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30.06.2015

19:21 Uhr

Was vom Tage bleibt

Immer noch kein Ende

VonStefan Menzel

Griechenland will ein Hilfspaket, die Arbeitslosigkeit in Deutschland fällt. Das Fracking-Gesetz ist verschoben, Banken bilden wenig aus und bei der Fußball-WM der Frauen spielt Deutschland gegen die USA. Der Tag heute.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die dritte Runde

So, nun will Alexis Tsipras doch noch ein weiteres Hilfspaket von seinen Freunden aus der Europäischen Union bekommen. Aber sind wir wirklich noch seine Freunde? Noch ein wenig, allenfalls. Ganz Europa ist die Taktiererei der griechischen Regierung Leid. Ja, es kann noch einmal Geld geben, aber nicht mehr um jeden Preis. Vielleicht begreift der Premier in Athen, dass es um ihn herum ziemlich einsam geworden ist. Wenn er Europa nicht entgegenkommen wird, dann gibt es einfach nichts mehr. Ende.

Extrem gut

Überall in der Welt kracht und ächzt es, Griechenland es da eher ein kleinerer Problemfall. Der Krieg in der Ukraine, das Chaos im Nahen Osten und riesigen Flüchtlingsströme rings um Europa – das sind die großen, drückenden Probleme. Doch in Deutschland sieht es ganz anders aus. Die Wirtschaft boomt und wächst, die Arbeitslosigkeit fällt weiter. Heute gibt es gerade noch 2,7 Millionen Arbeitslose im Land, was einer Vollbeschäftigung gleich kommt. Hierzulande geht es uns verdammt gut – das sollten wir nicht so schnell vergessen.

Die große Angst

Mit Fehlern in der Politik und einer zögerlichen Gesetzgebung können wirtschaftliche Erfolge ganz schnell wieder verspielt werden. Beispiel: Energie. Wieder hat unsere Regierung ein neues Gesetz zum Fracking verschoben. Überall in der Welt werden neue Fracking-Vorkommen erschlossen, die eine Chance für mehr Versorgungssicherheit und niedrigere Preise bieten. Doch Deutschland reagiert zögerlich, ist regelrecht ängstlich beim Fracking. Die Politik muss endlich entscheiden, nicht weiter verzögern. So wird eine gute Gelegenheit vertan.

Ganz viel Ungewissheit

Wie schnell sich die Zeiten doch ändern können. Vor zehn Jahren wollte fast jeder bei einer Bank arbeiten. Verlockend hohe Gehälter, sichere Arbeitsplätze und dann auch noch ganz viel Anerkennung und Prestige. Sonderlich viel ist davon nicht geblieben. Die Geld- und Kreditwirtschaft mutiert zur Schrumpfbranche. Jetzt geht auch die Zahl der Ausbildungsplätze zurück. Junge Leute sollten sich heute etwas anderes suchen – die Banken bieten definitiv keine besonders sichere Heimat mehr.

Noch einmal?

Fast genau ein Jahr ist seit dem unglaublichen Halbfinal-Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien gegen den Gastgeber vergangen. Das 7:1 der Deutschen ist denkwürdig, wird nicht so schnell vergessen sein. Heute steht wieder ein WM-Halbfinale an, allerdings bei den Frauen. Mitten in der Nacht treffen die beiden Favoriten Deutschland und die USA in Kanada aufeinander. Hierzulande genießt Frauen-Fußball zwar längst nicht die Popularität wie die männliche Ausgabe des Sports. Vielleicht trotzdem aufstehen? Unbedingt. Schließlich könnte Deutschland schon bald ein zweites Mal Fußball-Weltmeister werden.


Einen wunderschönen Sommerabend mit ganz viel Sonne wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Herr Klaus Hofer

30.06.2015, 20:12 Uhr

Ja - wenn es dem Esel zu gut geht, begibt er sich bekanntlich aufs Eis.
Und als rechter Esel müssen wir natürlich alles unternehmen, um mit deutschen Steuergeldern den völlig maroden griechischen Staat zu retten, wobei - und das ist bizarr - bei den Griechen ( zumindest den Hilfsbedürftigen ) nichts ankommen dürfte, weil wieder alles im Sumpf der überbordenden Bürokratie versickert.
Vor lauter Wilkommenskultur stellen wir auch bereitwillig die überfälligen Investitionen in unser Bildungssystem sowie in unsere Infrastruktur zurück.
Vielleicht versüßt ein Sieg der Fußballfrauen den Tag !

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