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29.04.2015

19:17 Uhr

Was vom Tage bleibt

Gibt es eine Anleihe-Verschwörung?

VonOliver Stock

Die Bundesanleihe ist eingebrochen. Wieso? Tengelmann will doch noch mit Edeka fusionieren. Wie das? Bielefeld will gewinnen. Geht das? Was heute wichtig ist, lesen Sie hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die Anleihe-Verschwörung

Kennen Sie Jeffrey Gundlach? Er ist Chef der Anlagefirma Doubleline Capital. In den USA ist er ein bunter Hund, beinahe so berühmt wie der einstige Starinvestor Bill Gross. Sie sollten sich den Namen Gundlach merken. Er hat eine Wette gegen deutsche Bundesanleihen laufen. Wenn ihre Kurse fallen, macht er satten Gewinn. Ganz ohne Wirkung bleibt Gundlachs Wette und vor allem seine Werbung für diese Meinung nicht: Die zehnjährige Bundesanleihe brach heute so sehr ein wie schon lange nicht mehr. Im Gegenzug stiegen die Zinsen für die Anleihe. Dazu rumste es auch noch beim Börsenbarometer Dax, der damit der alten Weisheit „Sell in May and go away“ zwei Tage zuvorkam. War es Gundlach? Vielleicht. Es war auf jeden Fall kein guter Tag für unser Geld.

Auf den Minister kommt es an

Die Supermarktketten Tengelmann und Edeka wollen das Veto des Bundeskartellamts gegen ihre Fusionspläne nicht hinnehmen. Sie haben bei Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Sondererlaubnis beantragt – wegen der „gesamtwirtschaftlichen Vorteile“, wie Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub erklärt. Nur durch die Fusion könnten die Arbeitsplätze bei Tengelmann gesichert werden. Der Minister kann jetzt wählen: Entweder er enttäuscht Haub oder Andreas Mundt. Der ist Chef des Kartellamtes und verhinderte die Fusion. Die Politikerneigung, es stets allen recht zu machen, kann Gabriel nicht ausleben.

Spende für Middelhoff?

Thomas Middelhoff ist frei, nachdem jetzt auch die Kaution für ihn in Höhe von 895.000 Euro beim Gericht eingetrudelt ist. Woher das Geld kommt, sagt das Gericht nicht. Möglich ist, dass es einen Spender gibt, der fest daran glaubt, einen guten Zweck zu erfüllen.

Warten auf den letzten Akt

Da ist sie wieder: Die Überzeugung, dass Ferdinand Piëch eben doch nicht ganz weg vom Fenster ist. Dass Piëch trotz aller Niederlagen eben doch einen Ewigkeitsstatus genießt. Nachdem er als VW-Aufsichtsratschef abgetreten ist, gebe es keine Anzeichen, dass er sich auch aus dem Aufsichtsrat der Familienholding Porsche SE zurückziehen werde, sagte ein Firmensprecher. Als Zuschauer wissen wir: In dem Drama ist nur Pause. Der letzte Akt kommt noch. In der Pause wurden heute übrigens die VW-Quartalszahlen bekannt gegeben. Gewinn ganz gut, aber Aktie rauscht in den Keller, lautet die Zusammenfassung, was die leise Ahnung auslöst, dass Piëch mit seiner Kritik an Winterkorn nicht allein ist.

Zurück auf Los für die Lufthansa

Die Aktionäre der Lufthansa erlebten bei ihrem Treffen heute in Hamburg einen Vorstandschef, der die Katastrophe des Germanwings-Absturzes für eine Art Neuanfang nutzen will. Mit der Pilotengewerkschaft wolle er über alle offenen Fragen sprechen. Carsten Spohr weiß: Die Stimmung ist wichtig, wenn Großes ansteht. Die Aktionäre aber wissen: Noch wichtiger ist, dass die Strategie stimmt. Und da haben sie ihre Zweifel. Auch Lufthansa gehört zu den Verlierern an der heutigen Börse.

Wundern über Bielefeld

„Wir sind Ostwestfalen – stur, hartnäckig, kämpferisch.“ So heißt das Leitmotiv von Arminia Bielefeld, jener Drittliga-Mannschaft, die um den Einzug ins DFB-Finale kickt. Die Kunst, stur zu sein, haben die Bielefelder perfektioniert. Nicht-Westfalen, wie die Gegner aus Wolfsburg es sind, glauben gern, dass sie mit Bielefeldern einen Sack Salz essen müssen, um sie für sich zu gewinnen. Tatsächlich dürften es mindestens zwei sein.

Genügend Salz in der Suppe wünscht Ihnen heute Abend

Oliver Stock

Kommentare (1)

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29.04.2015, 20:53 Uhr

"Kein guter Tag für unser Geld" Der ist aber nicht heute, SONDERN der war als wir den EUR eingeführt haben!

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