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11.06.2015

19:13 Uhr

Was vom Tage bleibt

In Griechenland naht der Showdown

VonStefan Menzel

Der IWF bricht Griechenland-Gespräche ab, die Polizei will mehr Grenzkontrollen. Katar verklagt den Ex-DFB-Präsidenten, Rupert Murdoch steckt zurück und neue Aufregung um die Fernsehgebühren. Der Tag in der Rückschau.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Endlich eine Entscheidung

Griechenland bewegt sich auf die Entscheidung zu. Dass der IWF die Gespräche abbricht und seine Delegation aus Brüssel abberuft, ist eine denkwürdige Entscheidung. Normalerweise ist der Währungsfonds handzahm und vermeidet nach Möglichkeit die direkte Konfrontation. Das allein unterstreicht, dass wir im Falle Griechenlands nun wirklich an die finale Entscheidung heranrücken. Der IWF übt mit seinem Rückzug noch einmal massiven Druck auf die Regierung in Athen aus – die Rückkehr ist noch nicht ausgeschlossen. Aber eines dürfte jetzt klar sein: Ende Juni ist der Fall durch. So oder so.

Schengen lebt

Die Polizei meldet es als großen Erfolg. Die zusätzlichen Grenzkontrollen zum G7-Gipfel hätten sich bewährt. Mehr Straftäter als üblich seien dadurch dingfest gemacht worden. Doch die Ergebnisse der Grenzkontrollen sollte man sich etwas genauer ansehen. Die Gewerkschaft der Polizei sagt selbst, dass die Kontrollen nur durch einen immensen zusätzlichen Personalaufwand möglich geworden sind. Von daher stellt sich nicht die Frage, ob Deutschland grundsätzlich wieder verstärkt Grenzkontrollen einführen sollte. Es geht allein darum, ob mehr Polizisten eingestellt werden. Mit den Grenzen und dem Schengen-System hat das überhaupt nichts zu tun.

Blanke Nerven

Katar scheint ein Problem mit allzu lautstarker Kritik zu haben. Theo Zwanziger, der frühere Präsident des Deutschen Fußballbundes, hatte den Golf-Staat als „Krebsgeschwür“ bezeichnet. Deshalb wollen die Kataris den bekanntesten deutschen Fußballrentner jetzt wegen Verleumdung verklagen. Von Meinungsfreiheit scheint das kleine Emirat nicht besonders viel zu halten. Dass sie Zwanziger vor den Kadi zerren wollen, das qualifiziert sie nicht unbedingt als Ausrichter für die Fußball-WM im Jahr 2022. Die Nerven scheinen inzwischen auch am Golf blank zu liegen.

Auf Wiedersehen

Es ist ein langsamer Abschied. Rupert Murdoch will sich bei 21st Century Fox als Vorstandschef zurückziehen und die Führung seinem Sohn James übergeben. Ein kompletter Rückzug ist das noch nicht, weil Murdoch als Aufsichtsrat nach dem Rechten sehen will. Doch die Botschaft ist eindeutig: Einer der weltweit wichtigsten und erfolgreichsten Verleger kann sich jetzt doch vorstellen, einen Gang zurückzuschalten. Ob er seinen Sohn dann wirklich gewähren lässt, das werden wir sehen. Andererseits: Mit 84 Jahren darf man sich selbstverständlich aufs Altenteil vorbereiten.

Gleiche Rechte

Ich gebe zu, bei diesem Thema bin ich Partei. Das Handelsblatt gehört zu einer privatwirtschaftlich geführten Verlagsgruppe, die Gewinne machen muss. Gelingt das nicht, wird es das Handelsblatt eines Tages nicht mehr geben. Für unsere tägliche Arbeit heißt das, dass wir uns an unseren Lesern orientieren müssen. Nur so kann das System überhaupt funktionieren. Bis heute verstehe ich nicht, dass es in Deutschland bei ARD und ZDF Journalisten mit staatlich garantiertem Arbeitsplatzschutz geben muss. Deshalb kann ich die regelmäßig aufkommende Aufregung über den Gebührenzwang sehr gut nachvollziehen. Und vielleicht erlebe ich es doch noch: dass diese Gebühren eines Tages abgeschafft werden.

Einen angenehmen Sommerabend wünscht Ihnen aus Düsseldorf

Stefan Menzel

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