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07.10.2015

18:50 Uhr

Was vom Tage bleibt

Es war einmal der Garantiezins

VonOliver Stock

Die Bundesregierung will, dass wir für später vorsorgen. Den Garantiezins für Versicherungen schafft sie trotzdem ab. Merkel und Hollande werden historisch. VW wird persönlich. Alles Wichtige vom Tag lesen Sie hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser!

Garantiezins? Das war einmal.

Die Bundesregierung will den Garantiezins für die meisten Lebensversicherer abschaffen, weil die Unternehmen sowieso nicht mehr in der Lage sind, Zinsen zu garantieren. Dafür können sie angesichts einer Geldpolitik, die keine Zinsen mehr vorsieht, nichts. Wie allerdings eine Regierung die private Altersvorsorge nach vorne bringen will, und dabei gleichzeitig das Hauptverkaufsargument des wichtigsten Finanzprodukts dazu abschafft, bleibt ihr Geheimnis.

Historisch

So wird Geschichte geschrieben: Erstmals seit fast 26 Jahren sind die Staats- und Regierungschefs der beiden Schwergewichte Europas, Deutschland und Frankreich, gemeinsam im Europaparlament aufgetreten. Ihr Thema: die Flüchtlingskrise. Damals, vor mehr als einem Vierteljahrhundert, hatten Helmut Kohl und François Mitterrand nach dem Mauerfall zu den politischen Umbrüchen in Zentral- und Osteuropa geredet. Mauerfall und Flüchtlinge – wenn wir unseren Spitzenpolitikern glauben, stecken wir mal wieder mitten in einem historischen Umbruch. Hätten Sie es gemerkt?

Kabinettsumbildung durch die Hintertür

Zu Hause soll es in Sachen Flüchtlinge Peter Altmaier richten. Die Kanzlerin hat ihrem Kanzleramtschef die Koordination übertragen und sie damit ihrem Innenminister Thomas de Maizière entzogen. Das Ganze ist eine Kabinettsumbildung durch die Hintertür und zeigt, wie sehr die Lage die Regierung beunruhigt und wie bemüht sie ist, die Unruhe niemanden spüren zu lassen.

Pötschs persönliches Anliegen

„Es ist mir ein persönliches Anliegen, alles zu tun, damit die Vorgänge restlos aufgeklärt werden.“ So klingt Hans Dieter Pötsch, der seit heute bestellte Aufsichtsratschef beim Dieselgate geschüttelten VW-Konzern. Es wird spannend, ob das persönliche Anliegen des selbsternannten Aufklärers so weit geht, dass er sich selbst erklären muss.

Erst Opfer, dann gekündigt

Sein Bild ging um die Welt: Anfang dieser Woche musste Xavier Broseta als Personalvorstand von Air France den Kopf dafür hinhalten, dass 2900 Kollegen gehen sollen. Demonstranten griffen ihn an, jagten ihn über das Gelände des Air France-Sitzes in Roissy und rissen ihm Jacke und Hemd vom Leib. Nun verliert das Opfer selber seinen Job: Im Januar soll er durch einen Vertrauensmann des Premierministers Manuel Valls ersetzt werden. Wenn die Zeit abgelaufen ist, nützt eben auch Körpereinsatz nichts mehr.

Einen tapferen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (4)

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Sergio Puntila

07.10.2015, 19:06 Uhr

Des Kaisers neue Kleider auch noch öffentlich vorführen: absolut no go.

Account gelöscht!

07.10.2015, 19:18 Uhr

Natürlich können die Lebensversicherer keinen Garantiezins zahlen wenn es keine (kaum eine) Verzinsung am Kapitalmarkt gibt. Da eine Inflation sehr wohl vorhanden ist, diese aber von den offiziellen Stellen schön gerechnet wird verliert der Bürger Geld. Ausser den Beamten, deren Gehalt ja im "Ruhestand" weiter läuft haben alle im Alter weniger.
Die Politik des Geld druckens kann nur mit ASOZIAL bezeichnet werden.

Herr Grutte Pier

07.10.2015, 19:37 Uhr

"private Altersvorsorge nach vorn bringen......"

Wer in diesem Land "vorsorgt" spart für alles, aber nicht für sich selbst.

Es wird so kommen, dass man dann, wenn es "soweit ist", gesagt bekommt: "du hast ja dein "eigenes Geld" - da brauchst du nicht so viel Rente vom Staat".
Zur Zeit kommen ja zudem viele "Neubürger", die von den "Altbürgern" versorgt werden müssen.

Wir (meine Frau und ich) sind "Normalverdiener" und haben vier Kinder. Unsere älteste Tochter hat nun (nach Lehre) mit dem Studium begonnen und einen BAFÖG-Antrag gestellt. Sie erhält keine Förderung, weil wir "zu reich" sind.
Nur beim Steuern zahlen ist man immer "vorne mit dabei".......

Da gebe ich keinen Cent mehr auf "Versprechen" wie Riester-Rente und Konsorten vom Staat.
Eigenverantwortlich vorsorgen und selbst die Karten in der Hand halten, muss die Devise sein.

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