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16.09.2014

18:51 Uhr

Was vom Tage bleibt

Freie Fahrt für freie Bürger

VonStefan Menzel

Der Taxidienst Uber darf wieder fahren, die Unternehmen streiten über Russland-Sanktionen. Conchita Wurst tritt vor dem EU-Parlament auf, Kitas sind wenig flexibel und die Champions League beginnt. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Ein Anfang

Deutschlands Gerichte haben endlich ein Nachsehen. Nach dem Frankfurter Richterspruch vom Dienstag darf der amerikanische Taxi-Dienst Uber zunächst einmal weitermachen. Die Betonung liegt dabei auf zunächst, die endgültige Entscheidung wird später fallen. Aber es könnte ein Einstieg dafür sein, dass im Taxi-Gewerbe hierzulande endlich etwas passiert. Rechtsprechung und Gesetze blockieren echten Wettbewerb, der Verbraucher bezahlt zu hohe Preise für unnötig schlechten Service. Es wird Zeit, dass sich etwas ändert. Die Frankfurter Richter haben ein Signal gesetzt.

Unverzichtbar

In deutschen Unternehmen wird gestritten: Sind die Sanktionen gegen Russland nun richtig oder falsch? Die zurückliegenden Wochen dürften jedem klargemacht haben, dass Russland seinem kleineren Nachbarn Ukraine keine Eigenständigkeit zubilligen will. Und wer nicht hört, dem werden russische Soldaten vor die Haustür geschickt. Das ist alte Kolonialpolitik ersten Ranges, die nur mit Sanktionen beantwortet werden kann. Auch wenn es der Wirtschaft hierzulande weh tun könnte.

Ohne Liberalität

Es schon erstaunlich genug, dass es in Brüssel überhaupt ein Thema geworden ist. Warum sollte die österreichische Dragqueen Conchita Wurst nicht vor dem EU-Parlament auftreten dürfen? Sind Transsexuelle in Europa etwa mit einem Auftritts- und Berufsverbot belegt? Die Grünen-Fraktion in Brüssel darf selbstverständlich jeden Künstler nach eigenem Gusto einladen. Wer sich darüber aufregt und beschwert, für den ist Freiheit ein Fremdwort.

Kaum flexibel

Deutschland versteht sich als weltoffenes und freizügiges Land. Trotzdem gibt es gewaltigen Nachholbedarf. Etwa in der Kinderbetreuung. In der Wirtschaft ist immer wieder von der Flexibilisierung die Rede: Arbeitszeiten können nach Belieben nach unten oder oben schwanken. Mehrwöchige Pausen sind genauso möglich wie kurzfristige Einsätze am Wochenende. In den Kindergärten und –tagesstätten scheint davon noch nicht viel angekommen zu sein. Starre Öffnungszeiten stehen den Wünschen nach mehr Flexibilität komplett entgegen. Und machen wir uns nichts vor: Die Leidtragenden sind die Frauen.

Anstoß

Echte Fußballfans werden aufatmen: In der Champions League ist die monatelange Pause endlich vorüber. In dieser Woche wird wieder gekickt, am Dienstag und am Mittwoch sind gleich vier deutsche Mannschaften am Start. Nach dem Titelgewinn in Brasilien dürften die Erwartungen an die deutschen Kicker in Europas Topliga recht hoch sein. Aber ist das letztlich nicht egal? Von der Weltmeisterschaft kann der Fußball hierzulande noch lange zehren. Ein nicht ganz so gutes Abschneiden in der Champions League wird die Bundesliga-Vereine kaum aus der Bahn werfen können.

Wer heute Abend Fußball schaut – viel Spaß. Wer nicht: Genießen Sie den Spätsommer. Ihr     

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Herr Toni Trapper

18.09.2014, 20:00 Uhr

Wirklich belastbare Daten habe ich diesmal nicht, aber mit der Formel 'bisherige Umfragen mal Québec' komme ich auf 55-60% Unionisten.

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