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09.01.2015

19:51 Uhr

Was vom Tage bleibt

Endlich zu Ende

VonStefan Menzel

Frankreich hofft auf ein friedliches Wochenende, Griechenland braucht Geld. Volkswagen schafft die zehn Millionen, Taxifahren ist teurer geworden und der Dax fällt schon wieder. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Aufatmen, ein bisschen

Natürlich überwiegt an diesem Tag in Frankreich und im Rest Europas die Erleichterung, dass die Jagd nach den Terroristen zu Ende gegangen ist. Es ist aber zugleich wieder ein Tag der großen Trauer, weil erneut Menschen gestorben sind. Uns allen bleibt nur die Hoffnung, dass die Menschen in Paris schnell wieder ein normales Leben leben können. Es ist eine grausame und schreckliche Woche gewesen. In Westeuropa hat das friedliche Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen bislang fast immer vorbildlich funktioniert. Das muss es auch weiterhin.

Bleiben oder gehen

Manchmal ist die Wahrheit nicht immer ganz leicht zu ertragen. Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), scheut sich zum Glück nicht davor, offen und ehrlich über Griechenland zu sprechen. Die Botschaft des Wissenschaftlers ist ziemlich klar. Griechenland müssen noch einmal Schulden erlassen werden, um einen Kollaps zu vermeiden. Für diesen nächsten griechischen Schuldenerlass werden die anderen Länder aus der Euro-Zone einstehen müssen und damit auch Deutschland. Wer das nicht will, dem bleibt nur noch eine Alternative: Dann muss Griechenland die Euro-Zone verlassen.

Über die Hürde

Volkswagen hat es tatsächlich geschafft. Im vergangenen Jahr ist es dem Wolfsburger Konzern gelungen, mehr als zehn Millionen Automobile zu produzieren. Damit hat sich VW nun endgültig im Triumvirat der größten Autohersteller mit General Motors und Toyota etabliert. Volkswagen muss zwar den einen oder anderen Rückschlag wie in den USA oder mit seiner Lkw-Sparte hinnehmen, grundsätzlich sind die Wolfsburger aber auf dem richtigen Weg. Aus der deutschen Provinz hinaus in die Welt, Volkswagen hat es tatsächlich geschafft.

Teurer, aber zu Recht

Jammern hilft nicht, das Fahren mit dem Taxi ist in Deutschland zum Jahreswechsel tatsächlich deutlich teurer geworden. Verantwortlich dafür ist die Einführung des Mindestlohns, der jetzt natürlich auch für das Taxi-Gewerbe gilt. Niemand will einen Hungerlohn verdienen und jeder möchte von seiner Arbeit leben können. Warum also nicht auch die Taxifahrer? Dann darf das Taxi eben auch etwas mehr kosten.

Auf und ab

Es ist ein Jojo sondergleichen. Am Donnerstag legte der Dax zusammen mit anderen Börsen kräftig zu, mehr als 300 Punkte waren es am Ende. Heute am Freitag passiert nun das genaue Gegenteil und Deutschlands wichtigster Aktienindex verliert fast 200 Punkte. Entscheidende Nachrichten aus der Wirtschaft und von Unternehmen hat es aber am Freitag nicht gegeben. Dieses Beispiel zeigt nur mit allem Nachdruck, dass die Finanzmärkte inzwischen ihr Eigenleben pflegen. Mit dem realen Leben draußen in der Welt hat das überhaupt nichts mehr zu tun.

Nach den zurückliegenden Tagen kann es kein gewöhnliches Wochenende geben. Uns allen trotzdem etwas Erholung und Zeit zur Besinnung. Es grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

09.01.2015, 20:59 Uhr

Endlich. Gott sei Dank.
Die Ursachen des Problems bleiben aber bestehen.
Es hilft alles nichts: Politisch ist das Problem nicht zu lösen. Das kann nur die Zivilgesellschaft – sprich: JEDER Einzelne höchstselbst.
Von denen, die schon im Alltag genug eigene - und in aller Regel positive - Erfahrungen mit Zuwanderern jeder Art haben, rede ich jetzt nicht.
Es bleiben aber sehr viele Bürger übrig, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht die Gelegenheit hatten, diese Erfahrungen selbst zu machen und deshalb, und das ist dann eigentlich völlig normal, unsicher sind, wie sie mit ihnen fremdartig erscheinenden Menschen umgehen sollen. Sie sind aufgrund der wenigen (wenn überhaupt!) eigenen Erfahrungen zwangsläufig anfällig dafür, dem Tenor der öffentlichen Diskussionen zu folgen. Das Problem dabei: Es gibt das im englischen Sprachraum das Sprichwort „No news are good news“ (keine Nachrichten sind gute Nachrichten). Das heißt, dass es von überall, wo es einigermaßen gut läuft – was in aller Regel der Fall ist!!! - „nichts zu melden“ gibt. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass es immer nur die negativen Nachrichten in die aktuelle Diskussion schaffen.
Das dürfte Erklärung dafür sein, dass es die fremdenfeindliche Auswüchse meist ausgerechnet dort gibt, wo es den Menschen einerseits nicht besonders gut geht und sie andererseits kaum Gelegenheit zu echtem - nicht nur um Erfahrung, sondern auch menschlich bereichernden -Austausch mit (bislang) fremden Menschen haben.
Die Ironie an dem Ganzen ist, dass diese „fremden“ Menschen sehr häufig noch weit größere Probleme haben als diejenigen, die ihnen (aus o.g. Gründen) mit Vorurteilen begegnen – sonst wären sie nämlich nicht hier, sondern in ihrer Heimat.
Man kann sich gegenseitig das Leben schwer machen, um in den fragwürdigen Genuss des Gefühls zu kommen: „Denen hab‘ ich’s jetzt aber gegeben“.
Sich am Riemen zu reißen und sich ganz bewusst vorzunehmen, klar und ehrlich(!!!) MIT ihnen statt über sie zu reden, ist dagegen natürli

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