Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.06.2013

18:19 Uhr

Was vom Tage bleibt

Es lebe die EUSA!

VonOliver Stock

Obama, Merkel und Co. wollen die Freihandelszone. Gilt das auch für den Datenhandel zwischen den USA und Europa? Die Türkei verunsichert uns und Nichtwählen gilt nicht. Die Kommentare zum Tag.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Acht mal Gähnen

G-8: Das steht an sich für acht Mal Gähnen, weil uns allen bewusst ist, dass so ein Gipfel schrecklich wichtig ist, wir aber höchst selten Greifbares dabei erfahren. Der heutige G-8-Gipfel in Irland macht da keine Ausnahme: Syrien, Datenklau, Türkei - all das steht offiziell gar nicht auf der Tagesordnung. Stattdessen wollen die beiden größten, halbwegs festgefügten Wirtschaftsblöcke der Erde - nämlich die EU und die USA - über eine Freihandelszone reden. Der Deal wäre bahnbrechend. Die Freihandelszone wäre mit 800 Millionen Einwohnern so groß wie keine andere auf der Welt. Zölle, unterschiedliche technische Normen, Sicherheitsstandards und Wettbewerbsvorschriften schränken den Handel ein. Damit soll Schluss sein. EUSA-weiter Handel, Datenaustausch inklusive. Juchhu!

Wandel durch Handel

Angesichts der Unruhen in der Türkei machen sich deutsche Unternehmer Sorgen. Von politischen Gräben, die keiner vorher wahrgenommen habe, ist die Rede. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft warnt: „Wenn es dauerhaft Auseinandersetzungen gibt, kann das zu Kapitalabflüssen führen.“ Liebe Wirtschaftskapitäne: Lasst die Kirche im Dorf, oder die Kriegsschiffe im Hafen. Die Türkei verändert sich, aber bislang sind wir vom Bürgerkrieg noch weit entfernt. Und selbst wenn es mit den Umwälzungen am Bosporus schneller geht als gedacht: Der Handel fördert den Wandel. Und den Wandel wollen wir. Also handelt.

Wider die Nichtwähler

Das Phänomen der Stimmverweigerer beunruhigt seit langem die Parteien. Die Gruppe wächst. Von „einem kontinuierlichen Vertrauensschwund“ der beiden großen Parteien spricht eine aktuelle Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Ich meine: Nicht zur Wahl zu gehen ist so ziemlich das Dümmste, was jeder von uns tun kann. Wenn mir keine Partei passt, dann suche ich lieber die, bei der mir am wenigsten nicht passt, als dass ich zu Hause bleibe, weil es regnet, die Sonne scheint, das Essen anbrennt oder Oma anruft. Mit den Parteien ist es wie mit meinem Tag: Drei Viertel machen Spaß, der Rest ist manchmal zum Haare raufen. Die Quote schwankt. Aber deswegen bleibe ich ja auch nicht morgens im Bett.

Nachahmer unerwünscht

Wir hier beim Handelsblatt schauen mit aufrichtiger Bewunderung auf den „Guardian“, der uns seit Wochen mit einem Trommelfeuer exklusiver Nachrichten zur Lausch- und Spähaktion der US-Sicherheitsbehörden versorgt. Das sind Scoops, die jeder Journalist gerne liefert. Hut ab! Aber wussten Sie, dass die ehrwürdige Zeitung seit Jahren Fieber hat? „Wir werden im kommenden Jahr weiter signifikante Verluste schreiben und Finanzmittel verbrauchen, während wir in künftiges Wachstum und Nachhaltigkeit investieren“, heißt es im Jahresbericht 2012. Der "Guardian" ist das herausragende Modell für eine Gratis-Strategie im angelsächsischen Raum. Er bedient den riesigen englischsprachigen Markt mit außerordentlichen Geschichten. Aber es funktioniert bislang nicht. Wir warnen vorm Nachahmen.

Einen originellen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Brasil

17.06.2013, 20:46 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

klartext

17.06.2013, 21:42 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

17.06.2013, 23:01 Uhr

Diese Freihandelszone bringt für Deutschland nichts Gutes.

Die traditionelle Konsens-Kultur hier im Lande hat viel Angenehmes für uns gebracht, bspw. bzgl. Datenschutz, Rechtsstaatlichkeit, Verbraucherschutz, Sozialgesetzgebung, Arbeitsrecht etc.

Bei den Amis gilt das rücksichtslose und egoistische urkapitalistische Prinzip von "Der Stärkere hat Recht" - und diese Rolle werden sie in dieser 'Partnerschaft' auch einnehmen.

Viele deutsche Errungenschaften - die international als Vorbild taugen würden - dürften dabei geopfert werden.

Mit welchem Sinn?

Paar Milliarden mehr Ertrag für die Konzernbesitzer, von denen die allerwenigsten Kleinaktionäre sind?

Gewinnen wird die internationalie Großfinanz, verlieren die Menschen der Völker.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×