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27.01.2015

18:56 Uhr

Was vom Tage bleibt

Griechische Befreier oder Verwüster?

VonOliver Stock

Die griechische Regierung geht mit markigen Worten ans Werk. Andrea Nahles hat ein Bürokratie-Problem. Und Immobilienkredite könnten noch billiger werden. Lesen Sie, was heute wichtig ist.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die Befreier

Das Experiment nimmt seinen Lauf: Der heute ins Amt berufene griechische Verteidigungsminister hält sein Land für „besetzt" und will es folglich „befreien“. Wovon? Von der Herrschaft des „Vierten Reichs“, wie er Deutschland nennt. Panos Kammenos lässt es nicht an harschen Worten mangeln. Der Mann hat Mitstreiter: Giannis Varoufakis wird als Finanzminister die Verhandlungen mit den Geldgebern führen, Giannis Dragasakis übernimmt als stellvertretender Regierungschef die Aufsicht über den gesamten Bereich Finanzen und Wirtschaft. Falls Sie sich die Namen nicht merken können: Es sind die, die den Euro auf die Probe stellen, der AfD Wähler bescheren und Brüssels Leidensfähigkeit ausreizen werden.

Tag der Mitmenschlichkeit

„Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz“, sagt Bundespräsident Joachim Gauck bei einer Sondersitzung des Bundestages zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus: Vor 70 Jahren hat die Rote Armee die Eingesperrten in Auschwitz befreit. Gauck schlussfolgert daraus: „Bewahrt die Mitmenschlichkeit.“ Manchmal kommen Gedenktage gerade richtig, damit Bekanntes nochmal neu gesagt und gehört werden kann.

Hochrisiko-Deal

Noch nie hat Siemens so viel Geld für eine Übernahme ausgegeben wie für den US-Öl-Förderer Dresser-Rand: sechs Milliarden Euro. Sein Mitbieter in diesem Hochrisiko-Deal war sein unfreiwillig aus dem Amt geschiedene Vorgänger bei Siemens: Peter Löscher. Möglicherweise haben sich hier zwei Männer ein Duell geliefert, für das Mitarbeiter und Aktionäre teuer bezahlen müssen.

One out

Es gibt keine Regierung in Deutschland, die nicht eine Offensive zum Bürokratieabbau ankündigt. Und es gibt genauso wenig irgendeine Regierung in Deutschland, die bei dieser Ankündigung jemals Wort gehalten hat. Die aktuelle macht da keine Ausnahme. Ihre One-in-One-out-Rechnung ist Makulatur. Dass für jede neu hinzukommende Regel eine alte weichen muss, können wir nicht erkennen. Im Gegenteil. Arbeitsministerin Andrea Nahles, verdient sich das goldene Bürokratieabzeichen für ihren jüngsten Coup: die Arbeitsstätten-Verordnung. Geht es nach der Behörde, sollen Arbeitgeber künftig prüfen, ob bei Arbeitsplätzen, die Mitarbeiter zu Hause benutzen, die Beleuchtung mindestens 500 Lux beträgt, die  Computer nicht zu warm sind, der Schreibtisch groß genug ist, und vor der Computertastatur eine Möglichkeit besteht, die Handballen aufzulegen. Das ist absurd. Es ist das Ergebnis eines aufgeblähten Staates, der sich Beamte und Angestellte leistet, die offenbar als Arbeitsnachweis neue Gesetze und Verordnungen ausbrüten. One out – das trifft nicht nur auf Gesetze zu, sondern manchmal auch auf die, die sie machen.

Der Schreck der Banken

Banken, die ihren Kunden in den vergangenen Jahren Baufinanzierungen vermittelt haben, droht eine Widerrufswelle, weil ihre Immobiliendarlehensverträge rechtswidrige Klauseln enthalten. Die Kunden können womöglich gratis aus ihren Verträgen raus, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Angesichts rekordnieriger Zinsen ist eine Umschuldung ein lohnendes Geschäft. Für uns Kunden. Nicht für die Banken.


Neues Gewand für Handelsblatt.com

Morgen wollen wir im Laufe des Tages Handelsblatt.com, unsere gemeinsame Lieblings-Online-Seite also, renovieren. Von Grund auf. Geht alles gut, sehen wir uns an dieser Stelle in neuem Gewand wieder. Das, was wir da vorhaben, ist ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für uns. Wir haben vor mehr als einem Jahr Ihre Wünsche zu neuen Inhalten und einer smarteren Optik abgefragt und seither daran gearbeitet. Eine Finanzseite, die ihresgleichen sucht, ein eigenes Social-Media-Ressort – es ist eine Menge Neues, was wir zeigen wollen. Wir sind gespannt auf Ihre Reaktion. Drücken Sie uns die Daumen und seien Sie neugierig.

Einen anregenden Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Frau Ich Kritisch

27.01.2015, 20:37 Uhr

Zitat: "es ist eine Menge Neues, was wir zeigen wollen."

da werd ich wohl morgen früher Feieraben machen müssen - um mir das alles in Ruhe anzuschauen :-)

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