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23.04.2014

19:22 Uhr

Was vom Tage bleibt

Hoffnungsträger Hellas

VonStefan Menzel

Griechenland präsentiert ordentliche Zahlen, niemand will russische Anleihen. WhatsApp knackt die halbe Milliarde, Bernie Ecclestone muss vor Gericht und der Flughafen Lübeck ist insolvent. Der Tag im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Neuer Glaube

Der Ruf ist ruiniert, schon seit Jahren glaubt den Griechen niemand mehr so recht. Doch mit dem heutigen Mittwoch könnte sich das Blatt gewendet haben: Die Griechen haben korrekte Haushaltsdaten nach Brüssel gemeldet, das bestätigt die EU-Kommission. An seiner Glaubwürdigkeit arbeitet das Krisenland also schon vergleichsweise gut. Jetzt muss es auch noch mit der Wirtschaft aufwärts gehen. Und tatsächlich, bei den griechischen Konjunkturdaten sieht es vergleichsweise gut aus. Glauben wir doch einfach einmal an die Gesundung der griechischen Wirtschaft. Let’s keep our fingers crossed!

Russischer Irrtum

Manchmal macht es sich die offizielle russische Staatspropaganda dann doch ein wenig zu einfach. Die wirtschaftlichen Folgen der Krim-Invasion und die westlichen Sanktionen seien leicht zu verschmerzen, hatte es in vergangenen Wochen immer wieder in Moskau geheißen. Die russische Führung hätte sich diesem Irrtum besser nicht hingegeben. Am Mittwoch wollten die Russen wieder einmal Anleihen an den Finanzmärkten platzieren. Und was ist passiert? Es gab nicht genügend interessierte Käufer, die Verkaufsaktion musste abgeblasen werden. Vielleicht war die Krim-Invasion am Ende doch nicht so richtig klug durchdacht.

Aufwärts, immer weiter

Das Interesse an WhatsApp ist ungebrochen. Der Nachrichtendienst aus den USA hat jetzt die Marke von 500 Millionen Nutzern geknackt. Besonders bei Jugendlichen genießt WhatsApp einen hohen Stellenwert, trotz aller aktueller Sicherheitsbedenken. Angesichts des schnellen Wachstums dürfte WhatsApp gute Aussichten haben, schon recht bald die Milliardengrenze zu schaffen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kann sich freuen: Die 19 Milliarden Dollar, die er für den Kauf von WhatsApp auf den Tisch legt, dürften gut investiertes Geld sein.

Mehr Transparenz durch Richter

Die ganze Motorsport-Welt blickt am Donnerstag nach München. Nicht, weil dort vielleicht ein neuer Formel-1-Ring eröffnet würde. In der bayerischen Hauptstadt steht Formel-1-Gründer Bernie Ecclestone wegen Korruptionsverdacht vor Gericht. Gut, dass es endlich zu diesem Prozess kommt. Die Formel 1 ist ein solch undurchsichtiges Gebilde, dass mehr Transparenz dem gesamten Rennbetrieb nur gut tun kann. Schließlich sind in der Formel 1 etliche börsennotierte Konzerne unterwegs. Und die Aktionäre möchten sicherlich gerne einmal wissen, was im Rennsport mit ihrem Geld so alles passiert.

Airport ohne Zukunft

So weit ist es nun gekommen: Mit Lübeck hat der erste der vielen (ziemlich überflüssigen) deutschen Regionalflughäfen Insolvenz angemeldet. Dass in diesem hochsubventionierten Bereich endlich ein Sanierungsprozess beginnt, kann jeden Steuerzahler in Deutschland eigentlich nur freudig stimmen. Kommunen und Landesregierungen haben mit der Gründung unprofitabler Regional-Airports enorm viel Geld verpulvert. Hoffentlich setzt mit der Lübecker Insolvenz andernorts endlich Vernunft ein: Deutschland braucht weniger Flughäfen, nicht mehr.

Einen angenehmen Abend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

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