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10.03.2014

19:22 Uhr

Was vom Tage bleibt

Hoeneß rüttelt alle auf

VonStefan Menzel

Der Bayern-Boss hat mehr Steuern hinterzogen als bekannt. Karstadt macht einen Riesen-Verlust. Russland macht Osteuropa Angst, Österreich leidet unter Banken und die Boeing-Aktie verliert an Wert. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Gewaltige Zahlen

Damit konnte nun wirklich niemand rechnen: Uli Hoeneß hat nicht drei Millionen an Steuern hinterzogen, sondern es sind dann gleich einmal mehr als 18 Millionen Euro. Die Zukunft des einstmals gefeierten Fußballstars und Bayern-Präsidenten dürfte damit klar sein: Im deutschen Fußball hat er keine Zukunft mehr. Angesichts dieses gewaltigen Betrages wird sich auch bald der FC Bayern München von ihm trennen. Die Gefängnisstrafe steht zudem außer Zweifel, Uli Hoeneß kann diesem Schicksal nicht mehr entgehen. Sein letzter Hoffnungsschimmer: offener Vollzug. Die Münchener Richter könnten sich für diese Variante entscheiden, Uli Hoeneß profitiert vielleicht von seinem Prominentenstatus.

Zeitenwende

Karstadt lässt sich nur ungern in die Karten sehen. Dem Unternehmen geht es alles andere als gut, das steht jetzt unwiderruflich fest. Erst jetzt nennt Karstadt den genauen Verlust für das Geschäftsjahr 2011/12, wohl aus vermeintlich gutem Grund: Bedrohliche 150 Millionen Euro sind es geworden. Und im vergangenen Jahr hat sich die Lage im deutschen Einzelhandel nicht sonderlich verändert. Der Druck auf die klassischen Kaufhäuser in den Innenstädten ist groß, die Konkurrenz durch das Internet wird von Jahr zu Jahr größer. Für Karstadt wird es langsam Zeit, doch über ein Zusammengehen mit dem Kaufhof nachzudenken. Deutschland braucht längst nicht mehr so viele Innenstadt-Kaufhäuser wie in der Vergangenheit. Die goldenen Zeiten des Kaufhauses sind vorüber. Endgültig.

Putin-Ängste

In den baltischen Staaten und auch in Polen geht eine neue Angst um. Die Angst davor, dass Russland diese Länder wieder zu seinem Einflussbereich hinzuzählt. Auf der Krim scheint es dem russischen Präsidenten Putin schleichend zu gelingen, die Halbinsel im Schwarzen Meer dem eigenen Territorium einzuverleiben. Niemand, auch der Westen nicht, hat Putin bislang aufgehalten. Und es sieht nicht danach aus, dass sich daran in nächster Zeit noch etwas ändern würde. Polen und die baltischen Staaten reagieren deshalb zurecht verängstigt. Allerdings gibt es einen riesigen Unterschied: Sie gehören zur Nato. Und dieses Faktum sollte doch für etwas mehr Nachdenklichkeit in Moskau sorgen.

Österreich leidet

Es ist eine Geschichte, die kein Ende zu nehmen scheint. Noch steht nicht genau fest, wieviel der österreichische Staat – und damit am Ende die Steuerzahler – für die Rettung der Skandalbank Hypo Alpe Adria aufbringen müssen. Aber nach jüngsten Zahlen dürften Österreichs Staatsschulden wegen der Hypo Alpe um satte 17 Milliarden Euro anwachsen – eine gewaltige Summe für das kleine Land. Unsere Nachbarn können einem fast schon Leid tun: So viel Geld nur für die Abwicklung eines maroden Geldhauses. Die Hypo Alpe Adria ist zugleich aber auch ein Warnsignal. Sie steht für eine völlig fehlgeleitete Expansion in Osteuropa. Hoffentlich werden die anderen österreichischen Banken keine ähnlichen Probleme in Osteuropa bekommen, die Steuerzahler würden sich freuen.

Misstrauen in der Luft

Erst die neuen Risse in den Tragflächen des Dreamliners und dann der tragische Absturz einer Boeing 777 in Südostasien. Es könnte eine Verkettung unglücklicher Umstände sein, die den amerikanischen Flugzeughersteller getroffen hat. Trotzdem gibt es die ersten handfesten ökonomischen Auswirkungen, die Boeing-Aktie hat am Montag massiv an Wert verloren. Für den US-Konzern muss es jetzt heißen: Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung. Boeing kann es sich nicht erlauben, noch mehr an Vertrauen zu verlieren.


Einen geruhsamen Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

10.03.2014, 20:19 Uhr

18 MIO Euro !!!!
Wenn Hoeness nicht in den Knast geht habe ich jedes Vertrauen in Recht und Gesetz verloren. Die Richter und Staatsanwälte würden sich lächerlich und unglaubwürdig machen. Die Gesetze müssen für ALLE Bürger gelten. Auch fuer Herrn Hoeness. Hier kann es nur eine Entscheidung geben - KNAST und für die Strafe 18 MIO gerade stehen.

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