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29.05.2012

17:50 Uhr

Was vom Tage bleibt

Katerstimmung nach dem Goldrausch

VonFlorian Kolf

Europäische Firmen bemerken, dass China nicht unbedingt das gelobte Land ist, die Rettung der spanischen Banken wird zum Alptraum ohne Ende und auch neue Stromnetze gibt es nicht zum Nulltarif. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Gold schürfen ist harte Arbeit

Viele Jahre galt der chinesische Markt für deutsche Firmen geradezu als gelobtes Land - wer nicht dabei war, hatte den Goldrausch verpasst. Doch nun ist Ernüchterung eingekehrt. Auflagen, die die Firmen in der Anfangseuphorie klaglos geschluckt haben, wie der Zwang zu Gemeinschaftsunternehmen, werden mehr und mehr als Hindernis empfunden, zeigt eine Umfrage der EU-Handelskammer in Peking. Hinzu kommen bürokratische Hindernisse und steigende Löhne. Es zeigt sich: Auch Gold schürfen ist harte Arbeit. Doch wer beharrlich den chinesischen Markt beackert, wird auch belohnt. Das zeigen viele Beispiele deutscher Mittelständler.

Der spanische Patient

Die Schlinge zieht sich langsam zu für Spanien - und die Gefahr kommt gleich aus mehreren Richtungen. So zeigt sich, dass die Banken noch wackliger sind als befürchtet. Nachdem die Großsparkasse Bankia mit Milliarden gestützt werden musste, planen nun weitere Sparkassen die Notfusion. Jetzt rächt sich die jahrelang laxe Darlehensvergabe. Zugleich gerät die Kreditaufnahme der spanischen Regionen mehr und mehr außer Kontrolle. Noch betont die spanische Regierung, sie könne das ohne europäische Hilfe schultern. Doch die steigenden Anleihezinsen sprechen eine andere Sprache.

Die Rechnung für die Energiewende

Eine ganz schön teure Angelegenheit wird auch der Ausbau der Stromnetze in Deutschland. Das haben Experten schon seit langem prognostiziert. Doch jetzt ist diese Botschaft offenbar auch bei Deutschlands oberster Energiewenderin angekommen. Angela Merkel hat heute von den Netzbetreibern die Rechnung für den Ausstieg aus der Atomenergie bekommen: 30 Milliarden Euro müssen bis zum Jahr 2022 in die Netze investiert werden. Tapfer betont Merkel trotzdem, die Energiewende sei machbar. So wie es aussieht, zahlen dafür nämlich die Stromkunden. Doch das sagt sie natürlich nicht.

Lob für den iPhone-Jäger

Seit heute ist der härteste Konkurrent für Apples iPhone auf dem Markt - und die Experten stellen ihm durchweg gute Zeugnisse aus. Das neue Galaxy S3 von Samsung hat ein stark verbessertes Display und der Prozessor ist viel schneller als beim iPhone, so das Urteil von Tech-Bloggern. Auch die Akku-Laufzeit des S3 ist deutlich länger. Ist das die Götterdämmerung für das Kultgerät?

Was fehlt? Frankreichs letzter Baskenmützenhersteller ist durch eine Übernahme vorläufig vor dem Konkurs gerettet worden. Das zeigt, dass auch ein Kultprodukt nicht unbedingt vor der wirtschaftlichen Bruchlandung bewahrt.

Ich wünsche Ihnen einen goldenen Feierabend,

Florian Kolf

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Kommentare (1)

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peer-Bilderberger

29.05.2012, 19:26 Uhr

Nach den uns vorliegenden Informationen sollte gerade doch wieder das Treffen der Bilderberger laufen.

Warum berichtet das HB nicht davon?
Auch gekauftes Schweigen??

Wo sooo viele Große(Lügner und Demagogen ) aus der Politik und Wirtschaft sich treffen, sollte doch wohl eine Information darüber angebacht sein.

Wir alle wüßten schon gerne, ob Herr Steinbrück nun wieder zum Kanzler-NF bestätigt wird.

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