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08.01.2014

18:46 Uhr

Was vom Tage bleibt

Liberalismus im Fußball

VonStefan Menzel

Ein Fußballer rüttelt die Sportler-Szene auf und in Deutschland leben mehr Menschen. Die Türkei ist nicht mehr „everybody's darling“, der Handymarkt dreht sich und die Finanzkrise lässt uns nicht los. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Offenheit tut Not

Fußball und Homosexualität sind eigentlich ein Thema, das auf den ersten Blick nicht zum Handelsblatt-Spektrum gehört. Aber für den Sport und für unsere Gesellschaft ist es heute ein bemerkenswerter Tag gewesen. Als erster deutscher Profi-Fußballer hat sich Thomas Hitzlsperger als Homosexueller geoutet. Einerseits ist es natürlich schade, dass solch eine Nachricht überhaupt noch etwas Besonderes ist. Andererseits wird die Botschaft von Thomas Hitzlsperger besonders dem Fußball gut tun. Denn in der Welt der Kicker hatten und haben es die Homosexuellen immer noch besonders schwer. Hitzlsperger sorgt dafür, dass schwul sein im Fußball nun endlich kein Problem (mehr) ist.

Ein Land für alle

Deutschlands Bevölkerung wächst wieder. Nicht weil unsere Geburtenrate auf einmal gewaltige Rekordwerte erreichen würde. Hierzulande hat sich nichts daran geändert, dass zu wenige Kinder geboren werden. Deutschland wächst durch Zuwanderung. Zum Glück. Viele Menschen aus anderen Staaten wollen in unser Land kommen, weil sie sich hier eine bessere Zukunft versprechen. Wir Deutsche können uns über diese Zuwanderung freuen, weil wir neue Arbeitskräfte brauchen und damit etwa unsere Sozialsysteme erhalten können. Deutschland ist ein Einwanderungsland – und darüber sollten wir alle hoch zufrieden sein.

Eingebaute Rückschläge

Auch die vermeintlichen Stars kommen beizeiten in die Jahre. Das gilt für die Türkei, noch vor einem Jahr gefeiert wegen ihrer gewaltigen Wachstumsraten. Politische Krisen, Angst vor der Zukunft, der Gegensatz zwischen Stadt und Land – alles zusammen hat dazu geführt, dass der wirtschaftliche Aufschwung ein plötzliches Ende genommen hat. Die jüngste Negativ-Entwicklung bietet aber überhaupt keinen Anlass dazu, die Türkei auf ewig abzuschreiben. Rückschläge wie jetzt gehören einfach dazu. Die Türkei wird wieder kommen, das Land bietet einfach ein gewaltiges ökonomisches Potenzial an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien.

Mehr Selbstständigkeit

Deutsche können Autos, das steht außer Frage. In der Telekommunikation, einer anderen wichtigen Branche, sieht es hingegen ziemlich düster aus. Bei Handys, Smartphones und der dazugehörigen Software hat unser Land nicht sonderlich nicht viel zu bieten. Japan geht es ähnlich, auch das asiatische Land hat den einen oder anderen Zug der Zeit verpasst. Umso bemerkenswerter ist jetzt die Entscheidung, dass japanische Unternehmen eine eigene Handy-Software entwickeln wollen. Ihnen ist die Abhängigkeit von Google und Apple einfach zu groß geworden. Eine sehr interessante Entscheidung und auf jeden Fall nachahmenswert für Deutschland.

Für und wider die Bibel

Seit bald sieben Jahren leben wir mit der Finanzkrise. Das ist eine ziemlich lange Zeit, eigentlich sollte das Ende bald erreicht sein. Denn schließlich sagt schon die Bibel, dass nach sieben mageren wieder sieben fette Jahre ins Haus stehen. Der renommierte Frankfurter Privatbankier Friedrich von Metzler traut den Bibel-Weisheiten nicht und erwartet eine viel längere Durststrecke. Zehn weitere Krisenjahre dürfte es noch geben, lautet zumindest seine Erwartung. Und wahrscheinlich dürfte er auch Recht damit haben. Unser Finanzsystem ist in der Zeit vor der Krise extrem durcheinander geraten. Aus den aufgeblähten (Bank-)Bilanzen muss gewaltig Luft herausgelassen werden – und so etwas kostet einfach viel Zeit.

Nehmen Sie sich die Zeit für einen ruhigen und entspannten Abend. Es grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

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