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05.11.2014

18:23 Uhr

Was vom Tage bleibt

Gold ist mausetot

VonOliver Stock

Das Metall ist alles, nur nicht mehr edel. Dienstwagen sind etwas für Risikoscheue. Und Obama ist besser als sein Ruf – Weselsky offenbar nicht. Lesen Sie über diese Themen im Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Totes Kapital

Sollen wir mal wieder? Ja! Achtung hier kommt unser Gold-Bashing: Gold ist nichts weiter als ein mehr oder weniger großes Stück Metall. Es hat genau den Wert, dem wir ihm beimessen. Mit ihm ist kein Geld zu verdienen, es sichert keine Arbeitsplätze, geschweige denn, dass es welche schafft. Es bringt keine Unternehmungen voran und es hilft niemandem, solange es nicht versilbert wird. Gold ist totes Kapital. Wer Gold besitzt, kann gleich den Totengräberschein für eine Wirtschaft miterwerben. Zum Glück verstehen das immer mehr Menschen. Der Preis für 31 Gramm dieses merkwürdigen Metalls hat jedenfalls heute mit 1145 Euro rekordverdächtige Tiefen erreicht.

Eine Frage des Dienstwagens

Noch so ein heißes Thema: Dienstwagen. Die erste Frage, die sich jeder stellt, der einen aussucht, lautet: „Was würde mein Chef zu dem Auto sagen?" Und da keiner, so hat uns ein Autopsychologe erklärt, herausstechen will, haben wir ein enormes Dienstwagen-Einerlei. Wir Deutschen sind Weltmeister in der Risikovermeidung – das gilt auch bei der Wahl des Dienstwagens. Deswegen dominieren deutsche Limousinen und Maserati hat das Nachsehen. Wenn diese Chefs im Betrieb führen wie sie im Verkehr fahren, werden sie zwar niemals letzte sein, aber beim Spurt könnte ihnen manchmal die Puste ausgehen.

Verkannter Held

Haushoch haben die Republikaner im US-Kongress gewonnen. Zu Recht? Unsere Korrespondenten meinen: Die Stimmung ist schlechter als die Lage. Alles wird Obama angelastet: bis hin zum Ausbruch von Ebola. Tatsächlich boomt die Wirtschaft. Höhere Zinsen sind in den USA deutlich realistischer als in Europa. Und die Energiegewinnung durch Fracking hat die Preise nach unten getrieben. Auch wenn Obama an Strahlkraft verloren hat – seine Politik hat Amerika geholfen.

Der Anhalter

Er gehört zu den am meisten kritisierten Menschen Deutschlands: Oberlokführer Claus Weselsky. „Das scheint ein Profilneurotiker zu sein“, schimpft der Leiter der Berliner Tourismusgesellschaft Burkhard Kieker. Im Netz hagelt es ebenfalls Kritik. Als übermotorisierter Droschkenfahrer muss er sich dort titulieren lassen. Unbeeindruckt davon hat Weselsky das Angebot der Deutschen Bahn zu einer Schlichtung dennoch heute abgelehnt. Sichtbar hat dieser Mann keinen Spaß daran, sein Leben in vollen Zügen zu genießen. Stattdessen hält er sie lieber an.

Einen genüsslichen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (14)

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Herr Thomas V. Schuischel

05.11.2014, 19:08 Uhr

Gold ist mausetot und hat rekordverdächtige Tiefen erreicht?

Schön, dass das Handelsblatt mal wieder beweist, wie lange es in die Vergangenheit zurück blickt.

Und nebenbei Herr Stock, ich erinnere mich noch gut an die Zeiten 2007 als die Subprime-Krise platzte. Man erzählte den Leuten, dass diese Kredite keinerlei Auswirkungen haben werden und man das ja auch am nicht steigenden Goldpreis sehen würde. Ein paar Monate danach nachdem die Banken kollabierten war der physische Goldmarkt ausverkauft. Und auf einmal priesen die Medien das Gold. "Unter 10% Gold im Depot? Wer macht denn so was?" Das waren die Aussagen plötzlich Ihrer Gilde, Herr Stock.

Wie ein Fähnchen im Wind. Die Subprimekrise die die restlichen Krisen, inkl. die Schuldenkrise in Europa, ausgelöst hat ist nun 7 Jahre her. Ich erinnere an die berühmte "Null" mit der Kostolany das Auf und Ab der Börse skizzierte. Was denken Sie, Herr Stock, wo sind wir wieder heute? Wollen Sie wieder erzählen es gäbe nur den Bullen an der Börse? Ist wieder immer noch alles ok, Friede, Freude, Eierkuchen? So wie damals bei den Subprimekrediten?

Wie viel hat Griechenland denn getilgt? Laufen nicht schon wieder Märkte heiß? Wie macht sich der Häusermarkt in China?

Es gilt wie bei Kaisern und Königen: Das Gold ist tot. Es lebe das Gold!

Herr Thomas V. Schuischel

05.11.2014, 19:16 Uhr

Achso, lassen Sie mich die Wikipedia zitieren (Gnu PL):

"Die Zentralbank der Vereinigten Staaten (Fed) reagierte auf den Absturz mit einer Niedrigzinspolitik, um die US-Konjunktur zu stimulieren (→ Konjunkturpolitik). Dies begünstigte im Zusammenhang mit Spekulationen eine erneute Preisblase, diesmal am Immobilienmarkt (→ Immobilienblase), deren Platzen als der unmittelbare Anlass für die 2007 offen ausbrechende Finanz- und Bankenkrise gilt."

Was denken Sie, wie viel hat die FED und EZB seit dieser Krise in die Märkte gepumpt? Wie hoch ist die Fallhöhe heute?

Herr Thomas V. Schuischel

05.11.2014, 19:26 Uhr

Ihr Artikel, Herr Stock, vom März 2008, voll in der Bankenkrise:
"Die Welt ist im Goldrausch. Je schlimmer die von faulen US-Hypotheken ausgelöste Finanzkrise in den Bankbilanzen wütete, desto stärker zog in den vergangenen Monaten der Goldpreis an. Als im September 2007 in der Tagesschau Bilder von Kunden-Schlangen vor Filialen der britischen Hypothekenbank Northern Rock zu sehen waren, standen Goldkäufer auch in Berlin ungeduldig an. "Bis zu zwei Stunden warteten die Kunden auf dem Bürgersteig, um sich mit Barren und Münzen einzudecken", erinnert sich Goldhändler Ganß. Jetzt steht Gold bei 900 Dollar je Unze, so hoch wie nie zuvor. Gold hat sich als stärkste Währung der Welt etabliert."

900 Dollar? Höchsstände? So hoch wie nie zuvor? Aha. Das Fähnchen im Wind. Wo steht der Goldpreis, wenn wieder die Menschen in den Südeuropäischen Ländern vor den Banken stehen? Ausgeschlossen? Es gibt ab heute keine Krisen mehr? Die sind abgeschafft? Sind das die Gedanken, die einem Chefredakteur einer "Wirtschafts"zeitung so durch den Kopf gehen?

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