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05.08.2013

18:53 Uhr

Was vom Tage bleibt

Fragezeichen aus Kassel

VonStefan Menzel

K+S hinterlässt viele offene Fragen, Solarworld könnte es noch schaffen. Die Grünen verbreiten pure Verärgerung und Chinas Börsen geht die Puste aus. Air Berlin sorgt einfach nur für Kopfschütteln. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die rätselhafte Story von K+S

Langsam wird es ungemütlich in Kassel: Schon in der vergangenen Woche hat der K+S-Konzern an die 30 Prozent seines Börsenwertes verloren, am Montag ist gleich noch einmal ein Minus von gut sieben Prozent dazugekommen. Was ist da bloß los in der Kali-Branche? Was passiert da gerade mit einem Unternehmen, das in der Vergangenheit immer als extrem solide dastand und als verlässlich galt? Schon entsteht der Eindruck, als ob die K+S-Aktie zu einem Zockerpapier verkommt. Für das Unternehmen kann es eigentlich nur noch eine Devise geben: So viel Information nach draußen wie möglich. Sonst wird die Unsicherheit noch größer.

Hürdenläufer Asbeck

Der Bonner Sonnenkönig Asbeck hat tatsächlich die Hürde genommen: Eine erste Gruppe von Anleihegläubigern des angeschlagenen Solarworld-Konzerns hat einem Schuldenschnitt zugestimmt. Die Insolvenz ist damit zwar noch nicht abgewendet, aber doch immerhin zu einem wesentlichen Grad unwahrscheinlicher geworden. Solarworld-Gründer Frank Asbeck, meist vollmundig und großen Worten unterwegs, sollte das aber besser nicht als persönlichen Erfolg verkaufen. Die Anleihegläubiger haben nur zwischen zwei Übeln gewählt: Bei einem Schuldenschnitt verlieren sie etwas weniger als bei einer Insolvenz.

Altes Denken bei den Grünen?

Lange Jahre haben die Grünen für ihre politische Anerkennung gekämpft. In ihrer Gründerzeit wollte sie niemand so richtig ernst nehmen – mit ihrem Einsatz gegen Atomkraftwerke und für mehr Umweltschutz. Diese Zeiten sind lange vorüber, die Grünen sind heute eine anerkannte politische Kraft in Deutschland. Manchmal aber flackern leider noch verrückte Ideen aus der Gründerzeit auf. Wie am Montag. Warum, bitte schön, soll man den Kantinen Vorschriften für ihren Menüplan machen und einen vegetarischen Tag in der Woche vorschreiben? Das ist die alte grüne Regelungswut aus lange zurückliegenden Zeiten. Ganz tief in die Schublade damit, aber ganz tief.

Miese Börsen in China

Brasilien, Russland, Indien, China – das sind allesamt ökonomische Hoffnungsträger. Besser gesagt, es waren welche. Heutzutage ist jedenfalls deutlich mehr Realismus angebracht und kein blinder Optimismus mehr. Auch die gefeierten Schwellenländer mussten irgendwann an ihre Grenzen stoßen. Das bekommen nicht nur die Unternehmen zu spüren, die in diesen Ländern unterwegs sind. Auch für einfache Anleger herrschten viele Jahre paradiesische Zustände auf den Börsen in Moskau oder Schanghai. Jetzt heißt es für Anleger aber „aufgepasst“: Der chinesische Aktienmarkt hat in den vergangenen vier Jahren im weltweiten Vergleich die größten Verluste eingefahren. Für den kleinen Privatanleger dürfte es jetzt nur eine Schlussfolgerung geben: Finger weg!

Peinlich, peinlich Air Berlin

Airlines müssen sparen, das wissen wir schon ziemlich lange. Deshalb sind Lufthansa, Air Berlin & Co. auf die Idee gekommen, uns, den Passagieren, immer mehr Lasten aufzubürden. Check-In-Schalter mit eigenem Personal gibt es immer weniger, statt dessen sollen wir schon vorab zu Hause über den Computer einchecken. Zu einem gewissen Grad haben wir uns daran gewöhnt, Fliegen ist heutzutage mit mehr persönlichem Einsatz verbunden. Aber wollen wir uns auch an die neueste Sparidee von Air Berlin gewöhnen? Ich denke nicht. Denn Kundenanfragen nicht mehr zu beantworten, damit wird im Dienstleistungssektor einfach nur wieder die Steinzeit ausgerufen. Echt peinlich.

Einen angenehmen Tagesausklang wünscht

Stefan Menzel

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