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09.05.2014

18:20 Uhr

Was vom Tage bleibt

Lieber gut gekauft als schlecht kopiert

VonOliver Stock

Apple steht vor dem größten Zukauf seiner Geschichte. Berlusconi wirbt ab jetzt im Altenheim um Stimmen. Putin feiert Kriegsende auf der Krim. Und ausgerechnet Jamie Oliver hat ein Hygieneproblem. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Apple sucht den Beat

Besser gut gekauft als schlecht kopiert, denkt sich Apple und trägt sich mit dem Gedanken, den Musikspezialisten Beats zu übernehmen. 3,2 Milliarden Dollar könnten fließen. Für Apple ein Klacks. Beats ist ein Hersteller teurer Kopfhörer und Lautsprecher, die dank ihres schicken Designs und ihrer starken Marke eine treue Fangemeinde haben. Zum anderen bietet Beats seit Jahresanfang einen kostenpflichtigen Musikdienst an. Sollte die Übernahme gelingen, macht Apple also zwei Deals auf einmal: Das Unternehmen kauft Zubehör und einen Internetdienst zugleich – in der Hoffnung, dem stagnierenden Musikbereich wieder Auftrieb zu geben. Hört sich doch gut an, oder?

Berlusconi landet im Altenheim

„Ab nach San Vittore!” ruft ein Mann, als Silvio Berlusconi im dunklen Audi heute an Handelsblatt-Online-Korrespondentin Katharina Kort vorbeifährt. Berlusconi ist auf dem Weg ins Altenheim Sacra Famiglia di Cesano Boscone im Norden von Mailand. San Vittore ist das bekannte Mailänder Gefängnis. Der ehemalige Regierungschef muss nicht in den Bau, aber eben Sozialdienst im Altenheim schieben. Dazu hat ihn ein Gericht verurteilt. Anstatt alle Italiener betreut er nun einige Alzheimer-Patienten. Die Anstecknadel seiner Partei hat er zur Sicherheit angeheftet, als er das Heim betritt. Könnte ja sein, dass doch ein Wähler unter den Insassen ist. Und er mosert: Das Urteil gegen ihn sei ungerecht, es diene nur dazu, „mich aus dem Senat zu jagen und dem Mitte-Rechts-Bündnis ihren Anführer zu nehmen“. Die Alzheimer-Patienten, stellt unsere Korrespondentin lakonisch fest, dürften ihm kaum folgen können.

Vorsicht Glücksritter!

Börsenkandidat Zalando wird auch 2014 nicht aus den roten Zahlen kommen, räumte Vorstandsmitglied Rubin Ritter heute ein. Dessen Name ist Programm: Zalando ist ein Unternehmen tapferer Glücksritter. Der Börsengang wird dazu dienen, die Schar der Anhänger zu vergrößern.

Olegs Tag

An diesem Tag, an dem Putin ausgerechnet auf der Krim das Kriegsende vor 69 Jahren feiert, hat sich Oleg mächtig in Schale geworfen: Orden über Orden schmücken das dunkelblaue Jackett des 87-jährigen ehemaligen Offiziers. Nur mit zwei Gehstöcken schafft es der alte Mann zum zentralen Platz in der ostukrainischen Industriemetropole Saparischja zu kommen. „Es wird von Jahr zu Jahr schwerer“, klagt er und zeigt Handelsblatt-Online-Korrespondent Helmut Steuer eine Verwundung am linken Unterschenkel. „Vom Krieg her kommt sie“, sagt er und deutet mit einem Stock Richtung Norden. Dort habe er gegen die Deutschen gekämpft. „Es war furchtbar“, sagt er leise, aber seine kleinen Augen leuchten. „Wir haben gesiegt“. Doch dann erlischt das Leuchten. Oleg lauscht den Nachrichten aus der Region. „Es bricht mir das Herz, wenn ich das höre“, sagt er. Er weint: „Unser Land“, sagt der Veteran, „darf nicht geteilt werden“.

Jamies geheime Zutaten

Wir wussten es: Der britische Starkoch Jamie Oliver kocht auch nur mit Wasser. Seit heute ist klar: Wir haben uns geirrt. Oliver hat ganz andere Zutaten auf Lager. Kontrolleure des Gesundheitsamtes fanden in einem Londoner Luxus-Laden, an dem der Brite beteiligt ist, und wo das Essen schnell mehr als 100 Pfund kostet, Spuren von Mäusekot, verschimmelte Schlachtreste sowie Rindfleisch, dessen Haltbarkeitsdatum abgelaufen war. Da lobe ich mir doch die Wasserköche.

Ein gourmetwürdiges Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

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