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12.02.2013

18:42 Uhr

Was vom Tage bleibt

Kim Jong-Bum

VonOliver Stock

Nordkorea macht die Welt instabiler. Die Wechselkurse sind nie frei. Berlusconi bringt uns zum Weinen und Coca Cola beglückt andere. Die Kommentare zum Tag.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Der große Irrtum

Kim Jong-Bum: Für deutsche Zuschauer wäre dies der treffendere Name für den nordkoreanischen Machthaber, der die Welt heute durch die Zündung einer unterirdischen Atombombe auf seine Existenz aufmerksam gemacht hat. Erinnern Sie sich noch an die Weihnachtszeit? Da flirtete eben dieser Kim mit dem Rest der Welt. Von Entspannung war viel die Rede, von Öffnung, von Reformen. Irrtum. Sieben Wochen später demonstriert er, dass seine Ingenieure eine Bombe bauen können, die so klein ist, dass sie auf eine Mittel- oder Langstreckenrakete montiert werden kann. Das heißt: Die Welt ist instabiler geworden, weil ein unkontrollierbarer Diktator eine außerordentlich effektive Waffe in den Händen hält.

Die Mär von marktbestimmten Wechselkursen

Die führenden Industrienationen bekennen sich zu freien Wechselkursen und wollen so einen Währungskrieg abwenden. Die Kurse sollten von den Märkten bestimmt werden, bekräftigten ihre Finanzminister heute. Klingt super. Die Märkte – das sind die Anleger. Sie investieren in die Währung, der sie einen Anstieg zutrauen, und sie verlassen die Währung, die wie eine Sternschnuppe sinkt. Wie hart eine Währung ist, bestimmt ganz wesentlich die Notenbank, die mit einem Ohr auf die Politik hört. In Japan hat sie gerade mit beiden auf die neue Regierung gehört und den Yen nach unten purzeln lassen. Sich unter diesen Umständen zu freien Wechselkursen zu bekennen, ist etwa so, als wenn wir ein Zootier vom Käfig ins Freigehege auswildern. Auch dort bewegt es sich nur soweit, wie der Zoodirektor es zulässt.

Weinen mit Berlusconi

Je mehr wir Nicht-Italiener die echten Italiener davor warnen, Silvio Berlusconi wieder an die Spitze ihres Staates zu wählen, desto größerer Beliebtheit erfreut sich dieser Mann. Er reitet geradezu auf einer Trotzwelle: Seine Beliebtheit im eigenen Land steigt proportional mit unserer Abneigung. Auf den Punkt gebracht, beschreibt Berlusconi, der für seinen Verein AC Mailand nun auch noch die Kickerlegende Mario Balotelli verpflichtete, den Unterschied zwischen ihm und den von uns Deutschen geschätzten Mario Monti mit diesen Worten: „Balotelli hat zwei Tore geschossen und die Deutschen zum Weinen gebracht. Monti hat die Immobiliensteuer und neue Steuerkontrollen eingeführt – und die Italiener zum Weinen gebracht.“ Das hat Unterhaltungswert. Spaß statt sparen – auch das, so erzählt unsere Italien-Korrespondentin Katharina Kort, lieben die Italiener an ihrem Berlusconi.

Zuckerwasser für die Schwellenländer

Coca-Cola hat im jüngsten Quartal 1,87 Milliarden Dollar verdient. Das sind knapp 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen, dem auch Marken wie Fanta und Sprite gehören, profitierte von Zuwächsen in Schwellenländern, die Rückgänge in Europa mehr als ausglichen. Schön, liebe Schwellenländerbewohner, dass ihr auf den Geschmack gekommen seid. Wir hier sind eh zu dick.

Einen colafreien Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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