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12.08.2015

19:18 Uhr

Was vom Tage bleibt

Liebesfrustrierte mögen keine Flüchtlinge

VonOliver Stock

Aus der Abteilung überflüssige Studien erreicht uns heute ein neues Exemplar. Und sonst: China bindet den Börsenbären los. Und Airbus schürt einen Jungentraum. Was Sie über diesen Tag wissen müssen.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser!

Im Gleichklang

Mal ganz was anderes zu Beginn: Während heute wieder Flüchtlinge im Meer ertrunken sind, hat die psychologische Online-Partnervermittlung „Gleichklang“ herausgefunden – und die entsprechende Studie eben hierhergeschickt – dass Menschen mit positiven Liebeserfahrungen offener und hilfsbereiter gegenüber Flüchtlingen eingestellt sind als solche mit frustrierenden Liebeserfahrungen. Das Portal wartet mit Zahlen auf: 37 Prozent der Liebesfrustrierten bejahen negative Einstellungen zu Flüchtingen, während dieser Prozentsatz bei den Nichtfrustrierten lediglich zehn Prozent beträgt. Deswegen: Wer sich mit dem Gedanken trägt, heute noch Liebesfrustrationen auszulösen, sollte das nicht tun. Die Auswirkungen wären verheerend.

Chinesische Sprichworte taugen nichts

Nun aber: China lässt den Yuan abwerten, worauf auf den Börsenparketts dieser Welt der Bär steppt. Der Dax rauscht ab nach unten, weil deutsche Firmen in der ersten Reihe stehen, wenn es um ein Engagement in China geht. „Spanne den Bogen, aber schieße nicht los! Noch gefürchtet zu sein, ist wirksamer“, lautet ein chinesisches Sprichwort aus dem Glückskeks. Die Chinesen halten sich offenbar nicht an ihre eigenen Glückskekse. Den Yuan-Pfeil jedenfalls haben sie abgeschossen.


Loch in der Bilanz

Bilfinger ist ein Konzern, der davon lebt, Gas- und Kohle-Kraftwerke zu bauen, zu warten und zu betreiben. Da diese Anlagen nicht gut zum Klimaziel der Deutschen passen, hat Bilfinger weniger zu tun, und die Sparte reißt ein Riesenloch in die Konzernbilanz. Wir brauchen also gar nicht China zu bemühen: Manche Geschäfte ruinieren wir in Deutschland auch ganz allein.

Schwere Jobs

Wer hat den schwereren Job: Der griechische Ministerpräsident Tsipras, der heute bei seinen Parteikollegen um Zustimmung zum Sparpaket wirbt, oder die deutsche Kanzlerin Merkel, die das Hilfspaket hierzulande durchs Parlament bringen muss? Antwort: Tsipras könnte unmittelbar scheitern. Merkel scheitert nicht, sie verliert nur Rückhalt. Eine nachhaltige Strategie, um an der Macht zu bleiben, ist das allerdings für beide nicht.

Mut zur Legende

In den jüngsten Datensätzen des US-Patentamts ist der Inder Deepak Gupta auf die Nummer US 9.079.661 B2 gestoßen. Hinter der Zahl verbirgt sich ein „ultraschnelles Luftfahrzeug“. Auf 17 Seiten offenbart sich der Entwicklertraum vom Passagierflieger jenseits der Schallgeschwindigkeit. Das Werk ist Teil von „Zehst“, einem Projekt des europäischen Flugzeugbauers Airbus. Wollen die bei Airbus also wirklich einen Nachfolger der legendären Concorde bauen? „Die Reduktion von Reisezeit für Passagiere ist und bleibt ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung des weltweiten Luftverkehrssystems“, sagt ein Airbus-Sprecher vielsagend und auch wieder nichtssagend. Ich wünsche Airbus Mut: Frankfurt-New York in zwei Stunden? Nach der Arbeit noch zur Vorstellung auf den Broadway? Das Ziel leuchtet, wie eine Reklametafel am Musical-Theater.

Einen verträumten Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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