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14.06.2012

18:00 Uhr

Was vom Tage bleibt

Gummistiefel oder besser dicke Mäntel

VonMartin Dowideit

Ein Handy-Konzern kämpft gegen Bedeutungsverlust. Griechenland steht unter extremer Beobachtung, spanische Anleihen stehen unter Druck und in Berlin bleibt das Betreuungsgeld ein hitzig diskutiertes Thema.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

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Guten Abend,

Zurück zu den Gummistiefeln?

Der finnische Konzern Nokia hat sich in seiner fast 150-jährigen Geschichte als wandlungsfähig erwiesen. Papierprodukte stellte die Firma zunächst her, später Gummistiefel, dann Netzwerktechnik und Mobiltelefone. Bald könnte die Suche nach der nächsten Produktwelt beginnen. Denn auf dem Smartphone-Markt droht der Konzern von Apple und Samsung zerquetscht zu werden. Zehntausend Mitarbeiter müssen den Konzern verlassen. Die restlichen 112.000 könnten nach der Marktnische der Zukunft suchen. Vielleicht passen ja wieder Gummistiefel angesichts schmelzender Polkappen?

Die griechische Europawahl

Andererseits könnten auch Mäntel eine Option sein. Denn (Zentral-)Banker, Politiker und Anleger müssen sich warm anziehen, wenn am Sonntag das Ergebnis der griechischen Parlamentswahl einen Austritt des Landes aus dem Euro andeuten könnte. An Krisenplänen wird bereits seit Wochen gearbeitet, ein Sturm auf griechische Banken am Montag befürchtet. Bereits jetzt deutet sich an, dass die harten Sparauflagen für das Land gelockert werden. Am Ende könnten sogar gewährte öffentliche Kredite teilweise abgeschrieben werden. Es brennt die Frage unter den Nägeln: Ab wann übersteigen die Kosten den Nutzen der Euro-Zone? Noch gibt es in Deutschland Spielraum, auch wenn das die Kanzlerin nicht gerne hört.

Die magische Schwelle

Der spanischen Regierung bietet sich kein Spielraum. Sie steht unter enormem Druck. Heute überschritten die zehnjährigen Staatsanleihen des Landes zeitweise die Schwelle von sieben Prozent jährlicher Rendite. Damit gilt die Grenze erreicht, ab der die Neuaufnahme von Krediten langfristig unbezahlbar wird. Die viel beschworene Ansteckungsgefahr ist wieder voll aufgeflammt.

„Eine soziale Wohltat, die niemand will“

Jenseits der Euro-Krise steht in Berlin das von der Koalition vorangetriebene Betreuungsgeld zur Debatte. Probeabstimmungen hatten in den Fraktionen von CDU und FDP den Widerspruch auch innerhalb der Regierungsparteien verdeutlicht. Dabei soll sich auch der Popstar der FDP kritisch geäußert haben. „Mit Geld, das wir nicht haben, soll eine soziale Wohltat finanziert werden, die niemand will“, sagte dem Vernehmen nach der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef Christian Lindner. Sein Wort hat seit dem erfolgreichen Abschneiden bei der NRW-Wahl Gewicht. Die Betreuungsgeld-Kuh ist immer noch nicht vom Eis.

Rechtlicher Beistand

Die Opposition droht vorsorglich bereits mit Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die als „Herdprämie“ verschriene Leistung. Ein Blick in das aktuelle Ranking der besten Kanzleien könnte bei der Suche nach Anwälten hilfreich sein.

Einen konfliktfreien Abend wünscht Ihnen

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

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