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03.05.2013

18:25 Uhr

Was vom Tage bleibt

Horsts Herkulesaufgabe

VonOliver Stock

Der CSU-Chef muss einen Augiasstall ausmisten. Dax und Dow erklimmen Höchststände – aus Verzweiflung? Warren Buffett vergrößert seine Fangemeinde. Und die Deutschen sind reich. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Antikes Vorbild

Der legendäre Stall des Augias beherbergte 3000 Rinder und war 30 Jahre nicht gereinigt worden. Herkules machte sich dennoch an die Arbeit. Der bayerische Landtag beschäftigt seit dem Jahr 2000 genau 79 Abgeordnete, die wiederum Ehepartner, Mama, oder Sohnemann einen Job im Landtagsbüro verschafft haben. Auch ein Kultusminister, ein Staatskanzleichef und eine Familienministerin sind unter den familienfreundlichen Arbeitgebern. In der aktuellen Legislaturperiode haben noch 17 Abgeordnete Verträge mit Familienmitgliedern. In Bayern ist es den Abgeordneten seit dem Jahr 2000 verboten, enge Angehörige auf Steuerzahlerkosten zu beschäftigen. Der Vergleich mit dem Augiasstall hinkt also so sehr nun auch wieder nicht. Und wo ist Herkules? Der hatte damals das Fundament des Stalls aufgebrochen und zwei Flüsse hindurch geleitet. Schwupp war der Schuppen sauber. Falls einer Horst Seehofer heute Abend an der Isar werkeln sieht, wissen wir: Der Mann hat ein antikes Vorbild.

Das Kreuz mit den Dispozinsen

Dem Dax geht's prächtig, der Dow ist geradezu übermütig. Das US-Aktienbarometer durchbrach erstmals die Marke von 15.000 Punkten. Ordentliche US-Arbeitsmarktdaten waren schuld. Ist das ein gutes Zeichen? Es ist auf jeden Fall eines, das klar macht: Es ist Geld da, und die Menschen wollen es loswerden. Und da die Notenbanken die Zinsen praktisch abgeschafft haben, sind Aktien die bessere Wahl. Mir persönlich käme es gelegen, wenn die Zinsen nicht nur auf Guthaben, sondern auch auf Geliehenes verschwinden. Aber da muss ich wohl warten. Die Deutsche Bank senkte zwar auch die Dispozinsen um 0,25 Prozentpunkte, aber, wer sein Konto überzieht, zahlt immer noch eine ordentlich zweistellige Zinsrate. Auf der Bank ist es eben wie im richtigen Leben: Der Aufstieg ist mühsam, nur runter geht's schnell.

Willkommen Warren!

„Warren Buffett is in the house.“ Diese erste Twitter-Nachricht des 82-jährigen Milliardärs bescherte ihm bis jetzt mehr als 300.000 Anhänger. Wow! Bei uns daheim heißt es immer: „Ist noch Bier im Haus?“ oder „Schatz, ist noch Grillkohle im Haus?“ Meistens kommt darauf keine Antwort und ich muss selber nachgucken. Und dann muss ich meistens nochmal los. „Warren Buffett ist im Haus“ – das ist natürlich eine ganz andere Nummer. Die Frage ist jetzt, ob er bleibt oder sich auch so heimlich rausschleicht, wie das Bier oder die Grillkohle, die nie da sind, wenn plötzlich Gäste kommen.

Reiches Land

Heißa, wir sind reich! Vielleicht nicht Sie und ich, wie gesagt, auch nicht. Aber die Deutschen. Sie haben 2012 so viel Geld angehäuft wie seit 1993 nicht mehr: Binnen eines Jahres vermehrte sich ihr Vermögen in Form von Bargeld, Einlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen um knapp 157 Milliarden Euro, wie die Deutsche Bundesbank mitgeteilt hat. Damit sind die Deutschen so reich wie nie: Zum Jahresende kletterte der Geldbesitz auf die Rekordhöhe von fast fünf Billionen Euro – Immobilien nicht einmal eingerechnet. Wer sich darüber am meisten freut? Der Bundesfinanzminister natürlich. Er darf bei der Endabrechnung für das Jahr 2012 mit einem Steueraufkommen rechnen, dass ihm das Hören und Sehen vergeht.

Freuen wir uns für die nächsten Tagen ein bisschen mit ihm. Wir haben es redlich verdient. Ein frohes Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (4)

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Observer

03.05.2013, 19:51 Uhr

Als Chefredakteur wuerde ich mal dieser Meldung nachgehen:
http://www.goldreporter.de/jahrhundert-reform-u-s-federal-reserve-soll-auf-den-prufstand/news/32328/
Oder duerfen Sie das gar nicht, weil verboten vom Verleger?
Das was hier und im restlichen Mainstream als verchwoerungstheorie verunglimpft wird ist nicht mehr oder weniger als die Realitaet! Das haben offensichtlich einige Repraesentanten des US Volkes verstanden. Da die deutsche Abnicker Komune in Berlin jedoch desinteressiert und Ahnungslos ist, wird hier weiter auf die Verschwoerungstheoretiker eingedroschen.
Vielleicht abe haben doch mal einige wirkliche Journalisten Rueckgrat?

Account gelöscht!

03.05.2013, 20:05 Uhr

Es verbietet sich, 'Horst' und 'Herkules' im gleichen Satz zu verwenden.

abhandener

03.05.2013, 20:43 Uhr

...vermutlich wäre es unschicklich gewesen zu schreiben, da mache jemand den Horst, wolle ihn machen oder solle ihn machen oder sonstwie.
So gesehen wirkt der HilfsGriff nach Herkules vlt überzogen, nochzumal nicht ganz geklärt scheint, wer in dieser Gruppenaufstellung den Horst, wer den Augias und/oder wer den Herkules zu geben hätte - wenn überhaupt.

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