Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.11.2014

18:22 Uhr

Was vom Tage bleibt

Gehe ins Gefängnis, begib Dich direkt dorthin

VonOliver Stock

Thomas Middelhoff ist nicht allein schuldig. Die IS setzt auf Blut, Tränen – und Gold. Ursula von der Leyen schießt in ihrem Ressort scharf. Russland ertrinkt im Öl. Hier die Themen, die Sie sich heute merken sollten.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Middelhoffs Fall

Aus dem Gerichtssaal ins Gefängnis – damit hatte „Big T“ nicht gerechnet, als er heute Morgen den Gerichtssaal in Essen betrat. Und nun? Manch einer applaudiert sich die tiefe Abneigung gegenüber einer Managerkaste von der Seele, die demnach jeden Bezug zur Wirklichkeit verloren hat. Ich frage mich, warum erst ein Insolvenzverwalter die Trümmer, die Thomas Middelhoff bei Arcandor hinterließ, zählen musste und warum dann ein Richter sie sich noch einmal vorführen ließ, um zu seinem Urteil zu kommen. Middelhoff konnte machen, was er will. Jene Aufseher, die nicht da waren, als sie gebraucht wurden, hätten heute in Essen mit auf der Anklagebank sitzen müssen.

Die IS-Münze

Sie schmuggeln Erdöl, erpressen Lösegelder, erheben Steuern von Christen: Warum sollen wir da nicht gleich eine eigene Währung einführen, denken sich die Anführer der Terrorgruppe „Islamischer Staat“. Und siehe: Im Norden Iraks und in Syrien soll zukünftig mit Gold-, Silber- und Kupfermünzen bezahlt werden. Das erklärte Ziel des IS ist es, sich von dem „tyrannischen Finanzsystem“ zu befreien, das der Westen den Muslimen aufoktroyiere. Der Schritt sei „Gott gewidmet“, teilten die Islamisten mit. Das wollen die Terroristen mit eigenen Münzen erreichen – und der Einführung des Goldstandards. All die Euro- und Dollarkritiker, die jetzt beinahe ganz heimlich genickt hätten, sollten sich fragen, ob ein Goldstandard auf geklautem Gold funktionieren kann.

Abgeschossen

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen trennt sich von ihrem Abteilungsleiter Haushalt, Paul Jansen. Jansen bekommt die Ungnade vermutlich deswegen zu spüren, weil er in den vergangenen Jahren dafür zuständig war, dass Geld für Rüstungsprojekte in Milliardenhöhe nicht ausgegeben wurde. Er ist der erste, der seinen Posten räumen muss, weil er zu sparsam war.

Die Ölflut

Russlands Präsident Putin stellt sich auf einen katastrophalen Preisverfall bei Öl ein. Das einzige was Russland hat, sind Rohstoffe. Wenn deren Preis fällt, fällt Russland mit. Wenn die USA und Arabien jetzt die Welt mit ihrem Öl fluten, dann ist das ihre Methode, eine Auseinandersetzung mit Russland für sich zu entscheiden.

Tanken Sie auf am Wochenende. Macht wieder Spaß! Ihr

Oliver Stock

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Teito Klein

14.11.2014, 19:18 Uhr

Die Causa Middelhoff
---------
Geh in das Gefängnis, begib Dich direkt dahin, gehe nicht über Los und ziehe keine zwei Millionen Euro Boni ein.

Jetzt wurde er zu 3 Jahren verurteilt.
Somit gibt es auch keine Bewährung. Er fährt ein.
Als Raffzahn flog er mit dem Hubschrauber von seinem Wohnsitz ins Büro, da es auf der Autobahn ja zu einem Stau kommen könnte.
Auch ließ er sich private Flugreisen von seinem Arbeitgeber bezahlen.
Auch flog er per Privatjet zu seinem zweiten Wohnsitz nach Saint-Tropez. Die Kosten trug - natürlich - sein Arbeitgeber.

Frau Ute Umlauf

14.11.2014, 19:41 Uhr

Der Pfau hat alle Federn gelassen. Das ist gut so. Jetzt kann er täglich Knackis angrinsen ... der Pfau!

Herr C. Falk

14.11.2014, 20:44 Uhr

Jeder richtige Mann saß einmal für ein paar Jahre im Gefängnis. Casanova saß unter den Bleidächern in Venedig, an ihn soll er denken, wenn Middelhoff einfährt.

Casanova hat sich durchh´s Bleidach hindurch gearbeitet
und konnte entwischen. Vielleicht schafft das unser Mann auch. lol

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×