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12.07.2012

18:13 Uhr

Was vom Tage bleibt

Glückskekse können Trost spenden

VonMartin Dowideit

Opel sucht einen neuen Chef und auch Bildungsministerin Annette Schavan hält Ausschau nach qualifizierten Fachkräften. Bei SAP brummt es und die Post setzt auf China. Der Tagesrückblick.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

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Guten Abend,

Opels Neuer

Nein, damit ist nicht der Kleinwagen Adam gemeint, von dem der Autohersteller heute erste offizielle Bilder veröffentlicht hat. Nein, Opels Neuer heißt N.N. Denn heute hat Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke das Handtuch geworfen. Sein Rückzug kam so plötzlich, dass der Aufsichtsrat noch nicht einmal die Zeit gefunden hat, einen kommissarischen Nachfolger zu finden. So sieht es halt aus, das alltägliche Chaos bei General Motors und seiner europäischen Tochter. Man kann nur noch mit den Schultern zucken.

Spanier willkommen

Mit einem Fachkräftemangel hat nicht nur Opel zu kämpfen, auch die deutsche Wirtschaft insgesamt. Bildungsministerin Annette Schavan setzt daher auf junge Spanier, um das Problem zu mildern. In Spanien ist die Arbeitslosigkeit hoch, die Bereitschaft in ein anderes Land zu gehen, ebenfalls. Gleichzeitig soll auf der iberischen Halbinsel die duale Berufsausbildung nach deutschem Vorbild Fuß fassen. Ein verbessertes Ausbildungsangebot sollte aber eigentlich ein Grund sein, um im Land zu bleiben. Eine paradoxe Ankündigung der Ministerin.

Die Männer an ihrer Seite

Eindeutig haben sich hingegen Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und BWM-Chef Norbert Reithofer uns gegenüber für Stützungsmaßnahmen zugunsten des Euros ausgesprochen. Sie fürchten, dass eine Rückkehr zu nationalen Währungen das deutsche Exportmodell schnell zunichte machen würde. Die Manager sind damit die Männer an Merkels Seite. Trifft die Kanzlerin auf den französischen Präsidenten Hollande oder den italienischen Ministerpräsidenten Monti, hat sie also virtuelle Rückendeckung. Es wird ihr gut tun.

SAP meldet Erfolgsquartal

Als erster DAX-Konzern hat heute der Software-Hersteller SAP einen Einblick in seine Zahlen des zweiten Quartals gewährt. Über zweistelliges Wachstum in allen Regionen berichteten die beiden Konzernchefs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe. Die Börse feierte es mit einem Kurssprung für die SAP-Aktie. Die Mitarbeiter freut das besonders. Denn zum 40. Jubiläum in diesem Jahr erhalten die Mitarbeiter Aktien der eigenen Firma zum Super-Sonderpreis. Ein lohnendes Geschäft.

Päckchen für China

Die Deutsche Post hat heute ein Logistikdrehkreuz ihrer Express-Tochter DHL in China eröffnet. „Es zeigt unsere Zuversicht in die Entwicklung Chinas und der Region“, sagte Vorstandschef Frank Appel auf einer Feier in Shanghai. Insgesamt 175 Millionen Dollar investierte der Konzern. Bleibt zu erwähnen, dass DHL auch schon einmal große Zuversicht in den US-Markt hatte und der Ausflug in einem milliardenschweren Desaster endete. Vielleicht lässt sich Appel ja ein Paket mit Glückskeksen ins Büro schicken. Die können Trost spenden, sollte es in China bergab gehen. Die konjunkturelle Lage dort ist wackelig.

Einen glücklichen Abend wünscht,

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Kommentare (1)

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12.07.2012, 23:03 Uhr

"Eindeutig haben sich hingegen Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und BWM-Chef Norbert Reithofer uns gegenüber für Stützungsmaßnahmen zugunsten des Euros ausgesprochen. Sie fürchten, dass eine Rückkehr zu nationalen Währungen das deutsche Exportmodell schnell zunichte machen würde"

Das löst bei mir nur noch hysterisches Gelächter aus. Der Erhalt des Euros samt sämtlicher Sparmaßnahmen macht den Export zu nichte. Daimler, BMW und Co. exportieren nicht wirklich viel innerhalb des Euroraumes. Die Masse geht nacht Fernost und Russland. Und genau da liegt die Zukunft des deutschen Automobilbaus.... und nicht im praktisch toten Euroraum.

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