

"Wer auf ein schnelles Ende des Euro setzt, der kann lange warten."

Das ist ja das Traurige!!!
Der EURO, in der jetzigen Form, wird nicht funktionieren.
Da unsere "Eliten" (in Politik und Meinungsmache) nicht bereit sind die Mängel erkennen und zu beseitigen wird er früher oder später untergehen.
Von daher wäre mir "früher" lieber - das hinauszögern vergrößert nur den Schaden.

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