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20.05.2014

18:21 Uhr

Was vom Tage bleibt

Inflation hin, Deflation her

VonMartin Dowideit

Die Märkte erwarten eine offensive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, ein Schweizer Geldhaus muss in den USA bluten und die Regierung kriegt Zunder für ihr Rentenpaket. Der Tagesrückblick.

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Was vom Tage bleibt

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Guten Abend,

Kredit verspielt

Eigentlich laufen Bankverfahren in den USA so ab: Die US-Börsenaufsicht und das Justizministerium schimpfen mächtig wegen aufgedeckten Devisenmanipulationen, Zinstricksereien oder Immobilienbetrug. Und dann kommt es zu einer außergerichtlichen Einigung ohne Schuldanerkenntnis. Der Credit Suisse ist das nicht gelungen. Die Schweizer Großbank hat sich schuldig bekannt, möglicherweise Tausenden Amerikanern Steuerflucht ermöglicht zu haben. Dafür muss das Institut jetzt büßen und über 2,5 Milliarden Dollar zahlen. Die Bank ist profitabel genug, um die Strafe zu leisten – das Bankgeheimnis ist tot, es leben die Banken!

Stein auf Stein

In deutschen Großstädten ziehen die Immobilienpreise auch in den kommenden Jahren wohl weiter rasant an, haben heute Baugutachter vorgerechnet. Auch Ackerflächen werden demnach immer teurer. Nur in den Inflationszahlen merkt man von dem Preisfeuerwerk nichts. Alles wird teurer – oder eben nicht. Suchen Sie es sich aus.

Kursturbo der Notenbank?

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, beklagt jedenfalls die „bedrückend niedrige“ Inflation. Gepaart mit einem starken Euro gefährdet das die wirtschaftliche Erholung in den Euro-Krisenländern. Mit einer nochmaligen Zinssenkung und anderen außergewöhnlichen Instrumenten könnte die Konjunktur angekurbelt und eine drohende Abwärtsspirale der Preise (Deflation) verhindert werden. Am 5. Juni entscheiden die Notenbanker – die Märkte sind voller Hoffnung, dass ein neuer Kursturbo gezündet werden könnte. Doch Vorsicht vor zu großer Euphorie!

 

„Treppenwitz der Geschichte“

Kurt Lauk ist 68 Jahre alt und vertritt Unternehmer und Unternehmerinnen in der CDU. An der von der Regierungskoalition beschlossenen Rente mit 63 lässt der Präsident des Wirtschaftsrats der Christdemokraten aber kein gutes Haar. Die Verabschiedung sei ein „Treppenwitz der Geschichte“, der Fachkräftemangel dürfte sich dadurch verschärfen und die Glaubwürdigkeit von Kanzlerin Angela Merkel gegenüber Euro-Krisenländern leide. Das kann man Mal so stehen lassen.

 

Abgang mit feuchten Augen

Wolfgang Reitzle hatte heute seinen letzten Auftritt als Vorstandschef des Gas- und Industriekonzerns Linde. Auf der Hauptversammlung nahm er nach elf Jahren Abschied an der Spitze – und wurde zu Tränen gerührt. In zu großen Tönen lobte ihn Aufsichtsratschef Manfred Schneider dafür, den Konzern zu ungekanntem Börsenerfolg geführt zu haben. Doch in einen echten Ruhestand geht Reitzle nicht. Der Partner von Fernsehmoderatorin Nina Ruge hat mehrere Aufsichtsratsmandate – und könnte bald Chefaufseher bei Siemens werden. Das Standing dazu hat er.

Einen sommerlich-trockenen Abend wünscht

Ihr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

21.05.2014, 08:43 Uhr

Fiat Money für alle !
Die Masse der Menschen haben es immer noch nicht kapiert wie sie belogen und betrogen werden.....
Momentan grasiert zusätzlich die Deflationslüge ...
Aber was juckt es die naiv grasenden Menschenschafe solange die Weide was zu fressen her gibt....

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