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30.03.2012

18:10 Uhr

Was vom Tage bleibt

Er wächst und wächst und wächst

VonOliver Stock

Der Rettungsschirm wird wieder einmal größer. Bosch steht vor einem Führungswechsel und die Griechen haben etwas gegen Lidl. Der Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Kritik mit vollem Mund

Des einen Freud, des anderen Leid: Der Euro hat heute Kurs auf ein Ein-Monats-Hoch gegenüber dem Dollar genommen und auch der Dax jubelt vor sich hin. Zu tun hat das mit dem Treffen Finanzminister der Eurozone, die 500 Milliarden Euro für die Rettung der Gemeinschaftswährung bereitgestellt haben. Einschließlich der bereits vergebenen Hilfskredite kommen jetzt etwa 800 Milliarden Euro zusammen. So viel zur Freude. Das Leid liegt bei den Deutschen, die glauben, sie erleiden nun mehr Nachteile als Vorteile. Dazu gehört offenbar die SPD. Sie hat der Bundesregierung eine bewusste Täuschung der Bürger vorgeworfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hätten von Anfang an gewusst, dass die Ausweitung kommen werde, erklärte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß. „Die eigenen Leute in CDU, CSU und FDP und vor allem die deutsche Bevölkerung wurden gezielt für dumm verkauft.“ Wer weiß, dass die SPD noch nie durch ihre besonders kritische Haltung zum Euro-Rettungsschirm aufgefallen ist, für den klingt die Kritik so, als würde sich jemand beim Dinner mit vollem Mund über die Reihenfolge der Vorspeisen aufregen.

Fortschritt mit Tradition

Führungswechsel sind im Machtzentrum von Deutschlands größten nicht börsennotierten Unternehmen eine seltene Sache. Deswegen gilt dem Drei-Zeiler, der heute aus der Bosch-Zentrale verschickt wurde, besondere Aufmerksamkeit: Volkmar Denner wird neuer Chef des 300.000 Mitarbeiter starken Autozulieferers und Technologiekonzerns Bosch. Der 55-Jährige löst zum 1. Juli Franz Fehrenbach ab, der seit neun Jahren an der Spitze von Bosch steht und inzwischen seinen 62. Geburtstag hinter sich hat. Denner, der in der Geschäftsführung für Forschung und Entwicklung zuständig ist, wird der erst siebte Chef in der 126-Jährigen Geschichte des Unternehmens. Fehrenbach wiederum folgt auf den langjährigen Aufsichtsratschef Hermann Scholl. Der 76-Jährige verlässt das Unternehmen nach 50 Jahren und scheidet auch aus der Robert Bosch Industrietreuhand KG aus. Das Gremium ist das Machtzentrum des Konzerns, in dem alle wichtigen Entscheidungen fallen. Zwei erkenntnisse bringt der Wechsel mit sich. Erstens: Bosch setzt auf Kontinuität. Kein Generationswechsel, kein Fremdgewächs, alles greift in einander wie ein Zahnrad ins andere. Zweitens: Denner steht für das Zukunftsfeld „Internet der Dinge und Dienste“. Dahinter steckt die Idee, die Technik des Konzerns fit für eine ganz neue Welt zu machen, in der Maschinen weitgehend eigenständig mit einander kommunizieren. Es geht um das Zusammenwachsen der realen und virtuellen Welt. Das dieser Mann der Zukunft auf dem traditionellsten Weg der welt an die Spitze gelangt, zeichnet Boschs besondere Stärke aus.

Griechen mit Wut

„Frohe Ostern“ wünscht Lidl in seinen griechischen Filialen seinen Kunden und bietet deutsche Leberwurst zum Fest mit einem Preisabschlag von 34 Prozent an. Tatsächlich können die Griechen bei  Lidl manches deutlich günstig einkaufen, aber gingen die griechischen Lidl-Kunden in einen deutschen Markt des Einzelhändlers, würden sie erstaunt feststellen: Trotz des deutlich höheren Einkommensniveaus in Deutschland sind dort viele Produkte erheblich billiger als bei Lidl Hellas. Wie viel billiger, das hat Sokrates Xynidis recherchieren lassen, der griechische Vizeminister für Wirtschaft und Wettbewerb. Im Auftrag des Ministeriums verglichen Marktforscher die Preise von 70 Lidl-Eigenmarken-Produkten in Griechenland, Frankreich, Italien und Bulgarien. Das Ergebnis: 46 der 70 Produkte sind in Griechenland am teuersten. Für Xynidis ist das ein Beispiel übelster Abzocke durch die deutsche Kette. Für mich ist das eher ein Beispiel dafür, dass Kaufleute in Griechenland teure Ware als günstig feil bieten können, weil das Preisniveau um sie herum es zulässt. Ein hohes Preisniveau spricht dafür, dass viele Menschen über ihre Verhältnisse leben.

Verlag mit Vergangenheit

Karl May ist 100 Jahre tot. wenn Sie am Wochenende eines seiner Bücher aus dem Schrank nehmen, von denen sich garantiert im Haushalt irgendwo noch welche finden, dann freut sie vielleicht zu hören, dass der Karl-May-Verlag seit 99 Jahren gut von der Produktivität des alten Sachsen leben kann. Weder Harry Potter noch jener gewisse Kindle haben daran etwas wesentliches ändern können. Ein Weilchen wird das auch noch gut gehen - wenn ich mich nicht irre.

Lesereiche Wochenendtage wünscht ihnen

Oliver Stock

Kommentare (2)

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Crash

30.03.2012, 22:15 Uhr

Kreta gehört mittlerweile den Deutschen . Die griechischen

Politiker die eine Politik auf Betrug aufgebaut haben,

müssen jetzt die Zeche zahlen .

Leistung gegen Gegenleistung heißt hier die Devise .

Kreta ist so mit 17.Bundesland von Deutschland .


Dr.NorbertLeineweber

30.03.2012, 22:42 Uhr

Sie hätten Recht, wenn die EZB die Wertpapiere als Pfandbriefe statt für nix angekauft hätte. Schon scheiße wenn man im Ausland alle Grundstücke verschenkt.
Kanada wurde auch `mal verkauft, und früher mussten die Pleite-Fürsten auch ihre Ländereien hergeben. Heute ist das anders, da gibt es alles umsonst, weil es der deutsche Steuerzahler bezahlt. Die Zahlungsanweisung ohne Sicherheiten kommt von Schäuble personlich, unter zeichnet von Gabriel, Trittin und Merkel. So geht Monopoly heute ! EU-Ereigniskarte:
"Behalte alle deine Grundstücke und erhalte von den Mitspielern die Hälfte ihres Vermögens. Alle deine Schulden werden dir erlassen. Belastete Grundstück darfst du kostenfrei umdrehen."

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