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11.02.2013

18:00 Uhr

Was vom Tage bleibt

Grüß Gott!

VonOliver Stock

Der Papstrücktritt entzieht sich der Kritik. Himmel, erspar uns Berlusconi. Commerzbank-Chef Blessing ist allein zu Haus. Rezepte für Pferdefleisch gesucht. Die Kommentare zum Tag.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Grüß Gott!

Ich empfinde: Der Abgang eines Papstes entzieht sich der Kritik. Ich denke an eine Szene, die ich in einem katholischen Kloster erlebt habe, in das der Abt einen Vertreter von Microsoft eingeladen hatte, der damals sein neues Betriebssystem vorstellte. Der Microsoft-Mann konnte es sich nicht verkneifen, auf den Gegensatz zwischen alter Kirche und neuem Denken hinzuweisen. Der Abt sagte darauf: „Mein Sohn, wenn Dein Betriebssystem einmal 2000 Jahre gehalten hat, können wir weiterreden.“ In diesem Sinne werden wir auch Papst Benedikt die Würde, die er durch seinen selbstbestimmten Schritt gewahrt hat, nicht nehmen können. Die Kirche lebt nach anderen Gesetzmäßigkeiten. Das ist der Grund, weswegen sie noch immer putzmunter ist.

Berlusconi ante portas

Dreieinhalb Kilometer Luftlinie vom Vatikan entfernt schwingt sich einer auf, der sehr im irdischen Leben steht: Silvio Berlusconi möchte die Wahlen in Italien für sich entscheiden. Er hat deswegen schon mal allerhand Amnestien angekündigt, die nicht zuletzt seine eigenen Aussetzer amnestieren. Berlusconis Wiederaufstieg wäre das sichtbarste Zeichen, dass in Europa der Reformeifer erlahmt. Liebe Italiener, erspart ihn Euch (und uns).

Kritik vom Falschen

Klaus-Peter Müller ist Aufsichtsratschef der Commerzbank und Vorgänger von Martin Blessing, der Vorstandschef der Commerzbank ist. Müller hat jetzt gesagt, dass ein Aufsichtsrat handeln muss, wenn ein Vorstand seine Ziele nicht erreicht. Das stimmt. Nur sitzt ausgerechnet dieses Paar im gleichen Boot. Blessing hat fortgeführt, was Müller begann. Als Bessermacher kann sich dieser Aufsichtsrat nicht wirklich profilieren.

Pferd statt Rind

In einigen EU-Ländern ist Pferdefleisch als Rindfleisch verkauft worden. Na sapperlot, was für ein Skandal. Was für ein Fanal, das da von den Gaumen der Fleischesser ausgeht. Sie können nicht mal das eine vom anderen unterscheiden. Nutzen wir es doch als Erfahrung: Wenn Pferd offenbar mindestens so gut wie Rind schmeckt, lohnt es sich Rezepte zu wälzen: Pochiertes Rossfilet ist zum Beispiel eine Delikatesse.

Einen kulinarisch gelungenen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (7)

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Anonym

11.02.2013, 18:20 Uhr

Der erste Teil zur Kirche ist ja nun völlig daneben.

Die Italiener werden sich an Das wenden was sie kennen.

Die Sache mit dem Pferd..wäre ja alles halb so wild, wenn man sicher sein könnte, woher das jeweilige Tier stammte.

No_Catholic

11.02.2013, 19:34 Uhr

Der erste Teil zur Kirche ist aus meiner Sicht auch daneben. Klar: Der Rücktritt ist mit Respekt zur Kenntnis zu nehmen. Jedoch: Das Wirken des Papstes und wofür er steht, ist nicht so einfach mit "anderen Gesetzmäßigkeiten" und "putzmunter" zu beschreiben.
Vor allem ist diesem Papst vorzuwerfen, dass er meint, dass er und seine Denke für alle Menschen Anwendung finden soll. Eine Frechheit. Und die Gesetze gelten auch für die katholische Kirche...

Sapere_aude

11.02.2013, 19:45 Uhr

Sehr geehrter Herr Stock,
immer, wenn ich die hässliche Karikatur eines "Trolls" und die eingeschlagene Axt auf dem Computer-Display und die Wutblitze dieses armen Wutwesens sehe, denke ich mir:

Was ist das für eine Redaktion, die offenbar so grelle und provozierende Artikel publiziert, dass sie schon fest mit Wutmails und Hasstiraden auf den Kommentarseiten rechnet?

Glauben Sie wirklich, Herr Stock, dass eine ruhige und differenzierte Berichterstattung ("Substanz entscheidet") einen solchen Aufmacher für die Kommentarseite nötig hätte?

Seit Sie diese überaus hässliche, abgrundtief negative und zugleich entsetzlich banale Umrandung für diese Kommentar-Plattform geschalten haben, denke ich mir jedes mal als potentieller Kommentator:

Was hier passiert, ist die täglich zu beobachtende Verschlechterung des journalistischen Niveaus und die gegenseitige Abwärtsspirale von Produzent und Rezipient medialer Inhalte, und ich bin ziemlich sicher, nein ich hoffe, dass Ihnen als Chefredakteur von handelsblatt-online dieser Sachverhalt bekannt ist.
Hoffentlich können Sie das Ruder noch rumreissen. Die Zielgruppe einer solchen Aufmachung repräsentiert weder eine dankbare und umsatzbringende Leserschaft noch kann ich mir vorstellen, dass Sie ein persönliches Interesse als verantwortlicher Redakteur haben, dass wir uns alle gegenseitig im Niveau derartig herunterschrauben, wie dies in den letzten zwei Jahren auf diesen Seiten geschehen ist und irgendwann einfach darin endet, dass wir wortreich total verstummen (verdummen).

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