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16.10.2012

18:51 Uhr

Was vom Tage bleibt

Geld gegen Einfluss

VonOliver Stock

Merkel und Schäuble basteln an Europas Zukunft mit Griechenland. Schavan kämpft nicht um ihre Ehre. In Kuba bröckelt eine Mauer und in Stuttgart blamiert sich die FDP. Der Kommentar zum Tag.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Der nächste Kraftakt

Das haben die beiden fein eingefädelt: Angela Merkel und Wolfgang Schäuble geben Griechenland mehr Zeit und damit auch mehr Geld. Im Gegenzug verlangen sie eine engere Union, in der alle gezwungen sind, sich an die Regeln zu halten. Geld gegen Einfluss heißt das Motto. Das Dumme daran: Deutschland muss bei diesem Plan in Vorleistung gehen. Griechenland braucht seinen Zahlungsaufschub jetzt. Die europäischen Verträge zu ändern und durch die nationalen Parlamente zu bringen, dauert dagegen Jahre. Also kein guter Plan? Doch. Allerdings einer, der einen politischen Kraftakt bedeutet, weil die Gewinner lange nach Verlierern aussehen werden.

Neues über die Doktorwürde

Doktortitel sind kein Karriereturbo. Sie sind auch keine Garantie für ein besseres Gehalt. Diese Studie von Kienbaum, die wir heute ausgewertet haben, ist wie so viele Studien von nicht sonderlich hohem Erkenntniswert. Denn was über den großen Leisten geschlagen stimmt, ist im Einzelfall genau falsch. Für eine Bildungsministerin ist eben ein Doktortitel wertvoll, wertvoller jedenfalls als zum Beispiel für einen Telekom-Chef. Und wer Minister ist, kann auch nicht auf Verjährung hoffen. Entlasten können Annette Schavan nur die Kollegen aus der Wissenschaft. Wenn sie den Eigenanteil ihrer Arbeit höher schätzen als den kopierten, ist die Minsietrin aus dem Schneider. Doch danach sieht es im Moment nicht aus.

Kuba libre

In Kuba fällt die Mauer. Präsident Raúl Castro hat ein Gesetz geändert, dass Kubanern nun erlaubt, die Insel des Sozialismus ohne Genehmigung der Regierung zu verlassen. Er sperrt seine Untertanen also nicht länger ein. Das ist ein Fortschritt ohne Zweifel. Allerdings hat der Bruder des greisen Comandante für diesen Federstrich ganze sechs Jahre benötigt. Solange regiert er nämlich schon. Ein krachender Mauerfall hört sich anders an.

Von stinkenden Männern

Ein gewisser Michael Marquardt bezeichnet Demonstranten, die eine Kundgebung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Stuttgarter Marktplatz mit Zwischenrufen gestört haben als „alte gefrustete Weiber mit ungepflegten Haaren“ und „nach altem Schweiß stinkende, rumbrüllende Männer“. Nun ist Marquardt der stellvertretende FDP-Chef in Stuttgart, wo am Sonntag der Oberbürgermeister in einer Stichwahl gewählt wird. Der parteilose Kandidat Sebastian Turner, den die FDP unterstützt, kann nichts für seinen Gefolgsmann. Ihm dürfte aber spätestens heute klar geworden sein, warum die Liberalen keinen Kandidaten für das Amt in ihren Reihen gefunden haben.

High Noon

Amerika hat Hollywood und den Präsidentenwahlkampf. Und wenn die Filmstudios mal gerade keinen passenden Stoff haben, dann liefern eben die anderen. Zwei Wochen ist es her, da galt der Republikaner Mitt Romney noch als sicherer Verlierer der US-Präsidentschaftswahl. Zu hölzern, zu ahnungslos, zu chancenlos. Dann ging er gutgelaunt in ein TV-Duell, wo er einen miesepetrigen Barack Obama traf und seither sind seine Chancen auf den Posten rapide gestiegen. Heute Nacht duellieren sich die zwei nun wieder und es ist wie in Hollywood: High Noon. Schauen Sie gerne bei uns vorbei. Wir halten Sie in der Nacht auf dem Laufenden, unter anderem per Live-Infos meiner twitternden Kollegin Astrid Dörner.

Eine aufregende Nacht wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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KKeilmann

16.10.2012, 19:28 Uhr

der kapitalistenknechtund miterfinder der INSM turner hat die unterstützer,die so ein volks verar...er verdient.

gott sei dank können die schwaben hochdeutsch denken

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