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14.12.2012

17:47 Uhr

Was vom Tage bleibt

Hoch auf dem gelben Wagen

VonFlorian Kolf

Die Postkutsche erlebt eine überraschende Renaissance, der Verbraucher zahlt mal wieder für die planlose Energiepolitik und der Buchstabe M steht jetzt unter Schutz. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Schädliche Monopole

Einst schmetterte Bundespräsident Walter Scheel die Hymne zur Postkutsche: "Hoch auf dem gelben Wagen." Jetzt könnte das der Slogan für einen neuen Wettbewerber der Deutschen Bahn werden. Denn die Deutsche Post will gemeinsam mit dem ADAC ein System von Fernbuslinien in Konkurrenz zur Schiene aufziehen. Das ist ein schönes Beispiel, welchen Schaden staatliche Monopole anrichten. Denn kaum fällt das Gesetz, das die Bahn seit fast 80 Jahren auf Langstrecken vor Konkurrenz durch Busse schützte, stehen zahlreiche neue attraktive Angebote für Reisende in den Startlöchern.

Deutsche Bank bekommt die Quittung

Wer geglaubt hatte, der Reputationsschaden für die Deutsche Bank könnte nicht mehr größer werden, der hat sich getäuscht. Nach den Enthüllungen im Libor-Skandal und der Razzia in den Türmen der Bank wegen der Betrugsaffäre mit CO2-Zertifikaten, kam heute der nächste Tiefschlag: Das Oberlandesgericht München hat die Deutsche Bank heute Nachmittag zu einer Schadensersatzzahlung in noch nicht genannter Höhe an die Erben von Leo Kirch verurteilt. Der Richter ist überzeugt, dass das Geldhaus Mitschuld trägt an der Pleite von Kirch. Einen Vergleich hat die Bank jahrelang abgelehnt. Jetzt hat sie die Quittung.

Der Verbraucher zahlt

Die heutige Sitzung des Bundesrates kann für die deutschen Bürger teuer werden. Denn mit den heute verabschiedeten Gesetzen können Entschädigungen für fehlende Anschlüsse von Windparks vor der Küste künftig zu einem Teil auf den Strompreis umgelegt werden. Das heißt, der Verbraucher zahlt für das Chaos, das die dilettantisch geplante Energiewende verursacht. Es wird hektisch in erneuerbare Energien investiert, ohne dass entsprechende Leitungen oder Stromspeicher zur Verfügung stehen. Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.

Vom Statussymbol zum Fortbewegungsmittel

Das ist keine Konjunkturflaute mehr, das ist ein Strukturproblem: Der Autoabsatz ist in Europa auf den niedrigsten Wert seit fast 20 Jahren gefallen. Während die Neuwagen, technisch hochgerüstet, immer teurer werden, ist es zugleich immer weniger jungen Menschen wichtig, einen eigenen Wagen zu besitzen. Das Auto wird wieder vom Statussymbol zum Fortbewegungsmittel. Und das können andere Verkehrsmittel oft besser und billiger. Zum Beispiel künftig der Fernbus von der Post.

Was fehlt? Kann man sich einen Buchstaben als Marke schützen lassen? Man kann. Was auf den ersten Blick kurios klingt, ist bei näherer Betrachtung sinnvoll. Ein Patentgericht hat BMW jetzt Markenschutz für den Buchstaben "M" als Bezeichnung für Sportwagen erteilt. Mit dieser Modell-Serie hat sich BMW in der Tat etwas aufgebaut, das schützenswert vor Trittbrettfahrern ist.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,

Florian Kolf

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