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10.06.2013

19:01 Uhr

Was vom Tage bleibt

Held oder Verräter?

VonOliver Stock

Edward Snowden ist über Nacht zum Helden geworden, weil er die US-Behörden als Datenkrake outete. Die Aufklärungsdrohne zieht einen Aufklärungsausschuss nach sich. S&P überrascht uns, Opel auch. Die Tageskommentare

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Snowden versteckt sich

Sehen so die neuen Helden aus? Ein wenig blass, eine dicke Brille, und auf der Flucht? Edward Snowden sieht so aus. Er hat sich nach Hongkong abgesetzt, nachdem er zuvor dafür gesorgt hatte, dass alle Welt weiß, wie tief die amerikanischen Sicherheitsbehörden in unseren privaten Daten schnüffeln. Das Schicksal des Amerikaners liegt damit in der Hand Chinas. Seit 1998 hat Hongkong - anders als China - ein Auslieferungsabkommen mit den USA. Politische Fälle sind aber davon ausgeschlossen. Nach dem harmonischen Gipfel zwischen US-Präsident Barack Obama und Chinas Präsident Xi Jinping am Wochenende in Kalifornien steht Snowden jetzt mitten zwischen beiden Großmächten. Seit seinen Enthüllungen verblasste die Rolle Chinas als böser Hacker, während sich jetzt ausgerechnet die demokratischen USA als Schnüffler und Datensammler im Internet rechtfertigen müssen. Herr Snowden, falls sie einen neuen Wirkungskreis bei einem renommierten Online-Medium suchen, gern auch als unser Mann in Hongkong – unsere Adresse: siehe unten.

Auftrag ans Verfassungsgericht

Das Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Rettung des Euro durch den Ankauf von Staatsanleihen aus Krisenländern sollte nach Meinung von fast der Hälfte der Bürger durch das Bundesverfassungsgericht gestoppt werden. Nur ein Drittel findet es gut, was die EZB so macht. Das ergab eine repräsentative Umfrage für Handelsblatt Online. Dass die Ablehnung bei den Liberalen und Linken jeweils besonders hoch ist, sollte allerdings beiden zu denken geben. Wenn ein Linker und ein Liberaler aufs gleiche Pferd setzen, hat ihnen entweder niemand gesagt, wohin das Pferd läuft, oder an der nächste Kreuzung zerreißt es das arme Tier.

Wenn Beamte shoppen gehen

Die Affäre um das gescheiterte Millionenprojekt für die Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“ wird dauern. Dafür sorgt die Opposition, die jetzt einen Untersuchungsschuss durchgesetzt hat. Wenn es sich bei dem Ausschuss nicht nur um ein Ministerabschuss-Projekt handelt, sondern um ein Gremium, das die Eignung der staatlichen Einkäufer von Waffensystemen unter die Lupe nimmt, dann sollen die ihre Arbeit in aller Ruhe machen. Das Ergebnis könnte spannend werden.

Sympathische Bonitätswächter

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat den Ausblick für die USA - nein, einmal nicht gesenkt, sondern von „negativ“ auf „stabil“ erhöht. Die Ratingexperten begründeten ihren Schritt mit höheren Steuereinnahmen und Maßnahmen der Politik, die Verschuldung besser in den Griff zu bekommen. Das zweite ist zwar nicht so ohne weiteres auszumachen, aber dennoch gilt: So sympathisch wie heute waren mir die Bonitätswächter schon lange nicht mehr.

Einen Mokka bitte!

Und es gibt noch eine gute Nachricht: Der Verkaufserfolg des kleinen Opel-Geländewagens Mokka lässt eine Produktion des bisher nur in Korea gebauten Autos in Europa in greifbare Nähe rücken. Die Opel-Führung denkt daran, sie ins spanische Saragossa zu holen. Der Bau des kompakten Geländewagens in den eigenen Opel-Werken würde dafür sorgen, dass die Kapazitäten des Herstellers in Europa künftig besser ausgelastet werden, was am Ende auch deutschen Standorten zugute käme. Opel hat den Geschmack getroffen. Es wäre die Comeback-Geschichte des Jahrzehnts, wenn sich dieser Mokka verlängern ließe.

Einen verlängerten Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

10.06.2013, 20:00 Uhr

China-Snowden-USA. Hmm so habe ich das noch garnicht gesehen. Die Chinesen sich Snowden sicherlich erkenntlich zeigen.

Abgesehen davon hat Snowden nur den Beweis geliefert, was die Spatzen schon längst von den Dächern pfeiften.

lasstTATENsprechen

10.06.2013, 20:07 Uhr

herr stock sprechen Sie mit dem mann,der weiß sicher nochj mehr.

ihm öffentlichkeitswirksam einen job anzubieten,ist selbst wenns ernst gemeint ist, ist billig.

der mann muß nach deutschland.derbenötigt schutz.schutz unserer öffentlichkeit

organisieren Sie mit ihrem verlag im rücken ein spendenkonto....

Account gelöscht!

10.06.2013, 21:04 Uhr

"Herr Snowden, falls sie einen neuen Wirkungskreis bei einem renommierten Online-Medium suchen, gern auch als unser Mann in Hongkong – unsere Adresse: siehe unten."

Wuhuhahahaaa ! Mann, der war gut, Herr Stock ! Selten so gelacht !

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