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12.03.2012

17:57 Uhr

Was vom Tage bleibt

Kopfschmerzen für Kleinanleger

VonFlorian Kolf

Der Kater nach dem Schuldenschnitt ist groß: Kleinanleger bereiten erste Klagen gegen Griechenland vor. Da lohnt sich wieder ein Blick auf Anleihen deutscher Mittelständler. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Der Kater nach dem Schuldenschnitt

Es ist vollbracht: Griechenland hat den Anleihentausch im Wert 177,2 Milliarden Dollar abgeschlossen. Doch das juristische Nachspiel ist schon programmiert. Die Hamburger Anwaltskanzlei Gröpper Köpke hat eine Schutzgemeinschaft für Käufer griechischer Schuldpapiere gegründet und vertritt mittlerweile über 110 Halter griechischer Anleihen, weitere Kanzleien werden folgen. Klagen gegen den griechischen Staaten dürfen wohl aussichtlos sein. Deswegen werden viele Anleger versuchen, sich an den Banken schadlos zu halten - und sie wegen Falschberatung verklagen. Der Kater nach dem Schuldenschnitt ist da - und die Kopfschmerzen bekommen die Kleinanleger oder die Banken.

Begehrte Mittelständler

Wer von Staatsanleihen nach diesen Erfahrungen die Nase voll hat, für den sind vielleicht Mittelstandsanleihen eine Alternative: Heute hat die Zeichnungsfrist für Singulus über die Börse Frankfurt begonnen - und die Investoren reißen sich geradezu um die Anleihe des Spezialmaschinenbauers. Schon am Nachmittag mussten die Bücher wegen der großen Nachfrage wieder geschlossen werden. Doch es gibt Nachschub: Drei weitere Mittelständler haben für die kommenden Wochen eigene Anleihen angekündigt. Es sind zwar keine bekannten Namen dabei - aber der Bekanntheitsgrad garantiert ja auch nicht für Erfolg.

Und sie bewegen sich doch

Das Feilschen geht los: In den Tarifverhandlungen für die rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen haben die Arbeitgeber jetzt ein erstes Angebot vorgelegt. Nach Angaben von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich bieten sie 3,3 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Das ist zwar noch meilenweit von den 6,5 Prozent entfernt, die die Gewerkschaft Verdi fordert. Aber es zeigt, dass sich die Tarifparteien deutlich auf einander zu bewegen. Und dass gute Chancen bestehen, dass die Bevölkerung nicht unter weiteren Streiks leiden muss.

Volkswagen sammelt Kraft

Pause nach dem Rekordjahr: Volkswagen rechnet nach dem Ergebnis von rund 19 Milliarden Euro vor Steuern im vergangenen Jahr, für 2012 mit keiner weiteren Umsatzsteigerung. Die Einführung des neuen Baukastensystems führe zu einer Stagnation beim Betriebsergebnis, so Konzernchef Martin Winterkorn. Doch dann soll es umso rasanter weitergehen: Für 2013 rechnet das Unternehmen wieder mit einem starken operativen Ergebnis. Das sind schlechte Nachrichten für die Konkurrenz.

Was fehlt? Eine unbewohnte Insel im hohen Norden Schottlands bekommt nun eine öffentliche Toilette. Das stille Örtchen soll umgerechnet 60.000 Euro kosten, berichtete der britische Sender BBC. Doch ganz so absurd, wie es klingt, ist die Investition nicht: Die Toilette wird für die rund 6000 Vogelbeobachter gebraucht, die jährlich im Frühling und Sommer auf die etwa 309 Hektar große Insel Handa pilgerten. Merke: Auch Naturfreunde machen Mist.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend,

Florian Kolf

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Kommentare (3)

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danzka

12.03.2012, 18:50 Uhr

Banker werden vom Super-Computer abgelöst

"Watson" von IBM, hält an der Wall Street Einzug. Der Super-Computer wird Banken bei Risiken, Portfolios und Kunden beraten:

http://bit.ly/xnKfYE

Beobachter

12.03.2012, 22:18 Uhr

Das ist ja ein interessanter Kommentar, Herr Kolf.
Vielleicht sollten Sie einmal im Archiv nachsehen...
War das nicht so, dass das Handelsblatt vor zwei Jahren zum Kauf von griechischen Staatsanleihen anriet?

Seit das Handelsblatt im Mai 2010 durch Gabor Steingart eine großangelegte Werbeoffensive für den Kauf griechischer Staatsanleihen gestartet hat – http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/handelsblatt-aktion-wir-kaufen-griechische-staatsanleihen/3426508.html -
hat dieses Blatt zu dem gesamten Thema nichts mehr zu sagen außer:

"Entschuldigung, wir haben uns geirrt."

Es waren übrigens gerade Kleinanleger, an die sich der Kaufappell richtete.
Die gehen jetzt leer aus.

Mazi

12.03.2012, 23:52 Uhr

Wenn es hier um eine Klage der Kleinanleger geht, sollten sie nicht deren Diskriminierung vergessen und beim europäischen Gerichtshof an die Durchsetzung des Gleichheitsgrundsatzes denken.

Den Meldungen nach hat der griechische Staat die Zustimmung der griechischen Pensionsfonds mit der Zusage ihnen zum Ausgleich Immobilien und Grundstücke zu übertragen erschlichen.

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