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13.01.2015

19:38 Uhr

Was vom Tage bleibt

Herzlich Willkommen!

VonStefan Menzel

Der Islam gehört auch zu Deutschland, der Ukraine-Konflikt ist zurückgekehrt. Der Verfall des Ölpreises wird dramatisch, die Schwarze Null weckt Begehrlichkeiten und Charlie Hebdo erscheint wieder. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Angekommen

Deutschland ist ein christlich geprägtes Land. Zugleich bekennen wir uns im Grundgesetz zur Demokratie und zur Glaubensfreiheit. Was heißt das nun für den Umgang mit den Religionen und ganz speziell mit dem Islam? Angela Merkel hat sich klar positioniert. Aus ihrer Sicht gehört der Islam heute zu Deutschland. Inzwischen leben etwa vier Millionen Muslime in der Bundesrepublik. Ein großer Teil von ihnen besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Deshalb ist es nur konsequent, wenn sich die Bundeskanzlerin so eindeutig festlegt. Der Islam ist in Deutschland angekommen. Angela Merkel beschreibt nur die Realität, den ganz normalen Alltag. Die persönlichen Freiheitsrechte sind hierzulande sehr weitgehend garantiert. Diese Freiheitsrechte gilt es mit aller Konsequenz zu verteidigen. Für jeden, der in Deutschland lebt.

Abgelöst

Paris und die Anschläge radikaler Islamisten sind während der vergangenen Tage die beherrschenden Themen gewesen. War da nicht noch etwas, was uns in Europa ganz besonders bedrückt? Die zehn Menschen, die heute in der Ostukraine bei einem Raketenangriff ums Leben gekommen sind, haben uns sofort wieder an diesen ungelösten Konflikt erinnert. Das neue Jahr ist noch lang genug und bietet ausreichend Gelegenheit, doch wieder den Frieden in die Ukraine zu bringen. Trotz der zehn Toten vom Dienstag gibt es Ansätze für eine Lösung. Hoffen wir, dass aus diesen Ansätzen schon bald mehr wird.

Abgestürzt

Die Abwärtstendenz scheint unaufhaltsam. In dieser Woche bewegt sich der Ölpreis auf die nächste markante Grenze zu. Es dürfte nicht mehr allzu lange dauern, dann kostet das Fass Rohöl (159 Liter) an die 40 US-Dollar. Der Preisverfall ist dramatisch und wird langsam beängstigend. Binnen eines halben Jahres hat sich der Ölpreis mehr als halbiert. Wir können uns zwar über die niedrigen Preise an der Tankstelle freuen. Es wird aber langsam Zeit, dass dieser Preisverfall sein Ende findet – und nicht noch zu einer Gefahr für die Weltwirtschaft wird.

Abgezählt

Die vorzeitige schwarze Null im Bundeshaushalt weckt natürlich Begehrlichkeiten. Schon kommen die ersten Vertreter von der SPD, die den Geldhahn aufdrehen wollen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble tut aber gut daran, über die Forderungen des Koalitionspartners geflissentlich hinwegzuhören. Vom Grundsatz her geht es der deutschen Wirtschaft zwar gut. Doch die politische Gefahren sind groß, viele ungelöste Konflikte bedrohen die Weltkonjunktur. Deshalb ist es nur logisch und konsequent, mit dem Geldausgeben etwas vorsichtiger zu sein. Warten wir also lieber noch etwas ab.

Aufgestanden

Für das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ ist morgen ein ganz besonderer Tag. Eine Woche nach dem Massaker in der Redaktion soll das Magazin wieder erscheinen. Und nicht nur mit der üblichen Auflage von 60.000 Exemplaren, sondern gleich millionenfach. Eindringlicher kann die Symbolik nicht sein: Die Journalisten, die den Anschlag überlebt haben, machen weiter, größer und stärker als zuvor. Am Ende siegt doch das freie Wort – auch gegen schwere Waffen.

Einen angenehmem Abend wünscht Ihnen ganz herzlich    

Stefan Menzel

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