Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.10.2012

18:01 Uhr

Was vom Tage bleibt

Frontaler Angriff und gefährliche Blockade

VonFlorian Kolf

Der Wahlkampf in Deutschland dürfte temperamentvoll werden, in den USA hat er bereits fatale Folgen. Und bei vielen reicht wegen der Schuldenkrise das Geld nicht mal mehr für eine Zigarette. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Start in den Wahlkampf

Wer gedacht hatte, die alten Bekannten Peer Steinbrück und Angela Merkel würden einen Kuschelwahlkampf führen, muss spätestens jetzt einsehen, dass er sich getäuscht hat. Das erste direkte Rededuell der beiden nach der Nominierung von Steinbrück zum Kanzlerkandidaten heute im Bundestag war durchaus temperamentvoll, wie der unser Handelsblatt-Liveblog gezeigt hat. Dafür sorgte hauptsächlich der SPD-Herausforderer, der Merkel frontal angriff. Merkel dagegen beschrieb eher gelassen, was sie jetzt zu tun gedenkt. Freuen wir uns auf den nächsten Akt, wenn Steinbrück auch mal inhaltliche Positionen skizziert und Merkel die Gelegenheit hat, draufzuhauen.

Gefährlicher Steuerstreit

Aber zumindest ist in Deutschland nicht zu befürchten, dass der Wahlkampfstreit direkte ökonomische Auswirkungen hat. In den USA ist das anders. Wenn dort der Steuerstreit zwischen Demokraten und Republikanern weitergeht, droht wegen automatischer staatlicher Ausgabenkürzungen spätestens Anfang nächsten Jahres der Sturz in die Rezession. Und dann wird auch die Kreditwürdigkeit des Landes leiden. "Die USA werden herabgestuft werden, es ist nur die Frage wann", warnte heute Scott Mather von der Fondsgesellschaft Pimco. Aber offenbar heißt es im Land der TV-Duelle "The show must go on" - koste es, was es wolle.

Kein Geld für Glimmstengel

Den Bürgern in Spanien, Italien oder Portugal hat die Eurokrise und damit das knappe Geld wirklich den Spaß am Leben gründlich verdorben. Nicht nur der Autoabsatz ist eingebrochen, vor kurzem erreichte uns auch die Hiobsbotschaft, dass die Kaffeekultur angesichts der klammen Kassen leidet. Und nun zeigt sich, dass es nicht mal mehr für die Zigarette danach reicht. Marlboro-Produzent Philip Morris meldet einen Absatzeinbruch um mehr als acht Prozent. Was bleibt noch? Abwarten und Tee trinken.

Digitale Experimente

Das ist eine Zeitenwende in der Medienlandschaft: Das US-Magazin Newsweek, eine der ältesten und einflussreichsten Zeitschriften der Welt, wird nach 80 Jahren seine Papierausgabe einstellen und ab 2013 nur noch in digitaler Form erscheinen. Es ist ein großes Experiment, ob die Leser dies annehmen, aber wahrscheinlich blieb dem Blatt keine andere Wahl, hat es doch seit Jahren rote Zahlen geschrieben. Doch zugleich ist es auch eine große Chance, denn die digitale Ausgabe auf dem Tablet kann dem Leser deutlichen Mehrwert bieten. Auch das Handelsblatt wird Anfang kommenden Jahres eine iPad-Ausgabe starten. Kann das für Sie eine Alternative zur Zeitung sein? Schreiben Sie mir Ihre Meinung an kolf@handelsblatt.com.

Was fehlt? Es war still geworden um den ehemaligen Fußballstar Michael Ballack, nun ist er wieder in den Schlagzeilen. Die italienische Polizei hat ihn mit 211 Stundenkilometern erwischt, wo nur 120 erlaubt waren. Vielleicht sollte Ballack ins Formel-1-Cockpit wechseln, das Michael Schumacher gerade frei gemacht hat.

Ich wünsche Ihnen einen temporeichen Feierabend

Florian Kolf

Diskutieren Sie mit dem Autor auf Facebook

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×