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23.03.2012

18:40 Uhr

Was vom Tage bleibt

Gauck gewinnt, Gottschalk verliert

VonOliver Stock

Wir können ganz beruhigt ins Wochenende gehen: Der richtige Mann ist Präsident geworden, die oberste Entwicklungsbehörde der Welt wird einen Arzt an die Spitze berufen und sogar Gottschalk darf noch bleiben.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Der richtige Präsident

Es macht Spaß, diesem Bundespräsidenten zuzuhören. Joachim Gauck hat heute seine Antrittsrede gehalten. Sein Thema ist die Freiheit. Aber nicht die Freiheit von etwas, sondern im Kant'schen Sinne, die Freiheit für etwas. Seine Worte sind die Aufforderung etwas anzupacken, mitzumachen, sich einzumischen. Er lebt vor, wie das geht. Er ist ein Liberaler, der die Menschen ermutigt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. In einer Zeit, in der der Liberalismus nicht allzu viele wirkungsvolle Vertreter hat, tut das gut. Gauck redet offen und klar, nur dann, sagt er, „kann Vertrauen wieder wachsen.“ Gaucks Vorgänger Wulff, der unter den Zuhörern saß, müssen die Ohren geklungen haben. Denn genau wegen der mangelnden Klarheit seiner Haltung hat er letztlich das Vertrauen der Bürger verloren.

Der Weltfinanzdoktor kommt

Die Weltbank soll auch künftig von einem Amerikaner gelenkt werden: US-Präsident Barack Obama schickt mit Jim Yong Kim den Chef der Elite-Universität Dartmouth ins Rennen um den prestigeprächtigen Posten. Er soll die Nachfolge von Robert Zoellick antreten. Kim ist Mediziner. Und das Finanzsystem ist krank. Es steht unter Drogen, konsumiert zu viel Geld. Kims Kunst allein wird nicht ausreichen, es zu heilen.

Die Konkurrenz schläft nie

Karl-Georg Altenburg kann sich die Hände reiben. Der Chef von JP Morgan in Frankfurt führt nicht nur die größte ausländische Investmentbank in Deutschland. Im ersten Quartal konnte er sich bei den Gebühreneinnahmen im Investment-Banking vor den heimischen Erzrivalen Deutsche Bank auf Platz eins schieben. Normalerweise ist der Spitzenplatz für das deutsche Geldhaus reserviert. In der New Yorker Konzernzentrale kommt die Botschaft von Altenburg gut an. Für die US-Amerikaner bleibt die stärkste Volkswirtschaft Europas ein Kernmarkt. Und für die Deutsche Bank ist das Signal unmissverständlich: Jede Minute, die sie sich mit sich selbst beschäftigt, ist eine Einladung an die Konkurrenz, sich auszubreiten.

Ach, Gottschalk!

Wie war das schön im vergangenen Jahr: Zuverlässig durften wir uns am Wochenende auf „Wetten dass..?“ freuen, die ganze Familie parkte sich vor dem Fernsehgerät, um einen gut gelaunten Thomas Gottschalk zu erleben. Die Welt war in Ordnung und das ZDF, sein Spitzenentertainer und seine Zuschauer wurden in schönstem Frieden miteinander älter. Doch die frohen Jahrzehnte sind vorüber. Gottschalk wollte gehen, aber nicht so ganz. Er sicherte sich eine täglich Show im Vorabendprogramm, wo an sich nur die zuschauen, die wirklich nichts besseres mit sich anzufangen wissen. Seither erleben wir seinen Absturz, ohne einmal zugeschaut zu haben. Kein Mensch redet über die Sendung, dafür jeder über die miese Quote, die sie erzielt. Ungerecht? Ja, ein bisschen. Aber das Scheitern von Menschen, die eben noch ein Star waren, ist eben immer ein Spektakel, das sich die Welt ungern entgehen lässt. Besonders die Vorabendwelt.

Einen schönen Hauptabend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (3)

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nonprofit

23.03.2012, 21:35 Uhr

Na ja, wenn man unrasiert - wie ein Penner aussehend - den Stefan Raab des Ersten gibt, wundert mich nichts.

Weg mit dem Schrott..

Account gelöscht!

24.03.2012, 01:12 Uhr

Ist denn Jim Yong Kim auch Irrenarzt? Dann würde es ja passen!

Account gelöscht!

24.03.2012, 12:25 Uhr

Wer ist Gottschalk?

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